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FORMEL 1: Neue Ausgangslage ein Jahr nach "Cap-Gate"

Vor einem Jahr erlebte Nico Rosberg in Austin das wohl bitterste Rennen seiner Formel-1-Karriere. Nun bietet sich ihm an gleicher Stätte die Chance, die WM-Führung auf mindestens 40 Punkte auszubauen und Lewis Hamilton vorentscheidend zu distanzieren.
Nicht immer jubelten Nico Rosberg (links) und Lewis Hamilton so einträchtig wie vor zwei Wochen nach dem GP von Japan. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))

Nicht immer jubelten Nico Rosberg (links) und Lewis Hamilton so einträchtig wie vor zwei Wochen nach dem GP von Japan. (Bild: FRANCK ROBICHON (EPA))

25. Oktober 2015, nur noch wenige Augenblicke bis zur Siegerehrung in der texanischen Hauptstadt: Nico Rosberg sitzt mit einem Blick ins Leere gedankenversunken in einem breiten Stuhl, zwei Meter neben ihm greift sich Lewis Hamilton von einem Tisch die Kappe mit der "1", wirft danach jene mit der "2" seinem Mercedes-Teamkollegen zu. Sofort schleudert dieser die Mütze entnervt in Richtung Hamilton zurück.
Diese von TV-Kameras eingefangene Szene in Austin schlug vor einem Jahr kurzzeitig hohe Wellen, britische Medien stilisierten sie zu "Cap-Gate" hoch. Weiter auseinander hätten die Gefühlswelten der beiden Fahrer an jenem Oktober-Sonntag kaum sein können. Der eine, Hamilton, errang mit seinem 43. GP-Sieg vorzeitig seinen dritten WM-Titel. Für den anderen, Rosberg, blieb zweimal Platz 2. Zuvor im Rennen hatte Hamilton seinen Teamkollegen zuerst mit einem harten Manöver von der Strecke gedrängt, später − nach der vierten und letzten Rennneutralisation − unterlief dem wieder in Führung liegenden Rosberg sieben Runden vor Schluss ein folgenschwerer Fehler.

Andere Rollen
Einmal mehr war der Glamour-Boy der Formel 1 obenauf, für Rosberg indes blieb im Titelkampf wie schon 2014 nur der 2. Platz. Und viele fragten sich, ob der Deutsch-Finne jemals aus dem Schatten Hamiltons würde heraustreten können. Am dreimaligen Champion als Teamkollege sind schliesslich bereits ehemalige Weltmeister wie Fernando Alonso und Jenson Button zerbrochen. "Es ist einfach das Schlimmste, mein Teamkollege zu sein", meinte Hamilton nach dem letztjährigen Titelgewinn lapidar.

Ein Jahr später präsentiert sich die Ausgangslage an gleicher Stätte völlig anders − mit Rosberg auf einer Erfolgswelle und mit Hamilton als trotzigem Herausforderer, der zusehends Nerven und ungeahnte Schwächen zeigt. 33 Punkte beträgt der Vorsprung Rosbergs vor dem Grand Prix der USA an diesem Wochenende. Aus eigener Kraft kann Hamilton bei maximal noch 100 zu vergebenden Punkten nicht mehr Weltmeister werden; er ist auf Missgeschicke seines Teamgefährten angewiesen. Diesem wiederum genügen zum erstmaligen Titelgewinn drei 2. Plätze und ein 3. Rang.

"Heimrennen" für Hamilton
Er werde nicht zurückstecken, zeigte sich Hamilton vor dem viertletzten Rennen betont kämpferisch. Einen besseren Ort, das Ruder im Titelkampf möglicherweise doch noch einmal herumreissen zu können, gibt es für den 31-Jährigen nicht. Der Circuit of the Americas erwies sich für ihn bislang nicht nur aufgrund der letztjährigen Titelfeier als gutes Pflaster. Viermal wurde dort ein Grand Prix ausgetragen, dreimal hiess der Sieger Hamilton. "Es ist fast so, als ob die amerikanischen Fans mich als einen der Ihren adoptiert hätten. Ich werde versuchen, aus ihrer positiven Energie Kraft zu schöpfen."

Positive Energie verspürt derzeit vor allem Rosberg. Vier der letzten fünf Rennen konnte er für sich entscheiden, vor einem Monat eroberte er die WM-Führung von Hamilton zurück. Die Rückschläge im Juli (57:100 Punkte gegenüber dem Briten) steckte er weg und entwickelte auf und neben den Circuits eine bei ihm zuvor kaum gesehene Selbstsicherheit − ohne über den Titel zu sprechen. "Rosberg macht in diesem Jahr einfach den entschlosseneren Eindruck. Die letzten zwei Jahre gegen Hamilton haben ihn stärker werden lassen", stellt der ehemalige Schweizer Formel-1-Fahrer Marc Surer gegenüber dem TV-Sender "Sky" fest.
Vor 16 Jahren fuhren die beiden Gleichaltrigen gemeinsam für das Kartteam von Nicos Vater Keke. Ihre Karrieren in der Königsklasse verliefen später jedoch völlig unterschiedlich. Erst fünf Jahre nach Hamilton errang Rosberg seinen ersten Sieg; stets beendete er ein WM-Jahr hinter dem dreimaligen Weltmeister. Dies dürfte sich heuer ändern. Schon am Sonntag in einer Woche in Mexiko würde die Weltmeister-Party für Rosberg steigen, sollte dieser in den nächsten beiden Rennen 17 Punkte mehr gewinnen als Hamilton. Für Rosberg wäre es dann sicherlich nicht das Schlimmste, Teamkollege eines entthronten Weltmeisters zu sein. (SDA-ATS/ebe/x)

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