Fortitudos grosse Herausforderung

Fortitudo Gossau steht vor einer schwierigen NLA-Saison. Leistungsträger der vergangenen Saison sind nicht mehr dabei, die neuen Spieler treten in grosse Fussstapfen. Heute um 18 Uhr tritt Gossau auswärts gegen Pfadi Winterthur zum ersten Meisterschaftsspiel an.

Daniel Good
Drucken
Teilen
Jan Keller Sportchef Fortitudo Gossau (Bild: Urs Jaudas)

Jan Keller Sportchef Fortitudo Gossau (Bild: Urs Jaudas)

HANDBALL. Schon siebenmal nacheinander hat es Fortitudo Gossau geschafft, sich in der NLA zu halten – obschon der Club meistens mit dem kleinsten Budget wirtschaftete. Mit Kampfkraft und Wille zwangen die St. Galler manch höher eingeschätzten Gegner in die Knie. Auch in der heute beginnenden Saison müssen sich die Gossauer ihrer Tugenden besinnen. Mit Philipp Näf und Bruno Kozina werden zwei Leistungsträger fehlen, die auch in der Lage waren, spielerische Glanzlichter zu setzen. Näf ist aus beruflichen Gründen zurückgetreten, der Kroate Kozina wechselte zum Aufsteiger RTV Basel. Die Basler werden zusammen mit Stäfa die Hauptkonkurrenten der Gossauer im Kampf gegen den Abstieg sein.

Kleinstes Budget

Basel verstärkte sich mit dem ehemaligen Schaffhauser Rares Jurca, Stäfa holte unter anderen den ehemaligen Gossauer Topskorer Mirko Milosevic und den früheren St. Otmar-Spieler Marius Lepp. Gossau verpflichtete auf die neue Saison hin Andreas Wild von St. Otmar, Lucius Graf von GC Amicitia Zürich, Jonas Mächler aus Stäfa und Goalie Simon Kindle von Pfadi Winterthur. Grosse Hoffnungen ruhen insbesondere auf dem 24jährigen Graf, der im Rückraum neue Impulse geben soll. Graf erhält in Gossau die Chance, ein Leistungsträger zu sein. Mächler ist ein defensiv starker Kreisläufer und ehemaliger Schweizer U21-Auswahlspieler. Wild war während acht Jahren für den Stadtclub aktiv, und der 23jährige Kindle gilt als bester junger Goalie der Schweiz. Mit Routinier Holger Hug soll Kindle ein überdurchschnittliches Gespann bilden.

Gossau reduzierte den Aufwand für die erste Mannschaft nochmals um 30 000 auf nun 350 000 Franken. «Wir haben das mit Abstand kleinste Budget in der NLA», sagt Gossaus Sportchef Jan Keller. «Es wird schwierig, aber es sollte reichen, um in der NLA zu bleiben.» Mit dem Deutschen Christoph Piske und Hug stehen nur noch zwei Ausländer im stark verjüngten Gossauer Team. Seit der Promotion der Gossauer 2008 ist mit Ausnahme von Stäfa der Aufsteiger immer direkt abgestiegen.

Happiges Startprogramm

Zu Beginn der Saison steht Fortitudo den vier wohl stärksten Schweizer Mannschaften gegenüber. Heute um 18 Uhr spielen die Gossauer auswärts gegen Pfadi Winterthur, am kommenden Mittwoch folgt die Partie gegen St. Otmar. Nach dem Derby trifft Gossau auf Titelverteidiger Kadetten Schaffhausen und Wacker Thun. «Wir wollen diese Teams ärgern», sagt der Gossauer Trainer Rolf Erdin.