«Wir hätten es uns verdient gehabt»: FCSG-Trainer Peter Zeidler lässt nach dem Europacup-Aus seiner Enttäuschung freien Lauf

Nach der 0:1-Niederlage gegen AEK Athen und dem Aus im Europacup gibt ein enttäuschter Peter Zeidler im Kybunpark Auskunft, unter anderem zur entscheidenden Penaltyszene. «Wir sollten jetzt nicht den Schiedsrichter verantwortlich dafür machen, dass wir kommende Woche nicht mehr in Europa mit dabei sind.» – Aussagen aus der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Ralf Streule
Drucken
Teilen
FCSG-Trainer Peter Zeidler ist nach dem Europa-League-Aus enttäuscht.

FCSG-Trainer Peter Zeidler ist nach dem Europa-League-Aus enttäuscht.

Bild: Freshfocus

Wie haben Sie die Penaltyszene gesehen, in der Leonidas Stergiou und Goalie Ati Zigi den Athen-Stürmer Oliveira bedrängen?

«Elfmeter gibt es, wenn der Schiedsrichter pfeift. Der Schiedsrichter hat gepfiffen, also war es Elfmeter. Es wäre interessant gewesen, was der Videoschiedsrichter dazu gesagt hätte, aber leider gab es ja keinen VAR in diesem Spiel. Ich habe den Schiedsrichter nach dem Schlusspfiff nach seiner Begründung gefragt. Er hat gesagt, er habe zwei Gründe gesehen, weshalb er Elfmeter pfeife. Das kann's schon mal nicht sein. Zigi war da nicht dran und Leonidas sagt, er ebenfalls nicht. Es ist unglücklich, dass so ein Spiel so entschieden wird. Aber wir hatten uns vor der Penaltyszene taktisch auch nicht gut verhalten. Unsere Taktik basiert darauf, dass wir perfekt sind nach Ballverlust, das waren wir in dieser Szene nicht, als Oliveira losziehen konnte.»

Kann das Team auch Positives aus der Partie herausziehen?

«Da wollen wir jetzt nicht krampfhaft etwas suchen. Klar, unsere Mannschaft gibt immer alles und hat taktisch viel drauf. Aber heute gibt es nichts Positives zu sehen, weil wir ausgeschieden sind. Wir wollten das grosse Spiel gegen Wolfsburg, wir haben es nicht erreicht. Das ist schlecht, ganz einfach. Aber vielleicht reicht ja eine Nacht, um das zu verdauen.»

«Es ist schon traurig: Lugano wurde vor einem Jahr Dritter und hat sechs Spiele in Europa gespielt, wir sind Zweiter geworden und haben jetzt nur ein Spiel. Aber so sind die Regeln und das wussten wir schon vorher. Heute können wir nur traurig sein. Aber ab morgen geht's dann Richtung Vaduz-Spiel.»

In der ersten Halbzeit spielte St. Gallen mit viel Pressing, danach weit weniger. Woran lag's?

«Ich denke beide Mannschaften waren am Ende müde, das ist normal nach einem solchen anstrengenden Spiel. Der Lucky Punch war halt nicht auf unserer Seite. An dieser Stelle kann man auch mal ein Kompliment machen an unseren Gegner. Athen hat schon tolle Spieler und auch als Mannschaft sind die Griechen gut aufgetreten. Wir hatten unsere Chance, weit weg vom Erfolg waren wir nicht. Aber das ist jetzt auch ein schwacher Trost.»

War der Penaltypfiff gerechtfertigt? Nach Spiel besteht Diskussionsbedarf.

War der Penaltypfiff gerechtfertigt? Nach Spiel besteht Diskussionsbedarf.

Bild: Keystone

Lukas Görtler bekam nach dem Schlusspfiff die rote Karte, was ist passiert?

«Er hat mit dem Schiedsrichter über die Penaltyszene gesprochen. Er wurde sicher nicht ausfällig, aber in der Enttäuschung wollten wir halt wissen, weshalb der Schiedsrichter so entschieden hat. Da muss man sicher etwas Verständnis haben. Aber wir haben die Niederlage zu akzeptieren. Und wir sollten jetzt schauen, dass wir nicht den Schiedsrichter verantwortlich machen, dass wir nächste Woche nicht mehr in Europa dabei sind. Am Schiedsrichter lag's nicht, obschon es natürlich schon die entscheidende Szene war im Spiel.»

Mehr zum Thema