FORMEL 1: Vasseur folgt auf Kaltenborn

Sein Engagement war schon vor drei Wochen als perfekt betrachtet worden, nun hat sein neuer Arbeitgeber die Bestätigung folgen lassen: Frédéric Vasseur ist ab Montag Teamchef und CEO von Sauber.

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Frédéric Vasseur, der die Nachfolge der freigestellten Österreicherin Monisha Kaltenborn antritt, nimmt seine Arbeit in Hinwil am Montag nach dem Grand Prix von Grossbritannien auf. An diesem Wochenende in Silverstone werden wie zuletzt in Baku und in Spielberg Teammanager Beat Zehnder und der Technische Direktor Jörg Zander für die Equipe verantwortlich sein.

Die Vakanz auf dem Chefposten hatte bereits zu Spekulationen geführt, der 49-jährige Vasseur werde das Amt nicht antreten. Zutreffend war, dass sie in Hinwil gemäss Zehnder die Zeit genutzt haben, um mit weiteren Kandidaten Gespräche zu führen – mit dem Ergebnis, den Fran­zosen Vasseur als geeignetsten Mann für die schwierige Aufgabe zu eruieren. «Die langjährige und erfolgreiche Karriere von Frédéric Vasseur in Spitzenpositionen im internationalen Motorsport spricht für sich», wird Verwaltungsratspräsident Pascal Picci in einem Communiqué zitiert.

Vasseur seinerseits spricht von Stolz, der Sauber Motorsport AG beizutreten. «Mich beeindrucken in Hinwil die Anlagen sowie die talentierten, fähigen und ­ambitionierten Mitarbeiter. Ich freue mich sehr darauf, das Team mit meiner Erfahrung und Zielstrebigkeit zu ergänzen und alle in die richtige Richtung zu führen.» An Arbeit wird es Vasseur nicht mangeln. Zum einen geht es darum, die nach wie vor ungenügende Performance des aktuellen Autos innert nützlicher Frist weiter zu verbessern. Zum andern hat er sich zusammen mit den Technikern des Baus des Wagens im Hinblick aufs kommende Jahr angenommen.

Muss Vasseur neuen Motorenpartner suchen?

Bewahrheiten sich die Gerüchte, nach denen Honda die ab der kommenden Saison vorgesehene Zusammenarbeit als Lieferant des Antriebsstrangs für beendet erklärt hat, kommt auf Vasseur die zusätzliche Mammutaufgabe zu, sich nach einem Motorenpartner umzusehen.

Vasseur bringt grosse Erfahrungen im Automobilrennsport mit. Bis im Januar war er als Teamchef bei Renault in der Verantwortung. Bei den Franzosen war er nach einem knappen Jahr zurückgetreten. Grund für den Abgang waren offenbar Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Führungsstruktur. Zuvor hatte sich Vasseur vor allem in Nachwuchsserien einen Namen gemacht. Unter anderem führte er Nico Rosberg 2005 und Lewis Hamilton 2006 in der GP2-Serie zum Titelgewinn. (sda)