Verliert der FCSG seinen Captain an den Meister YB? Silvan Hefti bei der 1:3-Testspielniederlage gegen Freiburg ohne Einsatz

Captain Silvan Hefti kommt in der Testpartie gegen Freiburg als einziger Feldspieler in St.Gallens Aufgebot zu keiner Spielminute. Das heizt die Gerüchteküche an. Offenbar bekundet Meister Young Boys Interesse an einer Verpflichtung des 22-Jährigen. Doch Trainer Peter Zeidler beschäftigt auch, dass Nicolas Lüchinger erneut schwer am Knie verletzt ist.

Patricia Loher
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Verlässt er den FC St.Gallen? Captain Silvan Hefti hat eine starke Saison gespielt.

Verlässt er den FC St.Gallen? Captain Silvan Hefti hat eine starke Saison gespielt.

Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Die Berner Young Boys sind nach den Abgängen von Jordan Lotomba zu Nizza und Saidy Janko – der Leihspieler kehrt zum FC Porto zurück – auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger. Mit Quentin Maceiras vom FC Sion haben sie bisher erst einen Ersatz verpflichtet.

Am Samstag spielte der FC St.Gallen ein Freundschaftsspiel gegen den SC Freiburg Fussball Freundschaftsspiel . Im Bild die Nummer 16 Lukas Görtler.
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Der Espe Alessandro Kräuchi im Einsatz.
Jérémy Guillemenot und mit der Nummer 23 der Freiburger Dominique Heintz.
Im Freiburger Tor stand Lukas Watkowiak
Der Torschütze zum 1:1: Die St.Galler Nummer 24 Kwadwo Duah.
Der Espe Yannis Letard.
Angelo Campos für den FCSG im Einsatz.
Yannis Letard.
Angelo Campos.
Yannis Letard.
Mit der Nummer 25 für St.Gallen: Boubacar Faye Traorè.
Kwadwo Duah.
Alessandro Kräuchi.
Musah Nuhu mit der Nummer 3.
Trainer Peter Zeidler.
In der Mitte: Boubacar Faye Traorè.
Der Espe Michael Heule.
Spieler David Jacovic.

Am Samstag spielte der FC St.Gallen ein Freundschaftsspiel gegen den SC Freiburg Fussball Freundschaftsspiel . Im Bild die Nummer 16 Lukas Görtler.

Bild: Ralph Ribi

Laut «transfermarkt.ch» ist der Meister nun interessiert an Silvan Hefti. Der Vertrag des Captains bei seinem Stammklub läuft im nächsten Sommer aus. Der 22-jährige Goldacher hat eine starke Saison hinter sich. Hefti gehörte zu den besten Aussenverteidigern der Liga.

FCSG-Trainer Peter Zeidler.

FCSG-Trainer Peter Zeidler.

Bild: Ralph Ribi

St.Gallens Verantwortliche hielten sich nach dem Testspiel gegen Freiburg zurück. Sportchef Alain Sutter mochte sich nicht äussern. Trainer Peter Zeidler sagte nur:

«Aus meiner Sicht war er heute nicht einsatzfähig.»

Sorgenkinder Lüchinger, Nuhu und Staubli

Den Coach beschäftigten aber noch andere Dinge. So hat sich Nicolas Lüchinger erneut schwer am Knie verletzt, diesmal betrifft es das linke Knie. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Erst gerade am Freitag vor einer Woche kam der 25-jährige Rheintaler im Testspiel gegen Austria Lustenau zum ersten Einsatz seit mehr als einem Jahr.

Zudem musste Innenverteidiger Musah Nuhu gegen Freiburg nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler mit Knieproblemen ausgewechselt werden und Tim Staubli fehlte ebenfalls wegen Beschwerden im Knie.

Viel Kampf: St.Gallens Jérémy Guillemenot gegen Freiburgs Dominique Heintz.

Viel Kampf: St.Gallens Jérémy Guillemenot gegen Freiburgs Dominique Heintz.

Bild: Ralph Ribi

St.Gallen lässt zuviel zu

Im Testspiel im Kybunpark begab sich Freiburgs Trainer Christian Streich nach 20 Minuten im strömenden Regen an die Seitenlinie. Der charismatische Coach gestikulierte, seine Anweisungen waren laut. Nach einer guten Startphase hatte sein Team nachgelassen, oder vielmehr: St.Gallen wurde stärker.

Die Mannschaft von Trainer Zeidler legte ihren Respekt ab, fand ins Pressing und erspielte sich durch Jordi Quintillà und André Ribeiro zwei gute Möglichkeiten. Die beiden Teams begegneten sich nun auf Augenhöhe.

Dass es zu jenem Zeitpunkt noch 0:0 stand, hatte der FC St.Gallen vor allem seinem Goalie Lawrence Ati Zigi zu verdanken, der in den ersten 20 Minuten dreimal stark parierte. Herausragend war dann vor allem die Intervention des Ghanaers in der 29. Minute nach einem platzierten Kopfball von Yannik Keitel.

In der Startphase hatten sich die Ostschweizer vom Bundesliga-Achten der vergangenen Saison oft überlaufen lassen müssen. Freiburg war das bessere Team, in der sechsten Minute traf Roland Sallai nur den Pfosten.

Noch fehlen die Automatismen

Dann aber kämpfte sich St.Gallen in dieses Spiel. Natürlich konnte die Mannschaft nicht verbergen, dass sie in der Offensive um Neuzugang Florian Kamberi und nach den Abgängen von Cedric Itten und Ermedin Demirovic noch nicht richtig eingespielt ist. Aber sie stand nun kompakter und liess weniger zu als noch zuvor.

Es entwickelte sich ein flottes Hin und Her, die Spielanteile waren ausgeglichen, aber die besseren Möglichkeiten erarbeitete sich doch Freiburg. St.Gallens früherer Stürmer Demirovic vergab in der 51. Minute eine gute Gelegenheit, als er von rechts das Tor knapp verfehlte. Insgesamt hatten die ehemaligen Teamkollegen den Freiburger Stürmer aber gut im Griff.

St.Gallens neuer Stürmer Kwadwo Duah (links).

St.Gallens neuer Stürmer Kwadwo Duah (links).

Bild: Ralph Ribi

Ein Tor für Neuzugang Duah

Nach der Pause schickte Zeidler eine fast neu zusammengestellte Mannschaft auf das Feld. Zu Beginn tat sie sich schwer, sich zu finden. So traf Nicolas Höfler in der 68. Minute zum 1:0 für Freiburg. Aber auch dieses St.Galler Team mit den Neuzugängen Bouba und Kwadwo Duah steigerte sich nach den Anfangsschwierigkeiten. Zudem wechselte Zeidler Quintillà und Görtler wieder ein, was der Mannschaft Stabilität verlieh.

Als der neue Stürmer Duah in der 104. Minute den Ausgleich erzielte, war das verdient. Nur wenig später aber traf Amir Abrashi, der Ostschweizer in Freiburgs Diensten, zum 2:1 für die Gäste. In St.Gallens Abwehrverhalten schlichen sich Nachlässigkeiten ein, was Höler mit seinem zweiten Tor bestrafte. St.Gallens Trainer Zeidler sagte:

«Wir brauchen noch Geduld mit den neuen Spielern. Trotzdem darf es nicht sein, dass wir dem Gegner zehn hochkarätige Chancen zugestehen.»

St.Gallen – Freiburg 1:3 (0:0)
Kybunpark – 500 Zuschauer – Sr. Piccolo.
Tore: 68. Höler 0:1. 104. Duah 1:1. 107. Abrashi 1:2. 111. Höler 1:3.
St.Gallen. 1. Halbzeit: Zigi; Kräuchi, Stergiou, Ajeti, Muheim; Görtler, Quintillà, Ribeiro, Ruiz; Guillemenot, Kamberi.
2. Halbzeit: Watkowiak; Kräuchi (88. Quintillà), Nuhu (97. Görtler), Letard, Solimando; Jacovic, Rüfli, Heule; Bouba, Campos, Duah.
Freiburg: Flekken (60. Uphoff), Schmid (60. Kübler), Lienhart (60. Gulde), Heintz (91. Sildillia), Günter (78. Itter); Sallai (60. Kwon), Höfler (78. Abrashi), Keitel (78. Boukhalfa), Grifo (78. Borrello); Demirovic (60. Petersen), Jeong (60. Höler)
Bemerkungen: St.Gallen ohne Gonzalez, Babic, Alves, Fazliji, Staubli, Lüchinger (alle verletzt) und Strübi (nicht im Aufgebot), dafür mit den U21-Spielern Jacovic und Heule. – Partie über zweimal 60 Minuten.

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