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«Wir haben keine Stammformation»: Der FC St.Gallen ist heiss auf den Saisonauftakt gegen Basel

Am Samstag beginnen die St.Galler ihre Saison. Gegner ist kein geringerer als der FC Basel. Trainer Peter Zeidler und Sportchef Alain Sutter nehmen Stellung zum Kader.
Christian Brägger
Der St.Galler Dreizack: Alain Sutter, Peter Zeidler, Matthias Hüppi (von links). (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Der St.Galler Dreizack: Alain Sutter, Peter Zeidler, Matthias Hüppi (von links). (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

Er hört das alles nicht so gerne, Peter Zeidler, der neue Trainer des FC St.Gallen. Die Fragen drehen sich um sein Team, das eine Wundertüte sei; weil man es für die neue Super-League-Saison so überhaupt nicht einschätzen kann nach den vielen Kadermutationen und der geringen Aussagekraft der Testspiele.

Die Fragen handeln von Deadline und Schonfrist für die Spieler aus der Warte des Trainers; weil man den Zeitpunkt hören will, wann er eine Stammformation gefunden haben will. Zeidler, der die fünfwöchige Vorbereitung zu seiner Zufriedenheit abgeschlossen hat und gestern mit Präsident Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter vor die nicht gerade zahlreich erschienenen Medien tritt, lächelt die Frage weg, wie er das manchmal tut. Dann sagt er: «Wir haben keine Stammformation, ebenfalls keinen engeren Kreis. Die nächsten Wochen werden wir auch dafür brauchen, um durchzuwechseln und Spieler zu sehen.» Er wolle eine Dynamik anstossen, über die Partien müsse sich der Teamgeist entwickeln, hinzu kämen die Formstände der Spieler. «Erst mit der Zeit kristallisiert sich dieser engere Kreis heraus.»

Zeidler ist der Hoffnungsträger

In jedem Fall sind Zeidlers Geschicke gefragt. Er, ohnehin der Hoffnungsträger des Vereins, erhält schon jetzt von allen Seiten viel Lob. Der Deutsche gilt als kommunikativ, engagiert, zugänglich. Vor allem: Er rede mit den Spielern viel, behandle alle gleich, auch die Überzähligen. Da war sein Vorgänger Giorgio Contini anders, aber die Voraussetzungen sind heute auch anders, weil St.Gallen in der aktuellen Ausgabe aufgeblähter und ungleich internationaler daherkommt. Da kann schnell jemand vergessen gehen. Zeidler weiss das.

Der 55-Jährige hat viel gesehen im Fussball, in Frankreich, Österreich, Deutschland, auch in der Schweiz. Schon öfters musste er Teams aufbauen und entwickeln, junge Akteure weiterbringen, und so sind das auch die Dinge, die Hüppi und Sutter im FC St.Gallen von ihm erwarten. Dass Zeidler hierfür mit Boro Kuzmanovic und Peter Kappeler Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die er nicht selbst ausgesucht hat und die eher in der Nähe Sutters stehen, stört ihn nicht weiter. Der Coach sagt: «Falls überhaupt, dann ist dies eher ein Wagnis für Alain Sutter.»

Stojanovic im Tor, Hefti der Captain

Am Samstag, sechs Tage nach dem WM-Final, steht der Saisonauftakt in Basel an, und so wird man ab 19 Uhr einen Einblick erhalten ins Innenleben des Teams und einen ersten Eindruck über die mögliche Stärke des FC St. Gallen. Letztere wird unterschiedlich wahrgenommen, im Welschland gibt es Experten, die die Ostschweizer sogar als Meisterkandidaten sehen. Basel sei der Favorit und so gut wie immer, man fahre mit Demut da hin, sagt Zeidler; für ihn ist es unabdingbar, bescheiden zu sein. Und es zu bleiben. Aber vielleicht gelinge den St.Gallern ja ein grosses Spiel, fügt er an. Und: «Wir sind heiss.»

Gegen den von den Young Boys entthronten Meister wird Dejan Stojanovic im Tor stehen, wie dies der Goalie in dieser Saison in jeder Partie tun wird. Zeidler hat dem 25-Jährigen und nicht dem 33-jährigen Daniel Lopar das Vertrauen ausgesprochen, weil er im Jüngeren das grössere Steigerungspotenzial sieht. Und auch für diese Position redet der Deutsche wieder von entwickeln, formen, und davon, dass Stojanovic nur über die Matchpraxis die Möglichkeit erhalte, besser zu werden. Überdies hat Zeidler den Entscheid gefällt, Silvan Hefti das Amt des Captains zu übertragen. Der Innenverteidiger ist erst 20-jährig und bisher nicht als Wortführer aufgefallen, damit hat es sich dann auch, was gegen ihn als Captain spräche; zumal Hefti in der Region aufgewachsen und unangefochtener Stammspieler ist (was man von den wenigsten im Kader behaupten kann), bereits 86 Super-League-Partien mit St. Gallen absolviert hat und aus dem eigenen Nachwuchs stammt.

Selbstredend ist gestern neben Zeidler ebenfalls Sutter ein gefragter Mann. Mit ihm insbesondere seine Kaderplanung, die manchmal in der Aussenwahrnehmung etwas rätselhaft schien. Sie sei nun mehr oder weniger abgeschlossen, sagt der Sportchef, der zwar braungebrannt ist, in den vergangenen Wochen aber alles andere als Ferien hatte. «Wir haben alle Positionen besetzt, die wir wollten. Aber es kann natürlich immer etwas passieren.» Sutter wählt seine Worte mit Bedacht. Auch die Ausführungen, auf welchem Pfad die Neuzugänge zu den Ostschweizern gefunden haben – er sieht sie als Spieler, die die Qualität der ersten Mannschaft ergänzen –, sind klar und ausführlich. Und er macht keinen Hehl daraus, nicht jeden neuen Spieler selbst live gesehen zu haben, sondern beraten worden zu sein. Sutter sagt: «Wir wollen jedes Spiel gewinnen. So war ich schon als Bub, so bin ich noch heute. So gehen wir auch auf den Platz.»

Hüppi: «Wir stehen vor einer Umbruchsaison»

Im FC St.Gallen ist gerade vieles neu, und Hüppi sagt wohl auch deshalb, dass sich der Club in einer Umbruchsaison befindet. «Wir stehen voll in der Verantwortung. Aber wir haben die Geduld, dass alles gut kommt. Und wir wollen angreifen und das Maximum herausholen.» Das sind Sätze, wie man sie nur von Hüppi kennt. Und ein Entwurf für die Saison 2018/19, den man in jedem Punkt nur allzu gerne stehen lassen würde.

Barnetta und Wiss nicht dabei

Gegen Basel fehlen Peter Zeidler die verletzten Miro Muheim, Alessandro Kräuchi und Philippe Koch. Nicolas Lüchinger ist grippegeschwächt eher nicht dabei, Tranquillo Barnetta sowie Slimen Kchouk und Axel Bakayoko wegen Trainingsrückstands sind es definitiv nicht. Zeidler sagt: «Barnetta ist noch kein Thema. Das Knie zwickte ihn oft. Er zeigt sich konstruktiv, schauen wir, wie es weitergeht.» Überzählig sind Nias Hefti und Alain Wiss. Noah Blasucci ist verkauft, er hat neu einen Einjahresvertrag mit Vaduz. Adonis Ajeti ist leihweise bei Chiasso, und Dennis Vanin wollen die St. Galler ausleihen, falls der Spieler mitmacht. (cbr)

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