WEIHNACHTSGERÜCHT: Doch wieder Zinnbauer?

Die Suche nach dem geeigneten Trainer beim Karlsruher SC galt als abgeschlossen, Franco Foda hätte die Vakanz eigentlich antreten sollen. Doch der Sturm-Graz-Coach hat wohl abgesagt.

Christian Brägger
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Joe Zinnbauer - was steckt hinter den Gerüchten um den Trainer des FC St.Gallen? (Bild: Urs Bucher)

Joe Zinnbauer - was steckt hinter den Gerüchten um den Trainer des FC St.Gallen? (Bild: Urs Bucher)

Kinder wünschen sich zu Weihnachten viele Geschenke, durchaus gross dürfen sie sein. Den Erwachsenen reicht wohl schon ein leckeres Essen, und dem Karlsruher SC, dem Club der 2. Bundesliga in Abstiegsnot, würde allein schon ein neuer Trainer genügen, der seinem Format entspricht. Da dieser Coach auch weiterhin nicht gefunden ist, hält sich St.Gallens Trainer Joe Zinnbauer bei seinem ehemaligen Arbeitgeber hartnäckig im Kreis möglicher Kandidaten.

Eigentlich war alles angerichtet, Franco Foda stand bereit, der in Österreich den Tabellendritten Sturm Graz seit Jahren coacht und ein Freund von KSC-Sportchef Oliver Kreuzer ist. Foda hatte erst vor kurzem mit Sturm den im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wollen, aber weil dieses Ansinnen fürs Erste scheiterte, galt der Deutsche nach Dirk Schusters Absage als künftiger KSC-Coach.

Foda verreist in die Ferien

Doch irgendetwas lief schief oder die Ablöse aus dem Ruder, die der KSC hätte bezahlen müssen an die Grazer für den Wechsel; es heisst, für Fodas Loseisung hätten die Karlsruher in etwa 250'000 Euro aufbringen müssen. Zu viel? Oder war Foda gekränkt, weil Schuster, soeben beim Bundesligaclub Augsburg entlassen, ihn kurzzeitig als absoluten Wunschkandidaten überflügelt hatte? Am Sonntag meldeten jedenfalls süddeutsche Medien, der KSC habe sich mit Foda und den Grazern geeinigt. Doch das war eine «Ente», wie Medien in Österreich wiederum berichten. Stattdessen verabschiedete sich gestern Foda unverrichteter Dinge in seine USA-Ferien.

Man will in der Ostschweiz gewiss kein KSC-Experte werden, doch weil dieser 1894 gegründete Club sowie Kreuzer intensiv mit dem Lebensweg von St.Gallens Coach Zinnbauer verbunden sind, halten sich Gerüchte um Zinnbauer hartnäckig – das steigert konspirative Gedanken. Es heisst sogar, dass sich Zinnbauer mit Kreuzer vergangene Woche getroffen haben soll, auch wenn das nicht als gesichert gilt. Christian Stübi sagt, es sei bei ihm kein Angebot für Zinnbauer eingegangen. Der Sportchef des FC St.Gallen ergänzt: «Bis jetzt hat es überhaupt keine Kontaktaufnahme seitens des KSC mit uns gegeben.» Vielmehr sei man mit Zinnbauer daran, die Zeit nach der Winterpause zu planen. «Es ist alles im Lot.»

Oftmals kommen Geschichten an Weihnachten zu einem guten Ende. Auf ein solches ist insbesondere der KSC bedacht, wenn er Team und Rest der Rückrunde mit einem neuen Trainer planen will. Von daher droht also Eile. Und für St.Gallen? Vielleicht ist das alles einfach eine neue Weihnachtsgeschichte, die man sich in der Ostschweiz im Monat Dezember erzählt.

Christian Brägger