FERNSEHSPIEL: «Riesige Chance für den Handball»

Die morgige Heimpartie St. Otmars um 18.30 Uhr wird auf My Sports übertragen. Hans Wey, Präsident von St. Otmar und der Handball-Liga, über das Fernsehprojekt und den frühen Spielbeginn.

Ives Bruggmann
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Hans Wey sieht das Fernsehen als «grosse Plattform» für den Handballsport. (Bild: Hanspeter Schiess)

Hans Wey sieht das Fernsehen als «grosse Plattform» für den Handballsport. (Bild: Hanspeter Schiess)

Interview: Ives Bruggmann

Seit dieser Saison überträgt der neue Sportsender My Sports regelmässig Spiele der Handball-NLA. Morgen um 18.30 Uhr findet nun erstmals ein Fernsehspiel in St. Gallen statt. Die Partie zwischen St. Otmar und Kriens-Luzern wird im frei empfangbaren Kabelnetz zu sehen sein.

Hans Wey, was bedeutet der neue TV-Vertrag, der drei Jahre läuft und jeweils 20 Spiele der NLA überträgt, für den Handball?

Der Vertrag ist eine riesige ­Chance für den Handball in der Schweiz. Das Fernsehen ist eine grosse Plattform, die diesen Sport vorwärtsbringen kann. Durch die erhöhte Medienpräsenz wird der Handball zudem für die Sponsoren interessanter. Schauen Sie nur nach Deutschland. Als dort vor vielen Jahren der Handball vermehrt im frei empfangbaren TV zu sehen war, wurde noch in kleinen Hallen gespielt. Heute spielen die Bundesligavereine – auch dank des Fernsehens – vor Tausenden von Zuschauern in modernen Arenen.

Morgen Abdend wird das Spiel von Otmar gegen Kriens-Luzern übertragen. Musste der Verein spezielle Kriterien erfüllen?

Das Hauptkriterium für eine TV-Übertragung ist, dass es in der Halle auf beiden Seiten Tribünen haben muss. Zudem gibt es ­genaue Regeln, wie die Werbung in der Halle angeordnet werden darf. Des Weiteren müssen wir eine kleine Anzahl Helfer zur Verfügung stellen. Der Aufwand hält sich für uns aber in Grenzen.

Mit der Übertragung hat St. Otmar also nichts zu tun?

Nein. Direkt nicht. My Sports liefert eine professionelle Übertragung mit fünf Kameras, einem Vor- und einem Nachspann sowie einem Studio. Für die Kosten, die bei der Produktion anfallen, kommt der Sender selbst auf. Uns liegt es jedoch am Herzen, dass die Halle gut gefüllt ist und eine gute Stimmung rüberkommt.

Hat der Verein in diesem Bereich noch zusätzliche Massnahmen ergriffen?

Ja. So können die Mitglieder ei­niger umliegender Vereine, mit denen wir im Juniorenbereich intensiv zusammenarbeiten, gratis ans Spiel kommen. Zudem werden wir das Spiel auch in den sozialen Medien bewerben. Ich finde, es ist im Interesse der gesamten Handballbewegung, dass die Übertragung ein Erfolg wird. Deswegen hoffe ich, dass das Handballvolk zahlreich erscheint.

Am gleichen Abend findet um 20.45 Uhr das Barragespiel der Schweizer Fussballer in Nordirland statt. Ärgert Sie das?

Zuerst war ich schon ein wenig beunruhigt, denn ursprünglich war die Partie auf 20.15 Uhr angesetzt. Dank dem Entgegenkommen des TV-Senders, der Liga, des Gegners und des KV, das die Halle früher räumen muss, konnten wir die Anspielzeit auf 18.30 Uhr vorverlegen. Das reicht für die Zuschauer gut, um auch nach der Bratwurst noch rechtzeitig zum Barragespiel daheim zu sein.

Wie wichtig ist es, dass St. Otmar eine gute Leistung zeigt?

Es ist so, dass wir gute Werbung für unseren Sport betreiben wollen. Wenn wir erfolgreich spielen und die hoffentlich gute Stimmung auch im Fernsehen rüberkommt, locken wir für die weiteren Spiele natürlich eher neue Zuschauer an, als wenn wir verlieren. Der Fokus der Spieler liegt aber einzig und allein auf dem Spiel.