FRAUEN-EM: Ein Finalspiel gegen Frankreich

Mit dem 2:1 gegen Island hat sich das Schweizer Frauen-Nationalteam für die schwache Leistung zum Auftakt rehabilitiert. Aber auch gegen Frankreich ist am Mittwoch ein Sieg gefordert.

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Die Stimmung im Schweizer Camp am Tag nach dem hart erkämpften 2:1 gegen Island im idyllisch gelegenen Team-Hotel in Doorwerth war gelöst und heiter – auch wenn sich Sonne und Regen im Stundentakt abwechselten. Die Spielerinnen genossen einen freien Nachmittag, nachdem am Morgen nur die Ersatzspielerinnen trainiert hatten. Für die Stammkräfte stand Regeneration an: Velofahren, Massage, Eisbäder und das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Mit dem ersten EM-Sieg der Geschichte wahrte die Schweizer Auswahl nicht nur ihre Chance auf die Viertelfinal-Qualifikation, sie rehabilitierte sich auch für den blamablen Auftritt gegen Österreich. «Dass wir den Hebel umlegen konnten, macht mich Stolz», sagte Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Die Deutsche hatte mit ihrer Aufstellung ein Zeichen gesetzt und mit Vanessa Bernauer, Jana Brunner, Vanessa Bürki und Cinzia Zehnder im Vergleich zum ersten Spiel auf vier neue Kräfte gesetzt.

Die Partie bot alles, was Fussball attraktiv macht: Stimmung, Zweikämpfe, Leidenschaft, umstrittene Schiedsrichterentscheide und drei schön herausgespielte Tore. Die Schweizerinnen hielten von der ersten Minute an dagegen. Symbolisch für ihren Kampfgeist stand Captain Lara Dickenmann: Die filigrane Technikerin hielt sich nicht zurück, kassierte bereits in der Startphase die gelbe Karte und bekundete in der Schlussphase Glück, dass sie wegen eines harten Tacklings nicht vom Platz musste.

Mit Mentaltraining zurück auf die Siegerstrasse

Mit intensiven Gesprächen hatten die Schweizerinnen das Debakel gegen Österreich aufgearbeitet. «Wir haben gesprochen, korrigiert, provoziert und ein paar unangenehme Fragen gestellt», sagte Voss-Tecklenburg. Die Spielerinnen nahmen die Hilfe des Mentaltrainers in Anspruch, sprachen Probleme aber auch direkt untereinander an. «Dieser Prozess funktioniert in diesem Team», sagte Dickenmann.

Gegen Frankreich folgt nun der noch grössere Härtetest. In der Begegnung mit der Nummer drei der Welt am Mittwoch reicht der Schweiz nach dem 1:1 zwischen Österreich und Frankreich nur ein Sieg, um die Runde der letzten acht zu erreichen. «Für uns ist die Partie wie ein Achtelfinal», sagte Voss-Tecklenburg, «wir wissen, dass alles zusammenkommen und der Gegner etwas schwächeln muss.» (sda)