Wenn ein Leihspieler zum Glücksfall wird – Ermedin Demirovic hat beim FC St.Gallen Spuren hinterlassen, nun wechselt er in die Bundesliga

St. Gallens Ermedin Demirovic geht nach dieser Saison zum SC Freiburg. Dank seiner Torgefährlichkeit und des Durchsetzungsvermögens hat Demirovic zu den am meisten beachteten Spielern der Super League gehört. Kommt nun ein Talent aus Deutschland zum FCSG?

Patricia Loher
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Starkes Team: Ermedin Demirovic (vorne) mit Cedric Itten (links) und Victor Ruiz.

Starkes Team: Ermedin Demirovic (vorne) mit Cedric Itten (links) und Victor Ruiz.

Gian Ehrenzeller/Keystone

Ermedin Demirovic verkündet seinen Transfer zu Freiburg über die sozialen Medien des FC St. Gallen gleich selber. Der 22-jährige Stürmer sagt:

«Ich werde in die Bundesliga wechseln. Damit erfülle ich mir einen Kindheitstraum.»

Demirovic ist für diese Saison von Deportivo Alavés nach St. Gallen ausgeliehen. Laut «Kicker» überweist der SC Freiburg 3,7 Millionen Euro nach Spanien.

Mit Demirovics Ausleihe hatte St. Gallen im vergangenen September auf den Abgang von Dereck Kutesa in Richtung Frankreich reagiert. Der Stürmer, ausgebildet beim Hamburger SV und in Leipzig, entpuppte sich als Glücksfall und entwickelte sich schnell zu einer tragenden Säule. Der bosnische U21-Internationale erzielte in 26 Spielen 13 Tore und ist damit zweitbester Torschütze der St.Galler.

Ihm zupass kam, dass er sich mit dem derzeit verletzten Boris Babic prächtig verstand. Die beiden sind gute Freunde geworden.

Dank seiner Torgefährlichkeit und des Durchsetzungsvermögens gehört Demirovic zu den am meisten beachteten Spielern der Super League. Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach sagt:

«Er hat alle Attribute eines Stürmers und bringt viel Energie und Hunger auf den Platz. Dadurch wird er bei uns alle Möglichkeiten haben, den nächsten Schritt zu gehen.»

Der erste Sommer-Zugang Freiburgs

Im Breisgau ergänzt Demirovic die Offensive, die mit Nils Petersen, Lucas Höler, Marco Terrazzino und Luca Waldschmidt besetzt ist. Die «Badische Zeitung» schreibt, Terrazzino, der zuletzt nach Dresden ausgeliehen war, dürfte es angesichts dieser Konkurrenz schwer haben. Und Waldschmidt habe die Begehrlichkeiten diverser Vereine geweckt.

Demirovic ist der erste Sommer-Zugang Freiburgs, das die vergangene Bundesligasaison auf dem achten Rang abgeschlossen hat.

Ermedin Demirovic in seinem drittletzten Einsatz für den FC St.Gallen am vergangenen Samstag beim 3:1-Erfolg beim FC Zürich.

Ermedin Demirovic in seinem drittletzten Einsatz für den FC St.Gallen am vergangenen Samstag beim 3:1-Erfolg beim FC Zürich.

Claudio Thoma/Freshfocus

Noch aber sind in der Schweiz zwei Runden zu spielen, ein Fünkchen Hoffnung besteht, dass es am nächsten Montag in Bern zu einer Finalissima zwischen den Young Boys und St. Gallen kommen wird. Demirovic sagt:

«Wir werden Vollgas geben in jedem Spiel, um vielleicht noch einiges mehr zu erreichen.»

Demirovic weiter: «Ich möchte mich bei allen in der Ostschweiz herzlich bedanken. Die Unterstützung war immer sehr gross.» Am Freitag empfängt St. Gallen Xamax.

Kommt ein Leihspieler der Bayern?

Möglicherweise ist St. Gallen auf der Suche nach einem Ersatz für Demirovic fündig geworden. Bayern München will offenbar Leon Dajaku ausleihen, damit dieser zu Spielpraxis auf höchster Ebene kommt. St.Gallen soll laut Medienberichten Interesse haben.

Der 19-Jährige kam bisher zu zwei Bundesliga-Teileinsätzen. Die Bayern holten Dajaku vor einem Jahr aus Stuttgart. Gemäss transfermarkt.ch bezahlten sie für das Talent 1,5 Millionen Euro.

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