Der wilde Abend des FC St.Gallen – Sierro und Wiss unter den grossen Gewinnern des Spiels gegen Xamax

Einen Tag nach dem 3:2-Erfolg im kapitalen Spiel gegen Xamax beschäftigt Peter Zeidler noch immer das Auf und Ab seines Teams. Ab Januar stösst der Spanier Victor Abril Ruiz zu den St.Gallern.

Patricia Loher
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Vincent Sierro (rechts) wird zu seinem Tor zum 3:1 beglückwünscht. (Bild: Urs Bucher)

Vincent Sierro (rechts) wird zu seinem Tor zum 3:1 beglückwünscht. (Bild: Urs Bucher)

Am Ende eines wilden Abends galt es, erst einmal tief durchzuatmen. Das Spiel gegen das letztklassierte Xamax war trotz eines starken Beginns und trotz Überzahl noch zu einer Zitterpartie geworden. Doch das änderte nichts daran, dass sich der FC St. Gallen nach zuletzt drei Niederlagen in Folge wieder etwas Luft verschafft hat vor dem Auswärtsspiel in Luzern. «Das war das Wichtigste. Der Druck war doch zu spüren», sagt Trainer Peter Zeidler am Tag danach. Natürlich beschäftigt ihn noch immer, «weshalb wir nach dem guten Start derart abgebaut haben». Die Ausdauer in der Konzentration, wie es der Coach zu bezeichnen pflegt, bleibt ein Sorgenkind.

«Wir müssen uns fragen, weshalb wir immer wieder solche Verhaltensweisen an den Tag legen. Wir müssen die Struktur im Team genau unter die Lupe nehmen.»

Eine erste Veränderung im Kader hat der Club gestern vermeldet. Ab Januar stösst der ­Spanier Victor Abril Ruiz zu den St. Gallern. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2021. Der 25-Jährige, der auf dem Flügel, aber auch im offensiven Mittelfeld spielen kann, kommt vom SD Formentera aus der vierthöchsten spanischen Liga.

Vincent Sierro, St.Gallens Lebensversicherung

St.Gallens Lebensversicherung dieser Tage heisst Vincent Sierro. Der Mittelfeldspieler erzielte am Samstag im Stile eines Goalgetters vorerst das 1:1, ehe er in der zweiten Halbzeit auf 3:1 erhöhte. Der 23-jährige Walliser ist der Lenker und dank seiner Saisontreffer sieben und acht nun viertbester Torschütze der Super League. Freiburg hatte die Möglichkeit, Sierro schon im Winter zurückzuholen, wird jedoch von der Klausel offenbar keinen Gebrauch machen.

Aber auch der Gedanke, dass Sierro nach Ablauf seines Leihvertrags im Sommer in die Bundesliga zurückkehren wird, dürfte dem einen oder anderen St. Galler Verantwortlichen Bauchschmerzen bereiten. Einer wie Sierro wird nur schwer zu ersetzen sein.

Nebst dem Walliser gibt es mit Alain Wiss noch einen anderen Gewinner. Der Zentralschweizer gehörte erstmals in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge der Startformation an. Noch ist die Zukunft des 28-Jährigen offen, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Er sagt:

«Wir setzen uns im Januar zusammen. Wichtig wird sein, dass wir ehrlich miteinander sind.»

Wenn es so weitergehe, könne er sich durchaus vorstellen, zu bleiben, so Wiss, der wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste. Er hat schwierige Zeiten hinter sich. Als Sechser ist Jordi Quintillà gesetzt, weil es an seinen Leistungen kaum etwas auszusetzen gibt. In der zentralen Abwehr erhielten neben Silvan Hefti, Milan Vilotic oder Leonel Mosevich lange den Vorzug gegenüber Wiss. «Es ist klar, dass man die Neuen nicht auf die Tribüne setzt. Aber natürlich war es bitter, dass es dann mich traf.» Er habe nicht damit gerechnet, dass es für ihn in dieser Saison so schwierig werden würde. Zeidler sagt: «Es ist eine gute Sache für uns alle, dass es Wiss zurückgeschafft hat.»

Tore, Aufreger und Stimmen zum Spiel: