Frauenfelder müssen aufpassen

WASSERBALL. Die Frauenfelder Wasserballer haben die 1.-Liga-Saison bereits abgeschlossen. Das Team mit vielen bekannten Namen ist etwas in die Jahre gekommen. Und in Sachen Nachwuchs muss sich der SCF langsam ernsthafte Gedanken machen.

Ruedi Stettler
Merken
Drucken
Teilen
Die Frauenfelder 1.-Liga-Wasserballer (blaue Kappen/hier gegen TriStar) haben in dieser Saison nicht immer das Optimum herausgeholt. (Bilder: Mario Gaccioli)

Die Frauenfelder 1.-Liga-Wasserballer (blaue Kappen/hier gegen TriStar) haben in dieser Saison nicht immer das Optimum herausgeholt. (Bilder: Mario Gaccioli)

wasserball. Frauenfeld hat zwar die 1.-Liga-Saison bereits beendet, wie die Rangierung (4. oder 5.) aussieht, ist offen. Einige der Konkurrenten haben noch Partien vor sich. Marco Wehrli, er hat seinen Abgang als SCF-Coach längst angekündigt, weiss also nicht, was zu seinen bisherigen Endplazierungen 1., 2. und 1. dazukommt. Eher enttäuschend ging der letzte Match in Schaffhausen nach einer 4:0-Führung 6:11 verloren. Mit dem Verpassen des dritten Schlussranges konnte ein Ziel der Frauenfelder nicht realisiert werden. Von einer missratenen Saison sprechen will Marco Wehrli aber nicht: «Die Gruppe Ost ist noch ausgeglichener und die Teams erneut stärker geworden.»

Den Leader geärgert

Spitzenreiter Dornbirn beispielsweise hat in 12 Runden lediglich einen Match (gegen das zweitklassierte Horgen) verloren. «Wir haben ihnen ein Remis abgetrotzt und hätten sogar gewinnen müssen», blickt Marco Wehrli kurz zurück. Der scheidende Coach hält fest, «dass auch Kreuzlingen in ganz anderen Dimensionen trainiert als wir. Auch mit Schaffhausen können wir nur schwerlich mithalten.»

Im Gegensatz zu den letzten drei Saisons musste Frauenfeld trotzdem einen Rückschritt hinnehmen. Auch das lässt sich erklären: Beim SCF wird Wasserball lediglich als Ausgleich betrieben, im Vordergrund seht klar der Beruf und die Familie. Nicht nur im Fanionteam, auch in der 2. Mannschaft in der 2. Liga Ost wirken mehrheitlich Routiniers mit.

Der Nachwuchs fehlt

Marco Wehrli will nichts beschönigen: «Ja, um den Nachwuchs ist es bei uns schlecht bestellt. Wir haben den einen oder anderen Versuch zur Früh-Rekrutierung unternommen, doch gebracht hat es wenig.» Weil man sich der Problematik bewusst ist, wird aber demnächst ein erneuter Anlauf gestartet. Marco Wehrli ist zwar skeptisch, gibt jedoch die Hoffnungen nicht ganz auf: «Die meisten Spieler haben Kinder, aber die sind zum Wasserball spielen noch zu jung.»

Schaut man sich das Kader des SCF etwas genauer an, dann stellt man fest, was für Kapazitäten da mitwirken. Ueli und Martin Wehrli sind ehemalige Nationalspieler und beide wurden mit Schaffhausen Meister. Das gilt auch für Juraj Mudroch. Ebenso für Stefan Affentranger, der seine besten Tage bei Lugano verbrachte. Alle haben ihre Prioritäten aber mittlerweile deutlich anders verlagert. Marco Wehrli ist deshalb nicht böse, merkt aber an: «Mit zunehmendem Alter müsste man eigentlich mehr trainieren. Wir aber machen genau das Gegenteil.»

Strassers neue Freude

Sogar zu vielen nationalen Meriten brachte es Gerry Strasser, allerdings als Schwimmer. Fast 20 Jahre war er lizenziert, jetzt hat er voll auf Wasserball umgesattelt: «Schade, habe ich das nicht schon früher gemacht. Ich habe daran unheimlich den Plausch.» Dass der SCF vom Potenzial her mehr als Vierter werden müsste, ist auch Strasser klar: «Mittlerweile zählen im Wasserball aber nicht mehr nur die sportlichen Leistungen für einen Aufstieg. Auch für die Rahmenbedingungen (etwa Nachwuchs- oder Öffentlichkeitsarbeit) gibt es Punkte und da können wir nicht mithalten.»

Frauenfelds Coach Marco Wehrli erteilt Instruktionen.

Frauenfelds Coach Marco Wehrli erteilt Instruktionen.