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Flinker Zuger Martschini fällt auf und ist zum Schweizer Stammspieler gereift

Lino Martschini ist der kleinste Spieler des Turniers. Und in Bratislava an der WM ist bereits Zugs neue, spektakuläre Flügelzange der neuen Saison zu sehen.
Klaus Zaugg, Bratislava
Lino Martschini während einem Training in Bratislava. (Bild: Melanie Duchene/Keystone (13. Mai 2019))

Lino Martschini während einem Training in Bratislava. (Bild: Melanie Duchene/Keystone (13. Mai 2019))

Wladimir Jursinow ist eine Trainerikone. Der 79-jährige Russe aus Moskau lebt in Kloten, wo er einst wirkte. Bei der WM arbeitet er als Berater der Russen. Jeden Morgen macht er seinen Spaziergang durch die Altstadt von Bratislava und plaudert gerne über Gott und die Eishockey-Welt. Sein Akzent der deutschen Sprache hat Kultcharakter. Ja, ja, die Schweizer seien zwar klein, «aber schnell, sehr schnell». Hält inne und fährt fort: «und flink, sehr flink». Das gefällt ihm natürlich. Schliesslich war er einst Nationalstürmer zu Sowjetzeiten.

Klar auch, welcher Spieler ihm punkto Schnelligkeit und Wendigkeit aufgefallen ist: Zugs Lino Martschini (26). Mit 168 Zentimeter der kleinste Spieler dieser WM. Und zum ersten Mal mit WM-Stammplatz im helvetischen Nationalteam. Bei seinen ersten Titelkämpfen 2016 in Moskau ist er nach vier Partien (und einem Assist) noch auf die Tribüne verbannt worden. Nun hat er nach vier Spielen bereits drei Punkte auf dem Konto (1 Tor, 2 Assists).

Überzeugendes Duo mit Hofmann gebildet

Und was die Zuger freut: Martschini bildet mit Grégory Hofmann (26) eine Flügelzange. Das Duo hat bereits vier Treffer erzielt. Hier bei der WM dirigiert Philipp Kuraschew (19) diese ­Flügelzange als Center. In Zug könnte es nächste Saison beispielsweise ein ausländischer Mittelstürmer sein. Und dann müssten eigentlich die gegnerischen Tornetze reissen. So weit mag Lino Martschini denn doch nicht denken. Immerhin sagt er gut gelaunt: «Gregory Hofmann und ich in der gleichen Linie – das wird für unseren Trainer zumindest eine Option sein ...»

Lino Martschini ist zwar im Vergleich zu 2016 nicht grösser oder schwerer oder sichtbar kräftiger geworden. Und doch hat er einen bemerkenswerten Reifeprozess durchlaufen. «Ich versuche, jeden Tag besser zu werden.» Heute wisse er besser, was er für eine optimale Vorbereitung brauche. Es sei zwar wirklich so, dass er nicht an Muskelkraft zugelegt habe. «Aber ich fühle mich wohler und sicherer. Das macht wohl den Unterschied aus.»

Er spricht von einer spielerischen und persönlichen Weiterentwicklung. Im Sommer 2016 nach der WM hat er geheiratet. «Das ist ja wohl auch ein Schritt zu mehr Verantwortung.» Und in Zug sei er in eine wichtigere Rolle hineingewachsen. Er sei zwar kein Mann der grossen Worte, aber inzwischen ergreife er in der Kabine auch mal das Wort. «Das bedeutet allerdings, dass ich auf dem Eis auch eine entsprechende Leistung zu erbringen habe.»

Er hält viel von den Trainern Tangnes und Fischer

Die Entwicklung sieht er auch im Zusammenhang mit dem neuen Trainer Dan Tangnes. Martschini hat ja auch noch führungstechnische Saurier wie Doug Shedden erlebt. Er habe von jedem Trainer profitiert. Aber Dan Tangnes und Nationaltrainer Patrick Fischer seien in ihrer Art die Trainer für die neue Generation. Es werde nicht einfach befohlen. «Beide suchen das persönliche Gespräch, erklären sich.»

Martschini hat bereits in den Playoffs seine Weiterentwicklung bestätigt. 2017, dem Jahr des verlorenen Finals gegen den SCB, buchte er in 16 Playoffpartien 10 Punkte. 2019, dem Jahr des nächsten verlorenen Finals gegen den SCB, steuerte er in 14 Spielen sage und schreibe 17 Punkte bei. Und nun ist der Titel erst recht das Ziel. Nach den Transfers von Leonardo Genoni und Grégory Hofmann wird der Erwartungsdruck ungleich höher sein als 2017 und 2019. «Das ist gut so», sagt Lino Martschini. «Wenn wir eine Siegermentalität entwickeln wollen, dann müssen wir mit höheren Erwartungen umgehen können.»

Im Moment zählt aber die WM. In Bratislava hat Martschini mit der Schweiz noch viel vor.

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