Der Playoff-Final ist das Ziel der Gossauer Handballer: Fortitudo will weiterrollen

Gossau bestreitet zum Auftakt ins neue Jahr das Ostschweizer Derby gegen Kreuzlingen.

Ives Bruggmann
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Der Gossauer Yannick Harder (Mitte) erzielte im Hinspiel gegen Kreuzlingen vier Treffer aus fünf Versuchen.

Der Gossauer Yannick Harder (Mitte) erzielte im Hinspiel gegen Kreuzlingen vier Treffer aus fünf Versuchen.

Bild: Ralph Ribi, (Gossau, 7. September 2019)

Es war ein denkbar ungünstiger Start in die NLB für Fortitudo Gossau: Gegen den HSC Kreuzlingen verlor der ambitionierte NLA-Absteiger Anfang September das Auftaktspiel in der neuen Liga deutlich mit 25:32. Und das ausgerechnet gegen den Ostschweizer Derbygegner, der seinerseits erst kurz zuvor aus der 1. Liga aufgestiegen war.

Doch den Fehlstart haben die Fürstenländer in den restlichen 13 Partien mehr als wettgemacht. Zuletzt gewann Fortitudo Gossau fünf Spiele nacheinander. Vor allem die Offensive um den ehemaligen NLA-Topskorer Lucius Graf kam ins Rollen. Die Statistik belegt: Graf, Davin Ammann, Yannick Harder und Co. erzielten in den ersten 14 Partiender Hauptrunde die meisten Treffer aller Teams. «Die Statistik mit den erzielten Treffern interessiert mich weniger als jene mit den zugelassenen», sagt Trainer Oliver Roth. In der Defensive rangiert Fortitudo in dieser Hinsicht nur auf dem fünften Platz. Gegen Ende des Jahres funktionierte das Deckungssystem immer besser. «Wir bringen es mittlerweile hin, dass wir ein unangenehmer Gegner sind», sagt Roth.

Das Warten auf den Dominoeffekt

Bis dahin sei es aber ein Weg mit Höhen und Tiefen gewesen. Der eigentlich so breite Kader Gossaus wurde nach vielen Verletzungen immer dünner. Zudem hatten die langjährigen NLA-Handballer einen Fehlstart zu verdauen. Doch genau in dieser Phase fanden die Gossauer den Rhythmus. «Die Spieler mussten erleben, wie es ist, als Favorit zu verlieren», sagt Roth über die Anfangszeit in der zweithöchsten Liga. Schritt für Schritt setzten die Spieler des Trainers Vorgaben besser um und erarbeiteten sich so das so elementare Selbstverständnis. «Es mussten einige Räder ineinandergreifen», so Roth. Und es brauche nur wenig, damit der Dominoeffekt ausgelöst werde. Manchmal sei es eine Goalieleistung, manchmal eine harmonierende Offensive.

Gute Physis, kühler Kopf

In der Vorbereitung legte der Trainer grossen Wert auf die Physis. «Es werden immer mehr Spiele in der Schlussphase entschieden», sagt Roth. «Deshalb ist es wichtig, in diesen Situationen bereit zu sein.» Nur dann könne man auch einen kühlen Kopf bewahren.

Fortitudo startet von Platz drei aus in die letzten zwölf Partien der Hauptrunde. Das erklärte Ziel ist der Playoff-Final der der besten zwei Teams. Der Sieger dieses Finals steigt direkt in die höchste Liga auf. Die Barrage, in der auch Fortitudo Gossau des öfteren teilnahm, gibt es bekanntlich nicht mehr. «So weit denke ich noch nicht», sagt Roth, der vorderhand in den Playoff-Final will. «Solche Spiele machen einfach Spass. Das ist unsere Motivation.»

In der ersten Partie nach der EM-Pause ist wie zu Saisonbeginn Kreuzlingen der Gegner. Das Ostschweizer Derby beginnt am Samstag um 18 Uhr in der Sporthalle Egelsee. «Wir haben etwas gutzumachen», sagt Roth, der die Leistung im Hinspiel als «ganz schlecht» bezeichnet. Doch mit dem Selbstvertrauen aus fünf Siegen in Serie weiss Roth genau, was es braucht, um erfolgreich zu starten. Gelingt das, würden die Gossauer dort anknüpfen, wo sie im Dezember aufhörten.