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Feuz bleibt im Nebel stecken

Titelverteidiger Beat Feuz verpasst in der WM-Abfahrt bei schwierigen Verhältnissen knapp das Podest. Der Norweger Kjetil Jansurd wird Weltmeister und Aksel Lund Svindal erlebt ein Happy End.
Martin Probst, Åre
Kämpft sich bei schwierigen Wettebedingungen über die Abfahrtsstrecke: der Schweizer Beat Feuz. Bild: Christian Bruna/EPA (Åre, 9. Februar 2019)

Kämpft sich bei schwierigen Wettebedingungen über die Abfahrtsstrecke: der Schweizer Beat Feuz. Bild: Christian Bruna/EPA (Åre, 9. Februar 2019)

Es ist der Tag der vielen Geschichten, und man fragt sich, wo man beginnen soll. Bei Beat Feuz, der eine weitere WM-Medaille in der Abfahrt nach Bronze 2015 und Gold 2017 als Vierter um elf Hundertstelsekunden verpasst? Bei Aksel Lund Svindal, der Silber gewinnt und seine Karriere mit einem Happy End krönt? Bei Kjetil Jansrud, der schon so viel gewonnen hat, aber 33 Jahre alt werden musste, um Weltmeister zu werden? Oder doch beim Wetter, das das Rennen beeinflusst hat?

Dem Sieger gebührt die Ehre. Jansrud war bis vor dem Rennen der im Weltcup erfolgreichste Athlet, der nicht Weltmeister ist. 22 Weltcuprennen hat der Norweger gewonnen. Damit liegt er auf Rang 18 in der ewigen Bestenliste und alle 17 Männer vor ihm sind Weltmeister. Nun ist es auch er. Mit 33 Jahren. Und ausgerechnet, als er es am wenigsten erwartete. «Ich war schon so oft bereit für den Titel, aber nie hat es geklappt.» Jansrud stürzte in Kitzbühel im Training und brach sie zwei Knochen in der linken Hand. «Alle sagten mir, dass ich sechs Wochen ausfallen werde. Und ich hatte nur noch im Kopf, dass ich an die WM will.» Der Fokus war für einmal nicht auf die Medaillen gerichtet. Es half.

Zwei Hundertstel war Jansrud schneller als Teamkollege Svindal und verhinderte damit den perfekten Abgang. 2007 wurde Svindal in Åre erstmals Weltmeister. Fast hätte sich der Kreis geschlossen. Trotzdem endet seine Karriere märchenhaft. Seit Wengen war Svindal keine Rennen mehr gefahren. Sein lädiertes rechtes Knie liess es nicht zu. Nur an der WM wollte er es noch einmal versuchten. Der Super-G missriet mit Rang 16. In der Abfahrt folgte das Happy End im letzten Rennen der Karriere.

Seine letzte Abfahrt im Video:

Der Weg von Svindal und Jansurd trennt sich

Der 36-Jährige hat die wichtigsten Titel im Skisport alle gewonnen, oft sogar mehrfach: Olympiagold, WM-Gold, den Gesamtweltcup, Siege in den wichtigsten Rennen. Nur der Triumph in der Abfahrt von Kitzbühel blieb ihm verwehrt. Seine Gesundheit, die ihn nun zum Rücktritt bewegt, liess einen letzten Start nicht zu. «Ich kann damit leben. Mir ist es wichtiger, dass ich auch in Zukunft mit meinem Vater früh am Morgen als Erstes auf die Piste gehen kann, um Ski zu fahren», sagt Svindal.

Ein Champion geht. Stark lädiert aber nicht invalid. «Ich habe es selbst entschieden, und es fühlt sich richtig an», sagt der Norweger. 19 Jahre lang waren Svindal und Jansrud gemeinsam unterwegs. Nun trennen sich ihre Wege. «Natürlich wird sich das komisch anfühlen», sagt Jansrud. «Aber das heute ist ein Fest und keine Beerdigung.»

Keine Lust auf ein Fest hatte Beat Feuz. Der 31-jährige Emmentaler sprach von einem Rennen, das einer WM nicht würdig war. Nebel und Schneefall beeinträchtigen die Athleten stark. Super-G-Weltmeister Dominik Paris sagt: «Man hätte das Rennen nicht starten dürfen.» Svindal sagt: «Es waren schwierige, aber für alle gleiche Verhältnisse.» Feuz war am Ende elf Hundertstelsekunden langsamer als Vincent Kriechmayr. Er sagt: «Heute werden sich drei Athleten freuen und der Rest wird sich ärgern.» Die dritte WM-Medaille in der Abfahrt in Serie blieb Feuz verwehrt. Er sagt:

«Es war ein Blindflug und nicht für alle ganz fair.»

Der Neuschnee machte das Rennen langsam. Ähnlich wie Feuz sahen dies auch andere Fahrer:

Der Ärger von Feuz war aber schnell verfolgen. Seit der Geburt seiner Tochter gibt es eine neue Nummer eins in seinem Leben. Und die ist ihm wichtiger, als eine weitere WM-Goldmedaille.

Resultate

Åre (SWE). Weltmeisterschaften. Abfahrt der Männer: 1. Jansrud (NOR) 1:19,98. 2. Svindal (NOR) 0,02 zurück. 3. Kriechmayr (AUT) 0,33. 4. Feuz (SUI) 0,44. 5. Mayer (AUT) 0,65. 6. Paris (ITA) 0,74. 7. Thomsen (CAN) 0,75. 8. Kilde (NOR) 0,82. 9. Mauro Caviezel (SUI) und Bennett (USA), je 0,83. 11. Innerhofer (ITA) 0,99. 12. Cochran-Siegle (USA) 1,02. 13. Marsaglia (ITA) 1,17. 14. Sejersted (NOR) 1,20. 15. Théaux (FRA) 1,25. – Ferner: 21. Hintermann (SUI) 1,47. 29. Reichelt (AUT) 1,89. 35. Janka (SUI) 2,40. 36. Roulin (SUI) 2,41. – 58 Fahrer gestartet, 57 klassiert.

Der Startnummer-Trick

Fast wäre der Poker von Hannes Reichelt aufgegangen: Er schwänzte die Startnummernvergabe am Freitag und musste darum mit der Nummer 46 in die Abfahrt starten. Oder besser: er durfte. Der 38-jährige Österreicher hoffte, dass die Prognosen eintreffen würden und sich das Wetter im Verlauf des Rennens verbessert. Und tatsächlich wurden die Bedingungen für die hohen Nummern besser, und Reichelt war bei der ersten Zwischenzeit vier Hundertstel schneller als der Sieger, der Norweger Kjetil Jansrud.

Dann aber zerstörte ein Fahrfehler seine Hoffnungen. Reichelt geriet in den Neuschnee neben der Piste und wurde gebremst. Nur Rang 29 war es so am Ende. «Ich wusste, dass die Nummer eins aufgrund des Schneefalls keine Chance haben würde», sagt Routinier Hannes Reichelt. «Und ich habe mich erinnert, dass Bode Miller einst den Trick mit den Startnummern anwendete, um später zu starten.»

Wie funktioniert dieser Trick? Nach aktuellem Reglement dürfen die besten zehn Fahrer in der Weltcupstartliste der Reihe nach eine ungerade Startnummer zwischen 1 und 19 wählen. Reichelt belegte Position 10 und hätte als letzter wählen müssen, was übrig blieb. Und das ist fast immer die Nummer eins. Darum schwänzte er die Vergabe und wurde gemäss Reglement nach hinten versetzt. Hinter die Nummer 45. Und fast hätte es sogar funktioniert und Reichelt wäre der Held gewesen.

Übrigens: Hannes Reichelt ist ein scharfer Kritiker des aktuellen Systems der Startnummernvergabe. Es war für ihn darum auch eine ideale Gelegenheit, gegen das Modell der Nummernwahl zu protestieren. (mpr)

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