FRAUEN-EM: Enttäuschung zum Auftakt

Das Schweizer Nationalteam wird seiner Favoritenrolle nicht gerecht. Die Equipe von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg verliert das wichtige Spiel gegen Österreich 0:1 und steht unter Zugzwang.

Christian Finkbeiner (sda)
Drucken
Teilen
Die Österreicherin Nina Burger (Zweite von links) feiert ihr Tor vor knapp 5000 Zuschauern.Bild: (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone)

Die Österreicherin Nina Burger (Zweite von links) feiert ihr Tor vor knapp 5000 Zuschauern.Bild: (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone)

Christian Finkbeiner (SDA)

Die Schweizer Nationalmannschaft steht bereits nach der ersten Partie mit dem Rücken zur Wand. Ein früher Treffer von Österreichs Captain Nina Burger nach einer Viertelstunde entschied den Zweikampf der beiden EM-Debütanten vor knapp 5000 Zuschauern in Deventer. Die Stürmerin des SC Sand zeigte sich nach einem schwachen Abschlag der Schweizer Keeperin Gaëlle Thalmann und zwei schnellen direkten Pässen von Laura Feiersinger und Sarah Zadrazil kaltblütig im Abschluss und traf in die nahe Ecke. Der Sieg der Österreicherinnen war verdient. Die ÖFB-Auswahl trat bei ihrer Premiere an einer Endrunde unerschrocken auf, spielte taktisch klug und war 70 Minuten lang das bessere Team.

Die Schweizerinnen hingegen kamen nach einem lange Zeit schwachen Auftritt erst in der Schlussphase besser ins Spiel. Vanessa Bernauer mit einem schönen Weitschuss (74.) und Ramona Bachmann, deren abgelenkter Schuss knapp über das Tor flog (81.), hatten den Ausgleich auf dem Fuss.

Rote Karte für Kiwic

Die Schweizerinnen hatten sehr nervös begonnen. Bereits in der dritten Minute bekundeten sie Glück, als der Ball im eigenen Strafraum an die Hand von Ana-Maria Crnogorcevic sprang, das Vergehen aber nicht als Penalty taxiert wurde. Ein haarsträubender Abspielfehler von Captain Caroline Abbé folgte zwei Minuten später, Nicole Billa wusste diesen aber nicht zu nutzen. ­Immer wieder versuchten die Schweizerinnen einen gepflegten Spielaufbau, womit sie sich selbst in die Bredouille brachten und den Österreicherinnen in die Karten spielten. Dabei hatte der SFV im Vorfeld das offensive Pressing und den schnellen Abschluss bei der ÖFB-Auswahl als deren Stärke ausgemacht.

Die SFV-Auswahl kam erst nach der Pause besser ins Spiel und erarbeitete sich durch einen Kopfball von Rahel Kiwic auch eine erste Torchance, nach einer Stunde folgte aber der nächste Rückschlag. Nach einem Prellball foulte Kiwic als letzte Frau die durchgebrochene Burger und sah zu Recht die rote Karte. In der zweiten Partie steht die Schweiz am Samstag in Doetinchem gegen Island bereits unter Zugzwang. Und zum Abschluss der Vorrunde trifft die SFV-Auswahl in Breda noch auf den Gruppenfavoriten Frankreich. Auch dort müssen die Schweizerinnen wohl punkten, wollen sie die Viertel­finals noch erreichen.