Fortitudo tanzt zum Sieg

Fortitudo Gossau gelingt im ersten Handball-Derby der Saison eine Überraschung. Die Gossauer besiegen St. Otmar nach einer eindrücklichen Leistung mit 23:21 (10:7).

Fritz Bischoff
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Fortitudos Christoph Piske nimmt Mass, Jakub Szymanski kann ihn nicht am Torschuss hindern. (Bild: Michel Canonica)

Fortitudos Christoph Piske nimmt Mass, Jakub Szymanski kann ihn nicht am Torschuss hindern. (Bild: Michel Canonica)

HANDBALL. Die letzten Minuten der Partie zwischen Gossau und St. Otmar waren Sinnbild für das gesamte Spiel und dessen Verlauf. Obwohl der Sieg der Gastgeber noch nicht feststand, gingen die Spieler mit ihrem Publikum begeistert und emotional mit. Es herrschte Aufbruch- und Siegesstimmung. Gegenteiliges bei St. Otmar. Wohl bemühte sich der Favorit, mit letzten Kräften sich gegen die drohende Niederlage aufzubäumen, doch wirklich überzeugend wirkte dies auf dem Feld nicht und noch weniger auf der Auswechselbank. Da herrschte Trübsal mit hängenden Köpfen. Diese Gegensätze wurden in den Schlusssekunden der Begegnung und nach deren Ende noch deutlicher. Von Standing Ovations des heimischen Publikums begleitet, tanzten die Gossauer über das Spielfeld. Sie konnten kaum glauben, dass ihnen die riesige Überraschung mit dem 23:21-Derbysieg gelungen war.

Defensive Meisterleistung

«Es ist ein unbeschreiblich herrliches Gefühl, diesen Kampf gewonnen zu haben, denn dies hat uns sicher kaum jemand zugetraut», strahlte der Gossauer Kreisläufer Lorenz Bösch, der defensiv und offensiv eine hervorragend Leistung gezeigt hatte. Sein Engagement war sinnbildlich für sein ganzes Team. Dieses spielte von Beginn weg eine sehr offene Deckung, bei der der Gegner zum Teil schon auf zehn bis zwölf Metern in seinen Angriffsaktionen gestört wurde. «Wir wussten, dass Gossau so decken würde, doch ist es uns nicht gelungen die Gegenmittel umzusetzen. Unsere Abläufe funktionierten praktisch nie», resümierte Jakub Szymanski ratlos wirkend.

Gossau mit starkem Start

Erst mit dem zwölften Angriff glückte St. Otmar bei der 4:0-Führung der Gossauer in der 13. Minute durch Jakub Szymanski der erste Treffer. Acht Fehlwürfe hatten die Gäste bis dahin zu verzeichnen. Hätte nicht Torhüter Martin Galia bis zu diesem Zeitpunkt schon ein halbes Dutzend an Bällen abgewehrt, hätte der Vorsprung der Gossauer durchaus vorentscheidend sein können. Doch die Gastgeber sündigten in ihrer Chancenauswertung. Die zehn Treffer bis zur Pause verdeutlichen dies. Das Paradestück von Fortitudo war die Defensivarbeit. Dass in den ersten 30 Minuten dem Gegner nur sieben Treffer zugestanden wurden, stellt der offensiven Verteidigungsarbeit ein sehr gutes Zeugnis aus, der Chancenauswertung des Favoriten hingegen ein schlechtes.

Gossau einmal im Rückstand

Wer vermutete, dass sich die Dinge in der zweiten Halbzeit der erwarteten Papierform annähern würden, sah sich vorerst bestätigt. Bereits in der 35. Minute gelang St. Otmar durch Vedran Banic der 11:11-Ausgleich und in der 44. Minute führte St. Otmar gar erstmals. Doch das 14:13 sollte die einzige Führung des Favoriten bleiben. Gossau mobilisierte ungeahnte Kräfte und holte die Führung mit bis zu drei Toren Vorsprung (18:15, 19:16) zurück. St. Otmar wirkte wieder hilflos. «Die kämpferische Einstellung stimmt, aber wir waren im Kopf blockiert», ärgerte sich Szymanski. Gossau dagegen konnte sich einfach nur freuen, aber auch stolz sein. «Dass wir ohne Druck antreten und spielen konnten, sprach sicher für uns. Irgendwie erstaunlich war aber selbst für uns, dass wir kräftemässig durchgehalten haben. So ist der Sieg noch schöner», freute sich Lorenz Bösch.