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René Weiler vor dem Spiel beim
FC St.Gallen: «Ich bin mit dem Istzustand nicht zufrieden»

Der neue Trainer des FC Luzern hofft auf Neuverpflichtungen – und darauf, dass sich im Club einiges bewegt. Am Sonntag ab 16 Uhr gastiert der bald 45-jährige frühere Sportchef des FC St.Gallen mit seinem Team im Kybunpark.
Pascal Berger
René Weiler verfügt in Luzern über einen Vertrag bis 2021. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 12. August 2018)

René Weiler verfügt in Luzern über einen Vertrag bis 2021. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 12. August 2018)

Die Luzerner tanzten in den Frühling. In ihrer Welt gab es plötzlich keine Sorgen mehr, die Mannschaft reihte Sieg an Sieg, verlor nur viermal, schnitt in der zweiten Saisonhälfte so gut ab wie der FC Basel und lag am Ende auf Platz drei.

Drei Monate später ist von Euphorie in der Zentralschweiz nicht mehr viel spürbar. Das Abenteuer in der Europa League endete rasch und deutlich mit dem Gesamtskore von 1:7 gegen Olympiakos Piräus. Und zum Start in die Super League gab es drei Niederlagen in vier Runden. Das sorgt für erste Anzeichen von Nervosität.

In der ersten Jahreshälfte hiess der Trainer Gerardo ­Seoane, er stieg im Januar über Nacht von der U21 in die erste Mannschaft auf, weil Markus Babbel seinen Abgang provoziert hatte. Was er an Arbeit ablieferte, war auch Werbung für ihn. Als die Young Boys riefen, konnte er dem Angebot nicht widerstehen und verabschiedete sich nach Bern. In Luzern suchten sie einen geeigneten Nachfolger, fingen die Vorbereitung mit einer interimistischen Lösung an, bis sie am 21. Juni meldeten: René Weiler übernimmt.

Omlin nach Basel, Kryeziu zum FC Zürich

Er unterschrieb einen Vertrag bis 2021, und die Leitung des Clubs verband die Verpflichtung mit der Hoffnung, einer mit dem Rucksack Weilers würde es schaffen, die angefangene Serie in der Zentralschweiz fortzusetzen. Dann aber wurde Goalie Jonas Omlin an den FC Basel verkauft, Hekuran Kryeziu erlag der Verlockung einer finanziell lukrativen Offerte des FC Zürich. Und Spieler wie Tomi Juric, Stefan Knezevic oder Lazar Cirkovic sind zwar noch da, aber seit Wochen verletzt und darum keine Hilfe.

Weiler hat Aarau in die Super League gebracht, den 1. FC Nürnberg bis an die Schwelle zur 1. Bundesliga, er ist mit Anderlecht belgischer Meister geworden. Als er im September 2017 in Brüssel entlassen wurde, legte er eine Pause ein. Er glaubte, seine Karriere im Ausland fortsetzen zu können. Aber es blieb stets bei losen Interessen. Und Saudi-Arabien war für ihn keine Option, obwohl ihm bei Al-Shabab Riad ein fürstlicher Lohn winkte. Also wartete er. Bis sich Remo Meyer meldete, der Luzerner Sportchef.

Als Weiler sein Amt antrat, sagte er, ein Trainer könne einem Spieler helfen, sein Potenzial abzurufen, «aber ich mache aus einem VW keinen Ferrari». Jetzt, ein paar Wochen danach, sagt er: «Ich bin mit dem Istzustand nicht zufrieden.»

Er hat ein dünnes Kader, manchmal standen ihm im Training nur 15 Feldspieler zur Verfügung. Ein Konkurrenzkampf um die Plätze konnte nicht stattfinden. Er hat 19-, 20-, 21-Jährige, die zwar talentiert, aber unerfahren sind. Routiniers wie Christian Schwegler, Christian Schneuwly, Claudio Lustenberger oder Juric suchen ihre Form oder fallen verletzt aus. «Entscheidend ist, wie das Kader ab dem 1. September aussieht», sagt Weiler nun und drückt damit seine Hoffnung aus, dass sich in der kommenden Woche noch der eine oder andere Transfer realisieren lässt. Die Unzufriedenheit über den Istzustand bezieht sich aber nicht nur auf die personelle Situation, sondern auch auf die Plätze. Der Rasen in der Swiss­por-Arena ist in einer schlechten Verfassung, die Spielfelder, auf denen trainiert wird, lösen ebenfalls Unmut aus.

Für Weiler sind das keine Details. Aber es ist ein Teil seiner Motivation, Veränderungen voranzutreiben. Der bald 45-jährige Winterthurer und ehemalige Sportchef des FC St.Gallen möchte dem Verein einen neuen Anstrich geben, mehr Ausstrahlung, aber eben: Irgendwann wird vieles eine Frage des Geldes. Und da wiederum darf bezweifelt werden, ob die Investoren auf einer Linie mit dem Trainer liegen. Bernhard Alpstaeg, der finanzstärkste Geldgeber, stellt sich auf den Standpunkt, dass ihm ein siebter Platz mit weniger Verlust lieber ist als ein zweiter Rang, der Kosten verursache.

Hohe Ticketpreise, weniger Zuschauer

Die derzeit vorhandenen Mittel reichen nicht, um dem Publikum eine Mannschaft zu präsentieren, in der neben Jugend und rou­tinierten Einheimischen zwei, drei klangvolle Namen stehen. Gleichzeitig macht sich Unmut breit, weil die Ticketpreise hoch sind. Das ist ein Teil der Erklärung, warum der Zuschauerschnitt in den bisherigen drei Heimspielen nicht einmal ganz 9000 betrug. Da bleibt manchmal nur das Prinzip Hoffnung und Zuversicht. Also sagt Weiler vor der Reise in die Ostschweiz: «Ich habe Spieler mit Charakter, die jeden Tag besser werden wollen. Ich glaube an sie.»

Angstgegner der vergangenen Saison

In der vergangenen Saison gewann Luzern gegen St.Gallen alle vier Spiele. Der letzte Sieg der Ostschweizer gegen die Zentralschweizer geht auf den August 2016 zurück. Seither holte St.Gallen aus sieben Begegnungen nur einen Punkt.
Vor der Begegnung vom Sonntag spricht allerdings nur die Statistik für Luzern. Während die Mannschaft von René Weiler aus vier Partien bloss drei Punkte gewann, sicherte sich St.Gallen sieben Zähler. Man dürfe sich von der Tabellensituation nicht blenden lassen, sagt St.Gallens Trainer Peter Zeidler. «Luzern verfügt über eine Mannschaft mit Qualitäten.» Mit einem Sieg könnten sich die St.Galler in der Spitzengruppe etablieren. Verzichten wird Zeidler auf Stjepan Kukuruzovic, der auf dem Absprung Richtung Lausanne ist. (red)

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