Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fidschi statt EM

Giulia Steingruber beendet die Saison frühzeitig. Ihre Fussverletzung ist so gravierend, dass die Gossauerin auch die EM im kommenden Frühjahr verpassen wird. Nächster Fixpunkt ist die WM in einem Jahr.
Ralf Streule
Giulia Steingruber wird nach der verpatzten Bodenübung an den Olympischen Spielen von Trainer Zoltan Jordanow getröstet. Steingrubers Fussverletzung beendet die Zusammenarbeit der beiden einige Wochen früher als geplant. (Bild: Peter Klaunzer/KEY (Rio de Janeiro, 16. August 2016))

Giulia Steingruber wird nach der verpatzten Bodenübung an den Olympischen Spielen von Trainer Zoltan Jordanow getröstet. Steingrubers Fussverletzung beendet die Zusammenarbeit der beiden einige Wochen früher als geplant. (Bild: Peter Klaunzer/KEY (Rio de Janeiro, 16. August 2016))

Giulia Steingruber tönte nach den Olympischen Spielen in Rio noch sehr zuversichtlich, was den Fortgang ihrer Saison angeht. Sie freue sich auf die restlichen Wettkämpfe, zum Beispiel auf den Swiss Cup vom 6. November im Hallenstadion. «Dort will ich den Schweizer Fans und meinem Trainer Zoltan Jordanow etwas zurückgeben», sagte die damals frischgebackene Olympia-Bronzegewinnerin im Sprung. Von einer Fussverletzung war damals nur am Rande die Rede. Und so staunt man, wenn man nun hört, dass die Ärzte nach den Sommerspielen «einen Teilanriss des Aussenbandes sowie Knochenabsplitterungen im Sprunggelenk» diagnostizierten.

Bereits seit längerem laborierte Steingruber an einer Bänderverletzung im rechten Fuss. Die Schläge, die der Fuss bei der verpatzten Bodenübung im Final in Rio aushalten musste, waren aber schliesslich des Guten zu viel. Als Steingruber nach zwei Wochen Pause wieder ins Trainings einsteigen wollte, zeigte sich, dass sie nicht mehr wie gewünscht belasten konnte. Mit Physiotherapie und zurückhaltendem Training hoffte die Gossauerin auf Besserung. Kaum erhöhte sie das Pensum, brach die Entzündung aber wieder aus. Gestern musste sie nun das Unausweichliche kommunizieren: Sie braucht eine Zwangspause, um sich ganz von ihrer Verletzung erholen zu können. «Die Gesundheit steht im Vordergrund», sagt sie.

Eine Auszeit stand ohnehin an

Im Interview im Schweizer Fernsehen wirkt die 22-Jährige enttäuscht, aber gleichzeitig sehr gefasst. Denn auch wenn eine Verletzung immer ärgerlich ist – der Zeitpunkt der Zwangspause ist für Steingruber nicht der schlechteste. Einerseits stehen für die Maturandin Semesterprüfungen an. Andererseits hatte sie sich schon seit längerem entschieden, nach der anstrengenden Olympiasaison im Winter eine Auszeit zu nehmen und mit einer Freundin eine zweimonatige Reise nach Australien und Fidschi anzutreten.

Aus dem zunächst geplanten vollen Wiedereinstieg ins Training im Januar wird hingegen nichts: Vielmehr wird sie sich im neuen Jahr die Splitter in ihrem Fuss operativ entfernen lassen und danach erst langsam wieder ins Training zurückkehren. Eine Operation vor der Reise sei keine Option, da der Aufbau nach dem Eingriff eng betreut sein muss. «Ich werde nach der Operation viel Geduld brauchen. Drei, vier Monate werden schon vergehen, bis ich wieder voll trainieren kann», so Steingruber. Damit ist auch klar, dass sie die EM in Rumänien im April verpassen wird. Auch das Ziel, im Mehrkampf weiter zuzulegen oder bald ihren neuen Sprung – den Tschussowitina mit einer zusätzlichen halben Schraube – zeigen zu können, ist damit in den Hintergrund gerückt. «Ich denke nicht, dass ich schon 2017 wieder auf dem gleichen Niveau sein werde wie zuletzt.» Das Ziel der Gossauerin ist es dennoch, bis zur WM im September 2017 in Montreal wieder «parat zu sein».

Am Swiss Cup als Co-Moderatorin

Dass ihre Turnkarriere in Gefahr ist, denkt Steingruber nicht. «Es geht für mich sicher noch weiter, ein Leben ohne Kunstturnen kann ich mir nicht vorstellen.»

Am Swiss Cup Anfang November, wo nun Ilaria Käslin mit Pablo Brägger das Team Schweiz 1 bilden wird, wird Giulia Steingruber auf jeden Fall trotz Verletzung mit von der Partie sein. Einerseits als Co-Moderatorin, andererseits aber auch als wichtigster Gast an der Verabschiedung von Jordanow als Frauen-Nationaltrainer. Bereits seit einiger Zeit steht fest, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit Jordanow-Steingruber 2016 enden wird. Nun halt einige Wochen früher als geplant.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.