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Der FC St.Gallen trifft am Sonntag auf Xamax – die Neuenburger gehen neue Wege

In Neuenburg muss haushälterisch mit den Finanzen umgegangen werden. Sportchef Frédéric Page sieht das als Herausforderung – und glaubt, dass die Mannschaft dem FC St.Gallen Probleme bereiten kann. Die beiden Teams treffen am Sonntag ab 16 Uhr auf der Maladière aufeinander.
Pascal Berger
36-jährig aber noch kein bisschen müde: Raphäel Nuzzolo (links) gegen den YB-Spieler Nicolas Bürgy. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

36-jährig aber noch kein bisschen müde: Raphäel Nuzzolo (links) gegen den YB-Spieler Nicolas Bürgy. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Es hat sich ziemlich viel getan am Neuenburgersee oder wie es Frédéric Page formuliert: «Es blieb kaum ein Stein auf dem anderen.» Er ist der neue Sportchef von Xamax, Joël Magnin der neue Trainer, ein Dutzend neue Spieler sind in diesem Sommer unter Vertrag genommen worden – und neu ist auch etwas nicht Unwesentliches: der Kurs. Wert wird auf die Jugend gelegt, auf die Ausbildung von Talenten, auf die Integration von Einheimischen. Page sagt: «Wir sind daran, andere Strukturen zu schaffen.»

Eigentlich gibt es keine Alternative zu dieser Ausrichtung, weil die finanziellen Mittel grosse Sprünge nicht zulassen. Für die erste Mannschaft inklusive Staff stehen laut offiziellen Angaben nicht einmal vier Millionen Franken zur Verfügung. Gefordert ist darum von den Verantwortlichen ein gehobenes Mass an Kreativität und innovativem Denken. Page stört sich daran überhaupt nicht: «Wir haben den Ehrgeiz zu zeigen: Es ist doch einiges machbar.»

Page, der ehemalige Xamax-Spieler

Frédéric Page, der neue Xamax-Sportchef (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Frédéric Page, der neue Xamax-Sportchef (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Für den 40-jährigen Aargauer ist Xamax nicht irgendeine Adresse. 2009 wechselte er von Aarau auf die Maladière, zog 2011 weiter zu Lausanne, ehe er 2012 nochmals nach Neuenburg zurück kam und dort ein Jahr später auch seine Karriere beendete. Nun besetzt er eine wichtige Position im Gefüge eines Clubs, der bewegte Jahre hinter sich hat.

Im Januar 2012 erlebte Xamax eine seiner schwärzesten Stunden, als der Konkurs unausweichlich war – eine tschetschenische Führung hatte ihr Unwesen getrieben.
Die Neuenburger starteten weit unten, in der 2. Liga interregional. Christian Binggeli stieg als Präsident ein, ein Unternehmer aus der Region. Er schaffte es, den Verein wieder auf ein solides Fundament zu stellen. Und nach sechs Jahren war Xamax wieder erstklassig.

Henchoz verabschiedet sich mit spektakulärem Erfolg

Aber die Saison 2018/19 sollte ein Jahr mit einigen Turbulenten werden. Binggeli entliess Michel Decastel, obwohl er ein paar Monate davor noch versichert hatte, dieser Trainer brauche auch bei einer Niederlagenserie nichts zu befürchten. Stéphane Henchoz übernahm, der bisherige Assistent – und im März gab Binggeli bekannt, ab Sommer auf Magnin zu setzen. Er sah in ihm den Ausbildner, nicht aber in Henchoz. Der scheidende Coach verabschiedete sich mit einem spektakulären Erfolg: 0:4 im Hinspiel der Barrage, 4:0 im Rückspiel, Penaltyschiessen, Ligaerhalt.

Der neue Xamax-Trainer Joël Magnin. (Jean-Christophe Bott/KEY)

Der neue Xamax-Trainer Joël Magnin. (Jean-Christophe Bott/KEY)

Magnin lobt Thun

Nun hat also Magnin übernommen, der zwar 48, aber eben doch ein Neuling auf dieser Stufe ist. In den vergangenen zwölf Jahre kümmerte er sich bei den Young Boys um die U21. Scheu hat er vor der Aufgabe keine. Er nahm die Offerte an, weil er den Zeitpunkt als ideal betrachtete, um den Schritt aus einer Komfortzone zu wagen – «und herauszufinden, was ich auf Profi-Stufe erreichen kann».

Magnin ist nicht ein Trainer, der mit übertriebener Gestik auffällt. Schon als Spieler erledigte er das, was zu tun war, gewissenhaft und ohne Hang zur Show. Dazu passt, dass er den FC Thun als ein vorbildliches Modell bezeichnet. Im Berner Oberland wird seit Jahren unaufgeregt und klug gearbeitet.

Bei seiner Unterschrift wusste er, was ihn bei Xamax erwartet, unter welchen finanziellen Voraussetzungen er arbeiten muss. Mithelfen soll er, dass der Verein in den nächsten Jahren keine Berg- und Talfahrt mehr erleben muss, dass es gelingt, die Mannschaft in der Super League zu etablieren. Page sagt:

«Ich kann zwar nicht sagen: Wir bleiben ganz sicher oben. Aber wir sind daran, Strukturen im sportlichen Bereich hinzubekommen, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen.»

Ein Teil dieser Strukturen ist das Comeback der U21: Xamax stellt neu wieder eine U21.

Respekt vor St.Gallen

«Langsam greifen die Rädchen ineinander, jeder weiss, wie der andere funktioniert», sagt Page, der auch Zuversicht im Umfeld wahrnimmt. Als Xamax am vergangenen Sonntag gegen die Young Boys 0:1 verloren hatte, gab es keine kritischen Kommentare, sondern Applaus für die Spieler: «Unsere Zuschauer sind sensationell, sie sehen, worum wir uns bemühen, und honorieren das auch. Sie bringen uns grossen Goodwill entgegen.»
Nun kommt St. Gallen auf die Maladière, eine Mannschaft, «die zu sehr vielem in der Lage ist», sagt Page: «Wir sind sicher nicht der Favorit, wollen es dem Gegner aber so schwer wie möglich machen. Wenn wir so auftreten wie gegen YB, dazu noch auf unserem Kunstrasen, sehe ich durchaus eine Chance für uns.»

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