Feuertaufe von Trainer Alex Frei: Wil scheitert im Schweizer Cup an Aarau

Nachdem die Partie 120 Minuten lang torlos verlief, musste das Elfmeterschiessen die Entscheidung über das Weiterkommen bringen.
Die routinierteren Aarauer hatten dabei die besseren Nerven.

Gianluca Lombardi
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Nach hartem Kampf setzte sich der FC Aarau gegen Wil durch.

Nach hartem Kampf setzte sich der FC Aarau gegen Wil durch.

Bild: Gianluca Lombardi

Die meisten Cupspiele haben eines gemeinsam – sie leben von der Spannung. Nicht anders war das auch an diesem Abend im Aarauer Brügglifeld. Zwar stand es nach 120 Minuten 0:0 - was aber kein Hinweis auf eine unterdurchschnittliche Partie ist. Es war ein unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.

Schon früh hatten beide Teams grosse Chancen. So trafen die Aarauer den Pfosten, die Wiler tauchten gleich zweimal alleine vor dem Tor auf, ohne zu reüssieren. Bereits nach drei Minuten war die Grosschance zur Führung da, als Ballet und Jones loszogen, sich aber verzettelten.

Der neue Wiler Trainer Alex Frei.

Der neue Wiler Trainer Alex Frei.

Bild: Marc Schumacher / freshfocus

Dass die Wiler im ersten Durchgang bereits so gut mithielten, überraschte. Nicht, weil es der Mannschaft an Qualität fehlen würde, sondern vielmehr, weil die Vorbereitung durch den Trainerwechsel nicht ganz ungestört über die Bühne gegangen war. Alex Frei hatte nur gerade fünf Tage Zeit, um sein Team kennenzulernen und vorzubereiten.

Fahrlässige Chancenverwertung

Es blieb auch nach der Pause ein Spiel, das auf beide Seiten hätte kippen können - auch wenn Aarau nun leichte Vorteile hatte. Was den Hausherren fehlte, war die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, vor allem in jener Situation, in der Liridon Balaj es nicht schaffte, einen Ball ins leere Tor zu schieben.

In der Nachspielzeit hätten die Wiler dies beinahe bestraft. Mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit setzte Izmirlioglu seinen Abschluss knapp über das Aarauer Tor. Weil die Wiler aber vorher im Abschluss sündigten, genauso wie die Gastgeber, ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Verlängerung.

Fazliu und Kronig scheitern vom Penaltypunkt

Nun schwanden die Kräfte auf beiden Seiten. Klare Torchancen gab es kaum mehr - das Penaltyschiessen musste entscheiden. Dort scheiterten die Wiler Fazliu und Kronig am starken Enzler im Aarauer Tor, die Aargauer setzten sich mit 4:3 durch. Es war ein Auftritt, auf dem die Wiler mit Sicherheit aufbauen können. Nicht viele hätten damit gerechnet, dass Frei mit seinem Team nach fünf Tagen bereits so weit ist. Weil aber am Ende nur das Weiterkommen zählt, dürfte das nur ein schwacher Trost für die Wiler sein.

FC Aarau – FC Wil 1900 4:3 n.E. (0:0; 0:0)
Brügglifeld, Aarau: 848 Zuschauer – Schiedsrichter: Bieri.
Elfmeterschiessen: Enzler hält gegen Fazliu. Thiesson 1:0. Sauter 1:1. Köhn pariert gegen Balaj. Enzler hält gegen Kronig. Rrudhani 2:1. Sarcevic 2:2. Jäckle 3:2. Haile-Selassie 3:3. Misic 4:3.
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Verboom (46. Caserta); Jäckle; Balaj, Rrudhani, Zverotic (81. Hammerich), Spadanuda (112. Selishta); Gashi (65. Misic).
Wil: Köhn; Izmirlioglu, Kronig, Sauter; Talabidi (110. Mettler), Krasniqi (77. Mätzler), Sarcevic, Schäppi (70. Haile-Selassie); Fazliu, Jones (81. Mayer), Ballet.
Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Thaler, Hajdari, Peralta (alle verletzt), von Arx, Lujic und Alounga (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Brahimi, Ndau, Ismaili (alle verletzt), Klein und Camara (beide nicht im Aufgebot). – 28. Pfostenschuss Rrudhani.
Verwarnungen: 12. Schäppi, 13. Bergsmann, 16. Fazliu, 58. Caserta.

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