Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Frank Marti – ein begnadeter Erzähler ist verstummt

Frank Marti prägte über Jahrzehnte die Sportberichterstattung in unserer Region – aber auch weit darüber hinaus. Nun ist er 92-jährig verstorben.
Cyril Aregger, Albert Krütli und René Leupi
Frank Marti war nicht nur ein angesehener Journalist, sondern auch ein passionierter Klavierspieler. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 29. Januar 2016))

Frank Marti war nicht nur ein angesehener Journalist, sondern auch ein passionierter Klavierspieler. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 29. Januar 2016))

Frank Marti ist nur fünf Tage vor seinem 93. Geburtstag am vergangenen Samstag verstorben. Der Luzerner war von 1974 bis 1991 Sportredaktor beim damaligen «Vaterland», zuvor war er als freier Journalist für verschiedene Zeitungen tätig. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1991 lebte Frank seine Leidenschaft, den Sportjournalismus, bis zu seinem Tod weiter. Mit viel Akribie berichtete er für unsere Zeitung über das regionale Sportgeschehen in den Sportarten Tennis, Tischtennis und Curling. Frank war ein absoluter Kenner dieser Szene, fand dabei auch bis zu seinem Tod den Draht zu den jungen Sportlern – noch vor 14 Tagen lieferte er unserer Zeitung seinen letzten Artikel. Es verging in den letzten 30 Jahren kein Wochenende, ohne dass Frank nicht in die Tasten gegriffen hätte.

Frank Marti war Organist und Leiter mehrerer Chöre in der Region Luzern, ehe er hauptberuflich in den Journalismus wechselte. Hier war er bei vielen Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen als Berichterstatter vor Ort, seinen ersten Bericht über ein Fussballspiel schrieb er gleich an der Weltmeisterschaft 1954 über das Spiel Schweiz gegen England (0:2). Neben dem Fussball machte er sich vor allem in den Sportarten Ski, Rudern und Tennis schweizweit einen Namen als kritischer, aber stets fairer Journalist.

Der passionierte Klavierspieler war immer am Puls des Geschehens: Ob beim FC Luzern, der Schweizer Fussballnationalmannschaft, im Ski-Weltcup zu Zeiten von Bernhard Russi, Roland Collombin, Ingemar Stenmark und Erika Hess, im Tennis bei den grössten Erfolgen von Heinz Günthardt oder aber beim legendären Rasenturnier in Wimbledon. Der ehemalige Sportchef des «Vaterland» war ein konsequenter, akribischer Ausbildner, der damit auch Generationen von Sportjournalisten geprägt hat.

Spezieller und charaktervoller Schreibstil

Mit seinem gepflegten Schreibstil, seinen sachlichen Analysen und seinem fairen Umgang war er nicht nur bei unseren Lesern, sondern auch bei den Sportlerinnen und Sportlern äusserst beliebt und geschätzt. Frank verfügte über ein immenses Wissen, war nicht der Journalist, der Boulevardgeschichten ins Blatt rückte. Er lieferte zuverlässig Fakten und Hintergründe, analysierte treffend das Geschehen und war ein begnadeter Erzähler mit viel Freude und Spass an der deutschen und der französischen Sprache.

Der Sport und der Journalismus hielten Frank Marti jung. Er erlernte nach der Pension die nötige Computertechnik, glänzte bis zum Tod mit seinen fundierten Recherchen und seinem speziellen, charaktervollen und auf Fakten geprägten Schreibstil. Sport war für Frank Marti mehr als nur eine Leidenschaft. Sport bestimmte sein Leben. Tag für Tag, Wochenende für Wochenende – 70 Jahre lang. Frank hat im Sportjournalismus generell und im regionalen Sport im Speziellen tiefe Spuren hinterlassen.

Mit Frank Marti verliert unsere Zeitung, aber auch die regionale Sportszene eine aussergewöhnliche Persönlichkeit. Er war ein feiner, liebenswerter Mensch mit einer seltenen Affinität zum Sport. Wir vermissen Frank Marti schmerzlich. Seiner Familie wünschen wir in dieser schweren Zeit viel Kraft.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.