FORMEL 1: Hamilton gewinnt in Montmelo

Lewis Hamilton feiert im Grand Prix von Spanien seinen 55. Sieg, den zweiten in dieser Saison. Auch im Sauber-Ferrari-Lager herrscht endlich wieder einmal Freudenstimmung: Pascal Wehrlein wird Achter.

Mario Casanova (sda)
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Marcus Ericsson (Bild) gewann auf seinem Sauber zwar nicht die Punkte, dafür aber sein Teamkollege Pascal Wehrlein. (Bild: Manu Fernandez/AP)

Marcus Ericsson (Bild) gewann auf seinem Sauber zwar nicht die Punkte, dafür aber sein Teamkollege Pascal Wehrlein. (Bild: Manu Fernandez/AP)

Mario Casanova (SDA)

Vor zwei Wochen in Sotschi liess sich der deutsche Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel am Start vom späteren Sieger Valtteri Bottas im Mercedes übertölpeln. Gestern in Montmelo «revanchierte» sich Vettel, als er vom zweiten ­Startplatz aus Pole-Mann Lewis ­Hamilton keine Chance liess und der Konkurrenz davonfahren konnte. Ausgerechnet Bottas war es dann, der «Schützenhilfe» für Hamilton leistete. Der Finne konnte den im Kanton Thurgau lebenden Deutschen nach dessen erstem Boxenstopp mit abgefahrenen Reifen zwei Runden lang ärgern und aufhalten. Die zweite Szene, von der Hamilton profitieren konnte, passierte nach dem Ausfall von Stoffel Vandoorne. Weil der McLaren-Honda des Belgiers aus der Gefahrenzone gebracht werden musste, befahl die Rennleitung den «Virtuellen Safety Car» (VSC). Der dreifache Weltmeister Hamilton nutzte die letztmögliche Gelegenheit, um während dieser VSC-Phase auf weiche Reifen zu wechseln. So konnte er einige Sekunden gegen den zwischenzeitlichen Leader gutmachen, weil Vettel seinen Reifenstopp zum Wechsel auf die viel härtere Medium-­Mischung erst wieder nach der Renn­freigabe vollziehen konnte. Vettel konnte zwar bei der Boxenausfahrt seine Führung hauchdünn und mit Feindberührung mit Hamilton behaupten, musste sich aber kurz darauf mit den ­härteren Reifen in der 44. Runde überholen lassen. «Ich hatte keine Chance, er fuhr einfach an mir vorbei.»

Nur drei Fahrer in der gleichen Runde

Mit Vettel und Hamilton, der als erster Fahrer seit elf Jahren zum zweiten Mal nach 2014 den GP von Spanien gewinnen konnte, stand Daniel Ricciardo auf dem Podest. Der australische Red- Bull-Fahrer feierte in seinem 114. WM-Rennen den 19. Podestplatz, er war überdies noch der einzige Pilot, der nicht überrundet wurde. Für zwei andere Fahrer, die auf dieser Strecke schon gewonnen haben, war das Rennen nach einer Runde bereits vorbei. Kurz nach dem Start berührten sich Bottas, Max Verstappen, der Sieger von 2016, und Kimi Räikkönen, der Sieger von 2008. Bottas konnte weiterfahren und schied später in der 39. Runde mit einem Motorschaden aus, bei Räik­könens Ferrari und Verstappens Red Bull-Renault gingen die Aufhängungen kaputt. Räikkönens Ausfall brachte einen kleinen Jungen auf der Haupttribüne zum Weinen. Dessen bitteres Tränenvergiessen wurde weltweit am TV gezeigt. Die Ferrari-Crew reagierte herzlich und holte den Knirps kurzerhand in die Box, wo er sich persönlich vom finnischen Fahrer trösten lassen durfte.