FRAUEN-EM: Mit Zehnder kam der Erfolg

Beim 2:1-Sieg der Schweizer Frauen-Fussballnationalmannschaft in Holland gegen Island kommt die Wilerin Cinzia Zehnder zu ihrem ersten Einsatz von Beginn weg an einer Endrunde. Beim Siegtor hat sie den rechten Fuss im Spiel.

Simon Dudle
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Die Wilerin Cinzia Zehnder setzt sich gegen die Isländerin Sara Björk Gunnarsdóttir durch. (Bild: Andre Weening/freshfocus)

Die Wilerin Cinzia Zehnder setzt sich gegen die Isländerin Sara Björk Gunnarsdóttir durch. (Bild: Andre Weening/freshfocus)

Kurz nach Spielschluss nahm die knapp 20-jährige Mittelfeldspielerin einen grossen Schluck aus der Trinkflasche. Wegen einer verletzungsbedingten Unterbrechung in der zweiten Halbzeit waren fast 102 Minuten nötig, bis die zähen Isländerinnen niedergerungen waren. "Wir haben an den Tag gelegt, was im ersten Spiel gegen Österreich gefehlt hat. Jede ist für jede gegangen und wir haben uns gegenseitig gepusht", sagte Zehnder.

Nachdem das erste Spiel für sie ein doppelter Frust – Niederlage sowie keine Einsatzzeit – gewesen war, bestand beim Sieg gegen die Isländerinnen doppelter Grund zur Freude. Zehnder stand während der gesamten knapp 102 Minuten auf dem Feld und kam zu ihrem ersten Einsatz in der Startformation an einem Endrundenturnier. Die Marke von 48 Einsatzminuten, welche sie vor zwei Jahren an der WM in Kanada vorgelegt hatte, ist somit schon mehr als doppelt überboten. Auch wenn die Wilerin weiterhin auf ihr erstes Tor in der  Schweizer A-Nationalmannschaft warten muss, so hatte sie doch Anteil am wichtigen Siegtreffer. Dieser fiel nach einer Kombination über mehrere Stationen, bei welcher Zehnder den Ball mit rechts direkt weiterleitete. Angesprochen auf die eigene Leistung, sagte die Mittelfeldspielerin: "Ich bin zufrieden, kam zu einer gefühlten Million Kopfbälle und habe viele Zweikämpfe gewonnen. Auch wenn der Auftritt nicht übertrieben auffällig war, hat es doch gereicht, um dem Team zu helfen."
 

Unterschiedliche Bewertungen

Medial waren die Einschätzungen zu Zehnders Leistung unterschiedlich. Der "Sonntagsblick" gab ihr die Note 5: "Unser Turm im Mittelfeld, bringt die wertvolle Physis und viel Biss rein", war die Einschätzung der Boulevardzeitung. ZDF-Reporter Martin Schneider sprach während der Liveübertragung hingegen davon, dass Zehnder körperlich und bei der Geschwindigkeit noch Defizite aufweise. Er attestierte ihr in der ersten Halbzeit einen "dezenten" Auftritt. "Das würde ich nicht sagen. Der Auftritt war sehr solid", entgegnete Zehnder.

Am Mittwoch um 20.45 Uhr kommt es zum entscheidenden Spiel um den Viertelfinaleinzug (live SRF Zwei). Die Schweiz braucht gegen Turnier-Mitfavorit Frankreich einen Sieg.