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UNGENÜGEND: Treten an Ort

Bei der 0:2-Niederlage in Luzern zeigt sich der FC St.Gallen gegenüber dem Grasshoppers-Spiel verbessert. Die Leistung ist aber zu fehlerhaft, um die Zentralschweizer ernsthaft fordern zu können.
Ralf Streule
Die Luzerner freuen sich über ihr 2:0. Nach dem Treffer von Cedric Iten in der 86. Minute war den Espen die Niederlage sicher. (Bild: Keystone)

Die Luzerner freuen sich über ihr 2:0. Nach dem Treffer von Cedric Iten in der 86. Minute war den Espen die Niederlage sicher. (Bild: Keystone)

Wäre da die 72. Minute nicht gewesen, vielleicht hätte man beim FC St.Gallen nach dem Spiel von einer Reaktion gesprochen auf die zuletzt schwachen Leistungen. Man hätte das 0:0 als Erfolg auf dem möglichen Weg zur Besserung gepriesen. Und von einem Punkt geredet, der die Hoffnung an einer Europa-League-Teilnahme weiter am Leben hält. Das Gegentor in dieser Minute aber legte zu sehr offen, wie anfällig die St. Galler derzeit sind. Vier Fehler hatte St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer in dieser Situation gezählt, wie er später sagte. Am auffallendsten waren derjenige von Mohamed Gouaida, der einen Pass von Kofi Schulz aus der Defensive schlecht annahm und Hekuran Kryeziu förmlich zu dessen Prachtstreffer einlud. Kryezius Weitschuss wurde zu einem platzierten, für Daniel Lopar unhaltbaren Aufsetzer.

Daniel Lopar: Note 4: Muss schon nach fünf Minuten retten, als Marco Schneuwly alleine auf ihn zuläuft. Hat danach lange wenig zu tun. Ist schliesslich aber bei beiden Gegentoren chancenlos. Pariert in der Schlussphase einen Weitschuss von Nicolas Haas und verhindert damit das 0:3. (Bild: pd)Daniel Lopar: Note 4: Muss schon nach fünf Minuten retten, als Marco Schneuwly alleine auf ihn zuläuft. Hat danach lange wenig zu tun. Ist schliesslich aber bei beiden Gegentoren chancenlos. Pariert in der Schlussphase einen Weitschuss von Nicolas Haas und verhindert damit das 0:3. (Bild: pd)
Silvan Hefti: Note 3: Der junge St.Galler zeigt in der Defensive zunächst eine solide Leistung. Steht dann aber beim 0:2 zu wenig nahe bei Cedric Itten, der ihm enteilt und alleine vor Lopar trifft. Nach vorne zeigt Hefti zu Beginn zwei, drei verheissungsvolle Vorstösse, die aber letztlich nichts einbringen. (Bild: pd)Silvan Hefti: Note 3: Der junge St.Galler zeigt in der Defensive zunächst eine solide Leistung. Steht dann aber beim 0:2 zu wenig nahe bei Cedric Itten, der ihm enteilt und alleine vor Lopar trifft. Nach vorne zeigt Hefti zu Beginn zwei, drei verheissungsvolle Vorstösse, die aber letztlich nichts einbringen. (Bild: pd)
Karim Haggui: Note 4: Organisiert die Abwehr mit Übersicht. Im Kopfballspiel und eins-zu-eins-Situationen meist souverän. Bei Steilzuspielen wird er aber zu Beginn zweimal düpiert. Gegen Ende hin und wieder mit technischen Unsicherheiten. (Bild: pd)Karim Haggui: Note 4: Organisiert die Abwehr mit Übersicht. Im Kopfballspiel und eins-zu-eins-Situationen meist souverän. Bei Steilzuspielen wird er aber zu Beginn zweimal düpiert. Gegen Ende hin und wieder mit technischen Unsicherheiten. (Bild: pd)
Kofi Schulz: Note 2: Seine Aktionen nach vorne haben fast nie etwas Zwingendes. Auch in der Defensive in vielen Momenten ein Unsicherheitsfaktor, wird von Gegenspielern oft düpiert. Vor dem 0:1 verpasst er es, zu klären – und spielt einen gefährlichen Ball auf Gouaida. (Bild: pd)Kofi Schulz: Note 2: Seine Aktionen nach vorne haben fast nie etwas Zwingendes. Auch in der Defensive in vielen Momenten ein Unsicherheitsfaktor, wird von Gegenspielern oft düpiert. Vor dem 0:1 verpasst er es, zu klären – und spielt einen gefährlichen Ball auf Gouaida. (Bild: pd)
Andreas Wittwer: Note 3: Willig und am Ball solide, findet den Zugang zum Spiel aber nur selten. Verpasst es in einer Situation vor der Pause, entschiedener in den Abschluss zu gehen. (Bild: pd)Andreas Wittwer: Note 3: Willig und am Ball solide, findet den Zugang zum Spiel aber nur selten. Verpasst es in einer Situation vor der Pause, entschiedener in den Abschluss zu gehen. (Bild: pd)
Nzuzi Toko: Note 4: Kämpferisch zeigt Toko eine starke Leistung, ist vor der Abwehr physisch sehr präsent und entschärft viele Luzerner Angriffe schon in der Auslösung. Nach vorne ist von ihm aber weniger zu sehen als noch vor einigen Wochen. (Bild: pd)Nzuzi Toko: Note 4: Kämpferisch zeigt Toko eine starke Leistung, ist vor der Abwehr physisch sehr präsent und entschärft viele Luzerner Angriffe schon in der Auslösung. Nach vorne ist von ihm aber weniger zu sehen als noch vor einigen Wochen. (Bild: pd)
Mohamed Gouaida: Note 2: Ist vor der Abwehr ein Unsicherheitsfaktor. Vertändelt in der Vorwärtsbewegung zu oft den Ball und strahlt wenig Ruhe aus. Zum Beispiel vor dem 0:1 nach gut 70 Minuten, als ihm der Ball vom Fuss springt. (Bild: pd)Mohamed Gouaida: Note 2: Ist vor der Abwehr ein Unsicherheitsfaktor. Vertändelt in der Vorwärtsbewegung zu oft den Ball und strahlt wenig Ruhe aus. Zum Beispiel vor dem 0:1 nach gut 70 Minuten, als ihm der Ball vom Fuss springt. (Bild: pd)
Marco Aratore: Note 4: Laufbereit, fällt in der zweiten Halbzeit auf mit einer kämpferischen Leistung und mit seinen Vorstössen über rechts, die aber zu oft im Nichts versanden. (Bild: pd)Marco Aratore: Note 4: Laufbereit, fällt in der zweiten Halbzeit auf mit einer kämpferischen Leistung und mit seinen Vorstössen über rechts, die aber zu oft im Nichts versanden. (Bild: pd)
Sejad Salihovic: Note 3: Steht zum ersten Mal in der St.Galler Startformation. Hat zunächst Mühe, ins Spiel zu kommen und ist in der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Nach der Pause deutet er seine Übersicht und seine technischen Fähigkeiten an – und hat mit einem starken Freistoss eine der grössten St.Galler Chancen. (Bild: pd)Sejad Salihovic: Note 3: Steht zum ersten Mal in der St.Galler Startformation. Hat zunächst Mühe, ins Spiel zu kommen und ist in der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Nach der Pause deutet er seine Übersicht und seine technischen Fähigkeiten an – und hat mit einem starken Freistoss eine der grössten St.Galler Chancen. (Bild: pd)
Tranquillo Barnetta: Note 4: Nach einem schwächeren Spiel gegen Basel und der Sperre gegen die Grasshoppers gehört er wieder zu den besten St.Gallern. Macht kaum Fehler und ist sicher am Ball. Was fehlt, ist die Genauigkeit bei Abschlüssen und die entscheidende Aktion, die zu Gefahr führt. (Bild: pd)Tranquillo Barnetta: Note 4: Nach einem schwächeren Spiel gegen Basel und der Sperre gegen die Grasshoppers gehört er wieder zu den besten St.Gallern. Macht kaum Fehler und ist sicher am Ball. Was fehlt, ist die Genauigkeit bei Abschlüssen und die entscheidende Aktion, die zu Gefahr führt. (Bild: pd)
Albian Ajeti: Note 3: Ist sehr bemüht, als einzige Sturmspitze aber sehr gut abgeschirmt von der Luzerner Verteidigung. Hat eine einzige Abschlusschance in der ersten Halbzeit, dabei rutscht ihm der Ball aber über den Rist. (Bild: pd)Albian Ajeti: Note 3: Ist sehr bemüht, als einzige Sturmspitze aber sehr gut abgeschirmt von der Luzerner Verteidigung. Hat eine einzige Abschlusschance in der ersten Halbzeit, dabei rutscht ihm der Ball aber über den Rist. (Bild: pd)
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Die Noten der FCSG-Spieler gegen Luzern

Selbstvertrauen ist noch nicht zurück

So blieb am Ende der Eindruck hängen von einem etwas lauen Team, dass sich zwar im Vergleich zum Spiel bei den Grasshoppers steigern konnte und physisch wieder präsenter wirkte, das aber noch immer weit vom Selbstvertrauen des Rückrundenstarts entfernt ist. Zwar hielten die Ostschweizer die Partie lange ausgeglichen – was aber fehlte, war die Überzeugung und die zündende Idee im Spielaufbau. In diesem Bereich scheinen die St.Galler seit langem an Ort zu treten. Zwar hatten sie ihre Möglichkeiten, wie durch Albian Ajeti, der nach einer Viertelstunde einen Querpass von Marco Aratore nicht verwerten konnte. Zwingend spielten sich die St.Galler aber selten vors gegnerische Tor. Den Luzernern ging es umgekehrt lange ähnlich, auch wenn Lopar schon in der fünften Minute vor dem heranstürmenden Marco Schneuwly hatte klären müssen. Luzern verdiente sich den Sieg aber am Ende, da es überraschender, variabler und ideenreicher zu Werke ging.

Der St. Galler Marco Aratore kämpft um den Ball gegen den Luzerner Francois Affolter. (Bild: Keystone)Der St. Galler Marco Aratore kämpft um den Ball gegen den Luzerner Francois Affolter. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti im Zweikampf gegen den Luzerner Remo Arnold (rechts). (Bild: Keystone)Albian Ajeti im Zweikampf gegen den Luzerner Remo Arnold (rechts). (Bild: Keystone)
Der Luzerner Verteidiger Francois Affolter klebt am St.Galler Mittelfeldspieler Marco Aratore. Die Espen konnten keine ihrer vielen Torchancen realisieren. (Bild: Keystone)Der Luzerner Verteidiger Francois Affolter klebt am St.Galler Mittelfeldspieler Marco Aratore. Die Espen konnten keine ihrer vielen Torchancen realisieren. (Bild: Keystone)
Sejad Salihovic kämpft zwischen den Luzernern Hekuran Kryeziu (links) und Remo Arnold, um den Ball für sich zu behalten. (Bild: Keystone)Sejad Salihovic kämpft zwischen den Luzernern Hekuran Kryeziu (links) und Remo Arnold, um den Ball für sich zu behalten. (Bild: Keystone)
Der verkrampfte Gesichtsausdruck von Tranquillo Barnetta wiederspiegelt die Verzweiflung der St.Galler im Auswärtsspiel gegen Luzern. Trotz vieler Torchancen kamen die Espen nie zum Abschluss. (Bild: Keystone)Der verkrampfte Gesichtsausdruck von Tranquillo Barnetta wiederspiegelt die Verzweiflung der St.Galler im Auswärtsspiel gegen Luzern. Trotz vieler Torchancen kamen die Espen nie zum Abschluss. (Bild: Keystone)
Der Schiedsrichter Sascha Amhof (Mitte) zeigt dem St. Galler Andreas Wittwer (rechts) die gelbe Karte. (Bild: Keystone)Der Schiedsrichter Sascha Amhof (Mitte) zeigt dem St. Galler Andreas Wittwer (rechts) die gelbe Karte. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti im Zweikampf gegen den Luzerner Remo Arnold. (Bild: Keystone)Albian Ajeti im Zweikampf gegen den Luzerner Remo Arnold. (Bild: Keystone)
Der Rauch von gezündeten Petarden sorgt für einen kurzen Spielunterbruch. (Bild: Keystone)Der Rauch von gezündeten Petarden sorgt für einen kurzen Spielunterbruch. (Bild: Keystone)
Der Luzerner Marco Schneuwly im Kampf um den Ball gegen den St. Galler Karim Haggui. (Bild: Keystone)Der Luzerner Marco Schneuwly im Kampf um den Ball gegen den St. Galler Karim Haggui. (Bild: Keystone)
Torschütze Hekuran Kryeziu freut sich über sein 1:0 in der 72. Minute. Damit beendet er die Durststrecke der Luzerner, die insgesamt 270 Minuten lang in Heimspielen nicht mehr getroffen haben. (Bild: Keystone)Torschütze Hekuran Kryeziu freut sich über sein 1:0 in der 72. Minute. Damit beendet er die Durststrecke der Luzerner, die insgesamt 270 Minuten lang in Heimspielen nicht mehr getroffen haben. (Bild: Keystone)
Luzerner Torschütze Hekuran Kryeziu trifft aus 25 Metern zum 1:0. (Bild: Keystone)Luzerner Torschütze Hekuran Kryeziu trifft aus 25 Metern zum 1:0. (Bild: Keystone)
Die Luzerner freuen sich über den verdienten Heimsieg. (Bild: Keystone)Die Luzerner freuen sich über den verdienten Heimsieg. (Bild: Keystone)
Der Luzerner Cedric Itten erzielt das 2:0 gegen Goalie Daniel Lopar. (Bild: Keystone)Der Luzerner Cedric Itten erzielt das 2:0 gegen Goalie Daniel Lopar. (Bild: Keystone)
Die Luzerner freuen sich über ihr 2:0 in der 86. Minute. (Bild: Keystone)Die Luzerner freuen sich über ihr 2:0 in der 86. Minute. (Bild: Keystone)
Die Luzerner bedanken sich bei ihren Fans. (Bild: Keystone)Die Luzerner bedanken sich bei ihren Fans. (Bild: Keystone)
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Die Espen verlieren das Auswärtsspiel gegen Luzern

Beste Phase kurz nach der Pause

Änderungen gegenüber dem Spiel in Zürich hatte Zinnbauer vorgenommen: Er hatte den gelbgesperrten Roy Gelmi mit Gouaida ersetzt, der im Spiel nach vorne aber oft unüberlegt agierte. Im offensiven Mittelfeld stellte er erstmals von Beginn weg Sejad Salihovic neben Tranquillo Barnetta auf. Der Bosnier hatte Startschwierigkeiten, deutete seine technischen Fähigkeiten aber nach der Pause an, als die St.Galler ihre beste Phase hatten. Salihovics Freistoss nach einer Stunde war eine der besten Chancen der Gäste – neben zwei Versuchen aus der zweiten Reihe von Barnetta. Nach dem Gegentor versuchten die St.Galler, ihr Glück doch noch zu erzwingen. Zinnbauer brachte mit Yannis Tafer, Lucas Cueto und Roman Buess drei Offensivkräfte. Dies eröffnete den Luzernern Kontermöglichkeiten, welche Cedric Itten nach einem Stellungsfehler der St.Galler Hintermannschaft zum 2:0 ausnutzen konnte.

St.Gallen fehlen – nach zuletzt fünf Spielen mit nur zwei Punkten – unterdessen sechs Punkte auf Lugano und den fünften Platz, der mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einem Europacup-Platz berechtigt. Gegen Thun am kommenden Sonntag ist St.Gallen gefordert, will es den Anschluss an die Tessiner nicht verlieren – an ein Team, das aufgrund des Spielerpotenzials eigentlich hinter den Ostschweizern liegen müsste.

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