FEIERLICHKEITEN: Noch machen sich die Stars rar

Im «House of Switzerland» und im House of Fans sollen während der WM Schweizer Medaillen bejubelt werden. Bisher feierten die Fans aber alleine. Ein Rundgang durch die geplanten Hotspots der WM.

Claudio Zanini/St. Moritz
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Die Schweizer Skistars hängen an der Mauer des House of Switzerland. Drin zu feiern hatten sie bisher wenig. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Die Schweizer Skistars hängen an der Mauer des House of Switzerland. Drin zu feiern hatten sie bisher wenig. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Claudio Zanini/St. Moritz

Die Ränge nach dem Super-G der Männer leeren sich. Über den Schellen-Ursli-Weg geht es vom Zielgelände runter zum Dorf. Unten nach einer halben Stunde angekommen, prangen die Schweizer Skifahrer in Übergrösse auf der Fassade des Hotels Schweizerhof. Es wurde für die WM zum House of Switzerland umfunktioniert. Direkt neben dem Hotel ist ein temporärer ­Pavillon errichtet worden – das sogenannte House of Fans. Hier sollen die grossen Medaillen-Partys stattfinden, wenn die erfolgreichen Schweizer Athleten auf ihre Anhängerschaft treffen.

Wir treffen auf David Stefan. Der 36-jährige Norddeutsche, der seit zehn Jahren in Zürich lebt, ist eben angekommen. Er ist einer von mehreren Chefs de Bar im zweistöckigen Fanhaus. Der untere Stock, wo er hinter dem Tresen das Sagen hat, öffnet erst um 15 Uhr, also in einer Stunde. Oben kann schon mittags eingekehrt werden. Von der Möglichkeit macht gerade einmal eine Handvoll Gäste Gebrauch. Wir stellen fest: Der Bär steppt noch nicht. «Gestern Abend war hier pumpenvoll», entgegnet David Stefan. Knapp 500 Personen kamen in den Pavillon, in der Hoffnung, auf Lara Gut und ihre Bronzemedaille zu treffen. Dass die Tessinerin vorgestern nach der offiziellen Medaillenzeremonie im Kulm-Park aber direkt nach Hause gehen würde, war Stefan und seinem Team längst klar. «Wir haben das vorher schon in unserem Gruppenchat erfahren, durften es nach aussen aber nicht kommunizieren.» Der DJ im House of Fans befeuerte gar noch die Hoffnungen beim Publikum, indem er immer wieder Gut ankündigte.

Edelspeisen im Schweizer Haus

Im Swiss House nebenan sieht die Szenerie am Nachmittag ähnlich aus. Der Esssaal wird für das Abendessen hergerichtet, in der Lobby befindet sich ein einziger Hotelgast. Rund vier Stunden später wird gediegen und zahlreich zusammen gesessen. Im House of Switzerland besteht die Möglichkeit, sich ein Drei-Gänge-Menu zu genehmigen. Chefkoch Daniel Lehmann schnappt nach frischer Luft vor dem Hoteleingang. Er ist für die gesamte Verpflegung im Schweizer Haus während der WM verantwortlich. Was tischt er seinen Gästen auf? «Zur Vorspeise hätten wir eine Rauchlachs-Hüttenkäse-Meerrettich-Kreation mit Randen-Mousse, Brunnenkresse und Popcorn», sagt der Emmentaler.

Es wird deutlich: Während im Schweizer Haus am Abend eher eine gehobene Spezies von Anhängern verkehrt, findet im Fan-haus nebenan – es hat sich inzwischen gefüllt – mehr Ballermann statt. Discomusik läuft, statt Weisswein wird Bier getrunken. Eine Gruppe wird gefragt, ob sie nicht die Medaillenzeremonie im Kulm-Park verfolge. «Nein, wir machen unsere Zeremonie hier», sagt einer. Irgendwann würde dann schon noch ein Schweizer Athlet den Ort beehren.