Forfaitniederlage im Cup definitiv, dafür neu Forfaitsieg in der Meisterschaft: Beim SC Brühl geht es vor dem Saisonstart drunter und drüber

Der SC Brühl verliert das Cupspiel vom 8. August definitiv. Dies verfügte die Rekurskommission der Ersten Liga. Dafür gewinnen die St.Galler die Auftaktpartie der Promotion League bei Etoile Carouge nachträglich 3:0. Grund: Die Genfer setzten zu viele nicht in der Schweiz ausgebildete Spieler ein.

Ives Bruggmann
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Brühls Fabio Capone (links), hier in den Farben seines vorherigen Vereins FC Wettswil-Bonstetten, stand am Ursprung der Forfait-Niederlage.

Brühls Fabio Capone (links), hier in den Farben seines vorherigen Vereins FC Wettswil-Bonstetten, stand am Ursprung der Forfait-Niederlage.

Ruedi Burkart

Die Rekurskommission der Ersten Liga hat entschieden. Das Cupspiel zwischen Köniz und Brühl wird definitiv mit 3:0 Forfait für die Berner gewertet. Im Schreiben heisst es:

«Der Rekurs wird abgewiesen.»

So lautet es in der Verfügung der Rekurskommission. Und weiter:

«Dieser Entscheid ist endgültig.»

Die Urteilsbegründung lässt derweil noch auf sich warten. Sie folgt in den kommenden zwei Wochen. «Ich habe es befürchtet», sagt Brühls Sportchef Roger Jäger. Er geht davon aus, dass der nicht vorgezeigte Ausweis des Brühl-Spielers Fabio Capone zu diesem Verdikt geführt habe.

«Das ist überspitzter Formalismus. Deswegen verlieren wir ein Spiel, obwohl niemand gespielt hat, der nicht qualifiziert war. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen.»

Das Komitee der 1. Liga hatte am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, dass das Cupspiel zwischen Köniz und dem SC Brühl vom 8. August (Resultat 0:1) mit 3:0 Forfait zu Gunsten des FC Köniz gewertet wird. Der Grund ist eine Formalität: Ein SCB-Spieler, der handschriftlich auf der Spielerkarte eingetragen war, hatte vergessen, sich gegenüber dem Schiedsrichter mit einem amtlichen Dokument auszuweisen. Damit wäre er gemäss Wettspielreglement nicht spielberechtigt gewesen.

Fehler liegt auch beim Verband

Der SC Brühl legte gegen diesen – für ihn ausserordentlich harten – Entscheid Rekurs ein. Dies, weil der fehlende Ausweis keine böse Absicht gewesen, sondern dem Spieler wie dem Schiedsrichter schlicht untergegangen sei. Kommt dazu, dass der Fehler, wieso der grundsätzlich spielberechtigte Spieler nicht per Computerdrucker eingetragen werden konnte, auf Seiten der Liga liegen soll: In ihrem System ist eine längst abgesessene Sperre des Spielers vor vier Jahren noch nicht gelöscht.

Drei geschenkte Punkte aus Genf

Am Mittwochvormittag erhielt der SC Brühl dennoch eine frohe Kunde: Das Auftaktspiel bei Etoile Carouge gewinnen die St.Galler forfait, also 3:0. Der Entscheid wurde vom Schweizerischen Fussballverband bereits bestätigt. Der Grund: Die Genfer brachten sieben Spieler aufs Feld , die nicht in der Schweiz ausgebildet worden waren, erlaubt sind aber nur deren fünf. Im Gegensatz zur Sachlage bei der Brühler Forfaitniederlage im Cup gibt es in diesem Fall keinen Interpretationsspielraum. Mit einem Rekurs der Genfer ist nicht zu rechnen, haben sie doch auf ihrer Homepage den Fehler bereits eingestanden.

Fussball gespielt wird übrigens auch noch: Am Mittwochabend, um 20 Uhr, im Paul-Grüninger-Stadion, empfängt der SC Brühl im ersten Heimspiel seit zehn Monaten den FC Basel II mit Trainer Alex Frei.