Formel 1

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel: «Hamilton ist klarer Favorit»

Die Formel-1-Saison startet am Freitag mit den Trainings in das neue Jahr. Viele sehen Ferrari wegen der Testresultate in Spanien als Favoriten, doch Ferrari-Pilot Sebastian Vettel sieht das ganz anders.

Anes Filan
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Sebastian Vettel in seiner «Gina». Der Deutsche überlegt sich traditionell vor dem Saisonstart einen Namen für seinen Boliden.

Sebastian Vettel in seiner «Gina». Der Deutsche überlegt sich traditionell vor dem Saisonstart einen Namen für seinen Boliden.

Keystone

Am Freitag startet die neue Formel-1-Saison mit den Trainings in das Jahr 2017. Nach drei «langweiligen» Jahren, in denen sich Mercedes die Fahrer- und Konstrukteursweltmeisterschaft problemlos sicherte, sind sich viele Formel-1-Experten sicher, dass 2017 das Jahr von Ferrari wird.

Lewis Hamilton, dreifacher Formel-1-Weltmeister

«Ferrari war im Winter am schnellsten, sie sind die Favoriten.»

Ein Grund für diese Hierarchieänderung sind die fundamentalen Regeländerungen für die Saison 2017. Ferrari fuhr mit seinen zwei Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen bei den Tests bei Barcelona die schnellsten Runden. Kein Wunder also, dass viele die Favoritenrolle nach Maranello schieben. Sogar der dreifache Weltmeister und Mercedes-Pilot Lewis Hamilton behauptet, dass Ferrari der Favorit auf den Titel ist. «Ferrari war im Winter am schnellsten, sie sind die Favoriten.»

Alle F1-Teams im Überblick:

Mercedes AMG F1 Team Der Dominator der letzten drei Jahre gilt auch dieses Jahr als Favorit auf beide Titel. Sie können auf zwei erfahrene Piloten zählen, nämlich auf den dreifachen Weltmeister Lewis Hamilton und auf den Finnen Valtteri Bottas.
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Red Bull Racing Formula One Team Die Bullen sind seit der letzten Saison erster Verfolger der Silberpfeile. Daniel Ricciardo und Max Verstappen konnten 2016 zwei Rennen gewinnen (Spanien und Malaysia).
Scuderia Ferrari Der Traditions-Rennstall aus Maranello hat eine enttäuschende Saison hinter sich. Die Piloten Sebastian Vettel und Kimi Raikönnen konnten kein Rennen gewinnen. Dieses Jahr soll es besser werden.
Sahara Force India F1 Team Der indische Rennstall hat sich in der letzten Saison auf Platz vier vorgearbeitet. Jetzt haben sie Ferrari im Visier. Doch nach dem Abgang von Niko Hülkenberg (zu Renault) haben die Inder einen erfahrenen Fahrer verloren.
Williams Martini Racing Neben Ferrari enttäuschten vor allem auch die Briten. 2016 mussten sie sich von Force India geschlagen geben.
McLaren Racing Nach der desaströsen Saison 2015 konnten sich die Briten 2016 fangen und auf einen soliden sechsten Platz in der Konstrukteurswertung fahren. Mit dem Abgang von Weltmeister Jenson Button haben sie allerdings einen wichtigen Piloten verloren. Mit Fernando Alonso bleibt aber ein Doppel-Weltmeister im Team.
Scuderia Toro Rosso Das Schwesternteam von Red Bull Racing hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Fahrer Daniil Kvyat und Carlos Sainz jr. bleiben auch dieses Jahr im Cockpit.
Haas F1 Team Der Neueinsteiger konnte nach einem phänomenalen Start (6. Platz in Melbourne) nicht in dieser Geschwindigkeit weiterfahren. Der ehemalige Sauber-Pilot Esteban Gutierrez blieb sogar ohne Punkt. Der Genfer Romain Grosjean, der mit einer französischen Lizenz fährt, konnte allerdings ein paar Mal in die Top-Ten fahren.
Renault Sport F1 Team Die ambitionierten Franzosen (Ziel: 2020 WM-Titel) konnten mit Niko Hülkenberg einen erfahrenen und schnellen Piloten verpflichten. Dieser soll das Team nun regelmässig mit Punkten versorgen.
Sauber Motorsport Die Hinwiler Truppe konnte ein Blamage in der letzten Saison gerade noch verhindern. Felipe Nasr, der mittlerweile wegen fehlenden Finanzmitteln nicht mehr im Team ist, konnte in Brasilien zwei Punkte holen. Mit Pascal Wehrlein hat man aber einen adäquaten Ersatz gefunden.

Mercedes AMG F1 Team Der Dominator der letzten drei Jahre gilt auch dieses Jahr als Favorit auf beide Titel. Sie können auf zwei erfahrene Piloten zählen, nämlich auf den dreifachen Weltmeister Lewis Hamilton und auf den Finnen Valtteri Bottas.

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Sebastian Vettel will von davon nichts wissen. Für ihn ist der deutsche Rennstall Mercedes der Favorit. «Mercedes war in den vergangenen drei Jahren in einer extrem starken Form. Obwohl wir die Regularien nun geändert haben, glaube ich, dass ein starkes Team auch das Jahr danach ein starkes Auto bauen wird», so Vettel. «Mercedes ist der Maßstab.» Für Vettel liegt die Favoritenrolle «klar» bei Lewis Hamilton.

Ex-Formel-1-Fahrer und neuer DTM-Chef Gerhard Berger behauptet sogar, dass Mercedes bei den Tests absichtlich langsamer gefahren ist. «Ich denke, die haben es sehr elegant und geschickt gelöst, indem sie Ferrari den Vortritt gelassen haben», sagt der Österreicher zur «Krone».

Sebastian Vettel war nicht der schnellste Fahrer bei den Tests in Spanien. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen liess den Deutschen mehr als drei Zehntel hinter sich. Für Insider ist der Finne, der 2007 als letzter Ferrari-Pilot Weltmeister wurde, ein Geheimfavorit für den Titel. Für den 37-jährigen Räikkönen ist es womöglich die letzte Formel-1-Saison. An Motivation dürfte es dem «Iceman» nicht fehlen.