Flüeler wieder in Meisterform

Vom Vorteil Klotens auf der Goalie-Position ist im ersten Spiel der Playoff-Finalserie nichts zu sehen. Der frühere Kloten-Junior Lukas Flüeler, der Torhüter der ZSC Lions, avanciert gar zum Matchwinner.

Rolf Bichsel/Si
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Goalie Lukas Flüeler (links) findet wieder die Form, mit welcher er vor zwei Jahren die ZSC Lions zum Meistertitel geführt hat. (Bild: ky/Ennio Leanza)

Goalie Lukas Flüeler (links) findet wieder die Form, mit welcher er vor zwei Jahren die ZSC Lions zum Meistertitel geführt hat. (Bild: ky/Ennio Leanza)

EISHOCKEY. Dass Lukas Flüeler einer der besten Goalies der Liga ist, weiss man seit zwei Jahren. Damals führte er die ZSC Lions mit einer Fangquote von 94 Prozent zum Meistertitel. Seither wechselte bei den ZSC Lions aber der Trainerstab und das Spielsystem. Marc Crawford lässt offensiver spielen als Bob Hartley vor zwei Jahren. Für den Goalie wurde die Aufgabe schwieriger. Als die Zürcher vor einem Jahr im Halbfinal an Fribourg in fünf Spielen scheiterten, zählte Flüeler wegen zwölf Gegentoren in drei Auswärtsspielen zu den Schwachpunkten. Und im laufenden Playoff wurde Flüeler schon viermal ausgewechselt.

«Diese Auswechslungen waren für mich aber nicht schlimm», sagt Flüeler. «Von aussen mag das für den Goalie nicht gut aussehen. Aber ich machte mir deswegen keine Gedanken. Ich blieb immer positiv.» Er habe immer gewusst, dass er im nächsten Spiel wieder spielen werde. «Und oftmals haben die Wechsel das Team aufgerüttelt. In Genf holten wir im sechsten Viertelfinal beinahe noch einen 0:4-Rückstand auf.»

Auch der Coach ist zufrieden

Mittlerweile will niemand mehr Flüeler auswechseln. Im Hallenstadion feierte er zuletzt drei Shutouts hintereinander. In vier der letzten sechs Heimspiele spielten die ZSC Lions zu Null. Die Fangquote stieg wieder auf 92,67 Prozent. Coach Crawford, der noch in der Viertelfinalserie gegen Lausanne den eigenen Torhüter durch Kritik destabilisierte, schwärmt mittlerweile von dessen Leistungen: «Am Samstag spielte Flüeler so gut wie noch nie in diesem Playoff. Wir zeigten gewiss nicht ein perfektes Spiel, obwohl wir natürlich viele Dinge richtig machten. Wenn dein Torhüter aber derart gut spielt wie jetzt Flüeler, dann gewinnst du fast immer.»

Das Playoff bot den ZSC Lions bislang ein ständiges Auf und Ab. «Zuletzt gelangen uns aber gegen Servette und Kloten zwei Spiele hintereinander ausgezeichnet. Das gibt Selbstvertrauen», so Flüeler. «Jetzt unternehmen wir alles, um ein drittes sehr gutes Spiel anzuhängen.»

Die Saison begann für ihn gut. Im September hatte Flüeler einen Startrekord aufgestellt: kein Gegentor in den ersten 158:57 Minuten der Saison. Dann warf ihn eine Hirnerschütterung zurück. Der 25-Jährige kehrte zwar im November mit dem bereits sechsten Saison-Shutout zurück, spielte aber nicht mehr derart überragend wie im September und Oktober. Erst in den vergangen drei Wochen fand er wieder die Topform. Im Playoff gelangen ihm die Shutouts Nummern acht bis elf.

Shutouts der Mannschaft

«Diese Shutouts gehören aber nicht mir, sondern der Mannschaft», so Flüeler. Im Final ist für ihn noch alles offen. «Kloten forderte uns am Samstag alles ab. Die Partie hätte auch auf ihre Seite kippen können. Wir dürfen nicht ein Prozent nachlassen, sondern müssen nochmals fünf Prozent zulegen. Andererseits ist es sehr schön, jetzt 1:0 zu führen statt 0:1 zurückzuliegen. Das zweite Finalspiel ist für uns aber ein extrem wichtiges.»

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