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Feuriger FCL wird nicht belohnt

Der FC Luzern hat drei Tage nach dem schwachen Europacup-Auftritt in Piräus im Heimspiel gegen YB ein anderes Gesicht gezeigt. Trotz viel Gegenwehr endet die Partie mit einer 2:3-Niederlage.
Daniel Wyrsch
Blessing Eleke (rechts) erhält für seine Leistung auch vom YB-Trainer Lob. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern 12. August 2018))

Blessing Eleke (rechts) erhält für seine Leistung auch vom YB-Trainer Lob. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern 12. August 2018))

Pascal Schürpf (29) war trotz der unglücklichen 2:3-Heimniederlage gegen den souveränen Tabellenführer Young Boys nach dem Schlusspfiff der begehrteste Spieler bei den Journalisten. Der Linksaussen hatte wieder einmal über 90 Minuten gerackert, die Teamkollegen mit seiner grossartigen Mentalität mitgerissen. Am Schluss stand der Baselbieter enttäuscht in der Mixed Zone und sagte leise: «Ich hätte gerne YB besiegt.»

Das wäre wohl ein um zwei Punkte zu grosser Lohn für den FCL gewesen, der während der ersten 35 Minuten gegen die physisch und spielerisch deutlich überlegenen Berner untendurch musste. Nur mit Glück konnten Goalie Mirko Salvi und seine Vorderleute in der 33. Minute das wohl vorentscheidende 0:2 von Miralem Sulejmani verhindern.

Der Meister aus der Bundeshauptstadt war nach einem Corner von Sulejmani kurz vorher in Führung gegangen: Guillaume Hoarau stellte beim Kopfballtreffer zum 1:0 (24.) seine Lufthoheit einmal mehr unter Beweis. Die Gegenwehr von Marvin Schulz war allerdings zu harmlos, um den grossen Franzosen bei der Torproduktion zu stören.

Schürpf durfte trotzdem feststellen, dass sich die Mannschaft im Vergleich zum schwachen Auftritt am letzten Donnerstag im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Olympiakos (0:4-Niederlage) markant gesteigert hatte. «0:1 lagen wir heute bei dieser Hitze drei Tage nach dem Match von Piräus zurück, bäumten uns dennoch auf», sagte er – stolz aufs wiederentflammte Feuer.

Das Startsignal zur FCL-Aufholjagd gaben der junge Mittelfeldspieler Filip Ugrinic und der neue Mittelstürmer Blessing Eleke vor der Halbzeit mit zwei gefährlichen Aktionen. Vollends ins Spiel fanden die Innerschweizer nach dem Seitenwechsel, als Valeriane Gvilia in der 52. Minute eine starke Kombination über Ruben Vargas und Ugrinic nicht sofort abschloss und den verzögerten Schuss abgelenkt am Tor vorbeifliegen sah.

Den vermeintlichen Ausgleich bejubelten die Luzern-Fans nur vier Minuten später: Doch Schiedsrichter Stephan Klossner aberkannte auf Intervention seines Assistenten Marco Zürcher das Tor von Eleke, weil der Schütze beim genialen Pass von Vargas im Abseits gestanden sein soll. Das war wohl ein Zentimeterentscheid – und nicht einmal mit Hilfe der TV-Sequenz sicher aufzulösen.

Die Young Boys bauten immer mehr ab, sprachen später davon, dass die unebene (Naturrasen-)Unterlage kein gepflegtes Spiel zugelassen habe. «Wir sind uns bessere Verhältnisse gewohnt», sagte Mittelfeldmann Djibril Sow. Selbst YB-Coach Gerardo Seoane kritisierte in der Medienkonferenz das Geläuf in Luzern, das tatsächlich seit Monaten ramponiert ist, aber beiden Teams die gleichen Bedingungen bot – und halt kein Kunstrasen wie im Stade de Suisse ist.

Drei Szenen mit Handsverdacht – und alle falsch entschieden

Auf jeden Fall kümmerten sich die Innerschweizer nicht um die Gegebenheiten, setzten alles daran, gegen den verlust- punkt- und gegentorlosen Leader das erste Tor zu erzielen. Mit Unterstützung von Ref Klossner brachen sie den Bann: Eleke flankte, Gregory Wüthrich drehte sich um – und der Ball flog an seinen leicht angewinkelten Ellbogen. Den zu streng gepfiffenen Elfmeter verwertete Schürpf so überzeugend wie zuletzt beim 4:2-Heimsieg über Lugano. Der FCL war mit dem dritten Saisontor von Schürpf definitiv zurück im Spiel.

Erfreulich, wie das Team von René Weiler nach dem 1:1 weiter nach vorne spielte. Allerdings reagierte auch YB, und als Linksverteidiger Silvan Sidler in der gegnerischen Platzhälfte den Ball verlor, ging es schnell: Schulz liess Nicolas Ngamaleu durchmarschieren – der Kameruner überwand Goalie Mirko Salvi mühelos zur 2:1-Führung (72.). Doch damit nicht genug: Schiedsrichter Klossner pfiff zum Entsetzen der Luzerner einen weiteren unnötigen Handspenalty. Sünder Schürpf: «Dabei habe ich den Arm extra zurückgezogen.» Hoarau war’s egal, er schoss vom Punkt seinen zweiten Treffer zum 3:1 (77.). Die Luzerner gaben immer noch nicht auf: Gvilia köpfelte in der 88. Minute das 2:3. In der Nachspielzeit wehrte Kevin Mbabu einen Kopfball von Idriz Voca mit den ­Armen ab. Das wäre der einzige korrekte Elfmeter gewesen, doch die Pfeife des Schiris blieb stumm. Schürpf betonte nach der dritten Ligapleite.«Wichtig ist jetzt, dass wir weiter an uns glauben.»

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