Fortitudos verpasste Chancen

Fortitudo Gossau verliert auswärts gegen Kadetten Schaffhausen mit 26:33 und hat wohl nur noch theoretische Chancen, sich für die Finalrunde zu qualifizieren. Die St. Galler überzeugen defensiv, spielen aber im Angriff zu wenig konsequent.

Christof Krapf/Schaffhausen
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Claudio Badertscher erzielte für Gossau acht Treffer. (Archivbild: Urs Jaudas)

Claudio Badertscher erzielte für Gossau acht Treffer. (Archivbild: Urs Jaudas)

HANDBALL. Manch ein Spieler von Fortitudo Gossau trauerte auf dem Weg in die Garderobe wohl den verpassten Chancen im Angriff nach. Die Ostschweizer verloren gegen den Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen deutlich mit 26:33. Gemessen an der Leistung der Ostschweizer, wäre aber mehr möglich gewesen. Zumal die Schaffhauser gegen Gossau auf zahlreiche Schlüsselspieler wie Rares Jurca, Aleksandar Stojanovic, Marko Mamic oder Leszek Starczan verzichten mussten. Stattdessen bot Kadetten-Coach Urs Schärer mit Sergio Muggli und Dimitrij Küttel zwei Spieler aus dem NLB-Kader auf.

Fortitudo überzeugte im Auswärtsspiel vor allem in der Verteidigung mit einem kämpferischen Auftritt. Zudem konnten sich die Gossauer auf ihren Goalie Holger Hug verlassen, der zahlreiche freie Würfe der Schaffhauser abwehrte. Die Kadetten hatten phasenweise grosse Mühe, gegen die Ostschweizer Defensive zum Erfolg zu kommen. So erzielte der Schweizer Meister fünf seiner ersten zehn Treffer mit einem Siebenmeter. Fortitudos Probleme lagen in der Chancenauswertung: Alleine in der ersten Halbzeit vergaben die Ostschweizer drei Penalties, scheiterten mit zwei Kontern und Claudio Badertscher traf zweimal freistehend vom Kreis nicht. Badertscher fand jedoch in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel und erzielte insgesamt acht Treffer.

Prieto macht den Unterschied

Normalerweise sind solche vergebenen Möglichkeiten eine Einladung an den Gegner, mit Kontern rasch davonzuziehen. Fortitudo erkämpfte sich aber immer wieder den Anschluss und die Partie war zur Pause beim Stand von 12:11 fast ausgeglichen. In der zweiten Halbzeit machten aber zwei Spieler der Kadetten den Unterschied: Der nach der Pause eingewechselte Goalie Arunas Vaskevicius brachte die Ostschweizer phasenweise fast zur Verzweiflung und wehrte in der zweiten Halbzeit 15 Bälle ab. Im Angriff war es Carlos Prieto – der Kreisläufer spielte in der vergangenen Saison noch beim Champions-League-Dritten Kopenhagen –, der für die Tore verantwortlich war. Der Spanier erzielte in den ersten 14 Minuten der zweiten Halbzeit fünf Treffer.

Am Ende fehlt Gossau die Kraft

Trotz Prietos Toren lag Gossau sieben Minuten vor Schluss nur 21:24 im Hintertreffen. Denn Schaffhausen zeigte eine diskrete Leistung, kämpfte kaum und beging viele Fehler. In der Schlussphase fehlte den Ostschweizern spürbar die Kraft, um die Wende noch herbeizuführen. Die Kadetten nutzten diese Phase aus, erhöhten innerhalb von zwei Minuten ihren Vorsprung von 27:23 auf 31:24 und entschieden damit die Partie.

Nach der Auswärtsniederlage hat Fortitudo im abschliessenden Hauptrundenspiel morgen zu Hause gegen St. Otmar nur noch theoretische Chancen auf die Finalrundenqualifikation. Die Ostschweizer müssen das Derby gewinnen und gleichzeitig auf einen Niederlage von Bern Muri auswärts gegen Stäfa hoffen.

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