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FC St.Gallen: Trainer Peter Zeidler ist undurchschaubar - man weiss nie, welche Formation er auf den Platz bringt

Und so stellt sich vor dem heutigen Spiel gegen die Grasshoppers erneut die Frage: Mit welcher Aufstellung überrascht Trainer Peter Zeidler diesmal? Zuletzt wechselte die Startformation jeweils stark. Ist das Unschlüssigkeit? Oder Konzept?
Ralf Streule
Peter Zeidler wechselt im Cup-Spiel gegen Sion den Verteidiger Slimen Kchouk aus. (Bild: Michel Canonica (1. November 2018))

Peter Zeidler wechselt im Cup-Spiel gegen Sion den Verteidiger Slimen Kchouk aus. (Bild: Michel Canonica (1. November 2018))

Dabei oder nicht dabei? Beim FC St.Gallen kann sich derzeit kaum ein Spieler so richtig sicher sein. Und wenn der Club heute um 16 Uhr im Letzigrund gegen die Grasshoppers wieder in den Meisterschaftsbetrieb einsteigt, würde es nicht verwundern, wenn Trainer Peter Zeidler seiner Wechsellust weiter freien Lauf liesse. Seit dem Saisonstart ist eines besonders aufgefallen: Zeidler stellt selten zweimal in Folge dasselbe Team auf.

In den Wochen vor der Nationalmannschaftspause wechselte er gleich reihenweise. Von der Cup-Spiel-Niederlage zum Meisterschaftssieg gegen Sitten zählte man sechs personelle Wechsel. Im ­darauffolgenden Spiel gegen die Young Boys variierte der Deutsche seine Startformation wieder auf fünf Positionen. Fehlende Variabilität, wie sie seinerzeit Sion-Präsident Christian Constantin bei Zeidler ausmachen wollte, kann man dem Trainer also in Sachen Spielerwahl nicht vorwerfen. 21 Akteure sind in der Meisterschaft in den bisherigen 14 Spielen bereits zum Einsatz gekommen.

Einzig Koch und Muheim haben bis jetzt noch nicht gespielt

Aus dem ­Kader nicht berücksichtigt wurden bisher nur die aus Verletzungspausen zurückkehrenden Philippe Koch und Miro Muheim, der Neuzugang Musah Nuhu sowie die beiden Ersatztorhüter ­Daniel Lopar und Gianluca Tolino. Nur zwei Akteure haben bisher alle Meisterschaftsminuten bestritten: Silvan Hefti und Goalie Dejan Stojanovic.

Es ist eine Wechsellust, die dem einen oder anderen St.Galler Trainer auch schon negativ ausgelegt worden ist. Dies passiert derzeit nicht, was damit zu tun hat, dass die Spiele meist attraktiv, die Resultate ansprechend sind. Dennoch die Frage: Wechselt Zeidler so oft, weil er seine Stammformation noch nicht ­gefunden hat? Oder gehört es schlicht zum Konzept, variabel zu bleiben und möglichst alle Spieler bei Laune zu halten? Eine eindeutige Antwort gibt Zeidler auf diese Frage nicht. Er sagt:

«Ein eingespieltes Team zu haben, ist sicher ein wichtiger Punkt.»

Andererseits sei eines der Hauptthemen in der Mannschaft – und somit seine grosse Herausforderung – die Ausgeglichenheit im Kader. «Es ist ein gutes Zeichen, wenn viele Spieler fähig sind, von Beginn weg zu spielen.» Zeidler spricht die vielen Varianten in ­Offensive an, wo trotz Cedric Ittens Ausfall «sechs schlagkräftige Spieler» um drei Plätze kämpfen. Natürlich: Viel Konkurrenz kann eine Mannschaft beleben.

«Es bedeutet aber auch, dass ich etliche Spieler enttäuschen muss.» Zeidler tut das ungern, das ist zu spüren, wenn er die Trainingsleistungen aller lobt – und vielleicht ist es am Ende sein Gespür für die Stimmung in der Mannschaft, die ihn lieber einmal mehr als weniger rotieren lässt.

Zeidler rotiert nicht um jeden Preis

Wechseln um jeden Preis ist aber nicht Zeidlers Ziel. Das zeige sich im Mittelfeld, wo es derzeit schwierig sei, an Jordi Quintillà, Vincent Sierro oder Majeed Ashimeru vorbeizukommen. Deutet man Zeidlers Aussagen und die vergangenen sieben Spiele richtig, sieht es auch in der Innenverteidigung nach einer deutlichen Tendenz aus. Auch wenn Alain Wiss in Sitten eine gute Leistung zeigte und mit Milan ­Vilotic ein Routinier auf Einsätze wartet, dürfte der Argentinier Leonel Mosevich neben Hefti die besten Karten haben. Auf der Position des linken Aussenverteidigers hingegen scheinen mit ­Andreas Wittwer und Slimen Kchouk zwei Spieler auf Augenhöhe zu sein.

Das Testspiel von vergangener Woche gegen Vaduz hat laut Zeidler Erkenntnisse gebracht, welche seine Optionen gar noch vergrössern – auch wenn die Aussagekraft des Tests nur klein ist. Philipp Koch habe beim 3:0-Sieg eine starke Rückkehr gezeigt, Verteidiger Musah Nuhu ein «Klassespiel». Axel Bakayoko, bisher in St.Gallen stets als Aussenverteidiger eingesetzt, habe sich für Auftritte in offen­siveren Positionen empfohlen. Und da ist auch Nicolas Lüchinger, der nach seiner verletzungsbedingten Pause «einen Schritt nach vorne» gemacht habe und «der halt einfach Lüchinger ist», wie Zeidler an der Pressekonferenz mit einem Schmunzeln sagte.

Lüchinger dürfte sich bald ins Team zurückspielen

Will heissen: Lüchinger dürfte sich mit Biss zurück ins Team spielen. Nicht zuletzt empfahlen sich im Spiel gegen Vaduz auch Nachwuchsspieler wie der 18-jährige Angelo Campos, schon mehrfach Torschütze in Testspielen. Oder Tim Staubli, ebenfalls 18 Jahre alt. Oder Fabio Solimando, der Ende Jahr erst 17 wird. Ob sie schon bald im Kader stehen? Der gut aufgelegte Zeidler sagte am Freitag:

«Sie sollen jetzt zuerst einmal Weihnachten feiern!»

Für den einen oder anderen dürfte irgendwann eine Chance winken. Zurückhaltender ist Zeidler bisher in Sachen Variabilität des Spielsystems. Stets wird mit einem 4-3-3 gespielt. Sind irgendwann auch hier Änderungen zu erwarten? Ein Wechsel zu einer Dreier-Abwehr zum Beispiel? Fragen in diese Richtung hat der Trainer zuletzt bei Pressekonferenzen stets mit süffisanten Sprüchen ins Land der Fantasie verbannt. In dieser Sache ist es für einmal eher unwahrscheinlich, dass Zeidler die St. Galler schon bald überraschen wird.

Verfolgen Sie das Spiel in unserem Liveticker heute ab 16 Uhr!

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