Finks Traumjob

Finks Traumjob Neun Jahre hat Thorsten Fink für den FC Bayern München gespielt, bevor er 2006 wegen eines Knorpelschaden gezwungen war, seine Karriere zu beenden. Fink gewann mit Bayern München vier Meistertitel, dreimal den Cup und 2011 die Champions League.

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Als Trainer des FC Basel trifft Thorsten Fink heute in der Champions League auf den FC Bayern. (Bild: eq images/Balazs Beli)

Als Trainer des FC Basel trifft Thorsten Fink heute in der Champions League auf den FC Bayern. (Bild: eq images/Balazs Beli)

Neun Jahre hat Thorsten Fink für den FC Bayern München gespielt, bevor er 2006 wegen eines Knorpelschaden gezwungen war, seine Karriere zu beenden. Fink gewann mit Bayern München vier Meistertitel, dreimal den Cup und 2011 die Champions League. Erstmals seit seinem Weggang aus München trifft er heute in der Königsklasse auf seine alte Liebe – als Trainer des FC Basel.

Dabei war sein Start in der Schweiz im Sommer 2009 noch missglückt: Nach dem 0:2 in St. Gallen kam seine Mannschaft nur schwer in die Gänge. Dieser schwache Auftakt nach zehn Jahren Christian Gross rief die Kritiker auf den Plan. Einige empfanden das Auftreten des Deutschen als unpassend, andere prophezeiten ihm ein schnelles Ende seiner Zeit in der Schweiz. «Anfangs kamen einige mit meinem Selbstvertrauen nicht zurecht», sagt der 43-Jährige.

Noch in Erinnerung ist einer seiner ersten Auftritte im Schweizer Fernsehen, als er Rainer Maria Salzgeber zurecht wies.

Fink spielte 14 Jahre in der Bundesliga. Seine Trainerkarriere startete er bei Bayerns Amateuren. Das gleiche Amt übte er in Salzburg aus, wo er 2007 zusammen mit Giovanni Trapattoni auch die erste Mannschaft coachte. Danach ging er zu Ingolstadt, schliesslich nach Basel.

Der Double-Gewinn gleich in der ersten Saison bestätigte auch Präsidentin Gigi Oeri, die Fink als «Wunschkandidaten» bezeichnet. Das Publikum hat der Trainer mit seinem erfolgreichen und attraktiven Fussball ebenfalls überzeugt. «Ich habe einen Traumjob, der FC Basel ist für mich wie ein Sechser im Lotto», sagt Fink. Er will sich «einen guten Namen machen – in ganz Europa». Deshalb zieht es ihn auch nicht zurück in die Heimat, obwohl schon der eine oder andere Bundesliga-Verein auf den Dortmunder aufmerksam geworden ist.

«Wieso Bundesliga? Es wäre dumm von mir, etwas anderes zu wollen», sagt der Trainer.

Uli Hoeness, der Präsident von Bayern München, sagt über Fink: «Er hatte mit Trapattoni und Hitzfeld ausgezeichnete Lehrmeister. Und er war ein Spieler, der Augen und Ohren offen hielt, der lernbegierig und bereit war, Dinge täglich umzusetzen.» Für Bastian Schweinsteiger sitzt «die grösste Gefahr bei Basel auf der Trainerbank». Allerdings hatte Fink auch schon einen Rückschlag zu verkraften.

In Ingolstadt musste er nach 15 Monaten gehen – obwohl er den Club in die 2. Bundesliga geführt hatte. Auch mit der Königsklasse hat Fink noch eine Rechnung zu begleichen. Bei der legendären Final-Niederlage der Bayern 1999 gegen Manchester United wurde er zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 1:0 eingewechselt – und verursachte die Niederlage mit einem verunglückten Befreiungsschlag mit. 2001 holte er den Titel zwar doch noch. «Aber ich wurde nicht eingesetzt. Hitzfeld war wohl abergläubisch…»

Fink ist in Dortmund als Sohn eines Stahlarbeiters aufgewachsen. Er schloss eine Lehre als Kaufmann ab und unterschrieb mit 21 Jahren den ersten Profivertrag bei Wattenscheid. Fink ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. (pl)