Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Fischer vor dem Examen

Wo steht das Nationalteam? Nach dem 1:4 gegen Tschechien stellt sich diese Frage mehr denn je. Nun muss sich Patrick Fischer bei den Spielern Gehör verschaffen.
Klaus Zaugg, Gangneung
Gegen Tschechien fruchteten die Ansprachen von Trainer Patrick Fischer (hinten) nicht. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Gegen Tschechien fruchteten die Ansprachen von Trainer Patrick Fischer (hinten) nicht. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Klaus Zaugg, Gangneung

Nach der Niederlage gegen Tschechien gibt es ein wenig Anlass zur Sorge. Die Schweizer waren zwar nicht chancenlos. Torhüter Jonas Hiller war heiss. Er hielt das Team lange im Spiel. Zudem hatten die Schweizer genug Powerplays, um früh eine vorentscheidende Führung herauszuholen. Und die hätten sie mit Jonas Hiller ins Ziel retten können. Warum hat es nicht geklappt? Auf die Frage, wie er das Spiel gesehen habe, sagte Nationaltrainer Patrick Fischer mit Sinn für Ironie: «Von ganz nahe.» Um dann selbstkritisch fortzufahren: «Wir haben uns in der eigenen Zone viel zu viele Fehler geleistet und wir haben zu viele Scheiben verloren.» Genau darüber habe man in der Matchvorbereitung gesprochen und genau das habe man vermeiden wollen. «Ich habe es vor dem Spiel gesagt, ich habe es in der ersten Pause gesagt und ich habe es in der zweiten Pause gesagt. Und wenn es dann auch im dritten Drittel nicht besser wird, dann muss ich das auf meine Kappe nehmen.» Wer es polemisch mag: Die Jungs haben dem Chef nicht zugehört.

Der Teufel steckt im Detail und offenbar auch im «Gotthard-Prinzip»: Was der Trainer sagt, geht bei einem Ohr rein und beim anderen wieder raus. So wie die Züge in Göschenen in den Tunnel einfahren und in Airolo wieder hinaus.

Die Schweizer müssen kühlen Kopf bewahren

Wer gegen einen Grossen bestehen will, darf sich nicht so viele Fehler leisten und muss auch unter Druck dazu in der Lage sein, den Puck zu behaupten, und kühlen Kopf bewahren. Es funktioniert nicht, wenn man in Anfällen von gutem Willen wie auf dem Pausenplatz dem Puck nachrennt und die taktischen Pflichten vergisst. Das sahen auch die befragten Spieler so. Keiner suchte nach Ausreden. Jonas Hiller, der das Goalieproblem gelöst hat, monierte die Fehler vor dem zweiten Gegentreffer (zum 1:2). Ausgerechnet Roman Untersander und Eric Blum, zwei Titanen der Verteidigungsarbeit «vergessen» Ambris flinken Stürmer Dominik Kubalik. Ein so liederliches Defensivspiel erlauben sie sich daheim unter dem gestrengen Kari Jalonen nicht. Dem Finnen hören sie offenbar aufmerksamer zu. Wie sagte doch Patrick Fischer? Richtig: die Jungs hätten nicht zugehört. Trotz der Erfahrung aus zwei WM-Turnieren ist Patrick Fischer immer noch ein Zauberlehrling. Eine Lehrzeit sei ihm zugestanden. Es gibt ja auch im eidgenössischen Bildungswesen für viele Berufe eine dreijährige Lehre. Nun steht er mit der Mannschaft hier in Südkorea im dritten Titelturnier. Mit einem Sieg im Achtelfinal morgen gegen Deutschland kann Patrick Fischer seine dreijährige Lehre erfolgreich abschliessen.

Vertrag läuft sicherheitshalber bis 2020

Und wenn das Nationalteam verliert und der Trainer durch die Abschlussprüfung rasselt? Auch das ist kein Problem. Aus dem richtigen Leben wissen wir, dass ein Lehrling, der es mit den Chefs gut kann, auch dann im Betrieb bleiben darf, wenn er durch die Prüfung gefallen ist. Das ist auch bei Patrick Fischer so. Sein Vertrag ist ja vorzeitig und sicherheitshalber bis 2020 verlängert worden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.