FC St. Gallen: Boubacar Traorè trainiert erstmals mit, Betim Fazliji erleidet Bänderriss

St.Gallen muss mehrere Wochen auf Betim Fazliji verzichten. Definitiv zum Team gehört seit gestern Boubacar Faye Traorè. Um seine Schreibweise gibt es einige Verwirrung.

Ralf Streule
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Matthias Hüppi und Alain Sutter mit dem neuen Flügelspieler Boubacar Faye Traorè.

Matthias Hüppi und Alain Sutter mit dem neuen Flügelspieler Boubacar Faye Traorè.

pd

Zwei Dinge interessieren im Montagstraining des FC St.Gallen besonders: Ist der Neue da? Und wie geht es Betim Fazliji? Der junge Verteidiger hatte sich am Freitag beim 5:0-Testspiel-Sieg gegen Austria Lustenau am Fuss verletzt. Bereits nach elf Spielminuten passierte ihm ein Fehltritt ohne Fremdeinwirkung.

Der Befund: Fazliji erlitt einen Bänderriss im Sprunggelenk. Eine Operation wird aber nicht nötig sein, Trainer Peter Zeidler hält es für gut möglich, dass Fazliji bis zum Saisonstart Mitte September wieder einsatzfähig ist.

Betim Fazliji wird, kaum hat das Testspiel am Freitag gegen Austria Lustenau begonnen, verletzt ausgewechselt;

Betim Fazliji wird, kaum hat das Testspiel am Freitag gegen Austria Lustenau begonnen, verletzt ausgewechselt;

Claudio Thoma / freshfocus

Die zweite Frage liess sich ebenfalls beantworten: Boubacar Faye Traorè trainierte am Montag mit den St.Gallern wie erwartet mit.

Flügelspieler, «der perfekt zur Spielphilosophie passt»

Der Wechsel hatte sich herumgesprochen, am Montagmorgen wurde er vom FC St.Gallen offiziell verkündet. Der 23-jährige Senegalese hat bei den Ostschweizern einen Vertrag bis 2022 unterschrieben. Traorè ist rechter Flügelspieler, kann also als Eins-zu-Eins-Ersatz für Axel Bakayoko gedeutet werden. Gemäss Mitteilung des Klubs ist er auch im Sturmzentrum einsetzbar und passt laut Sportchef Alain Sutter «genau zu unserer Spielphilosophie».

Ein Youtube-Video mit einer Zusammenstellung seiner Aktionen ist zwar mit Vorsicht zu interpretieren, zeigt aber, dass dies durchaus mehr als leere Worte sein könnten. Traorè zeigt schnelle Flügelläufe mit viel Zug und Stärken im Tackling.

Traorès Werdegang erinnert an jene von anderen Spielern, die zuletzt den Weg nach St.Gallen gefunden haben. Er kommt über Umwege nach St. Gallen, spielte im Nachwuchs des FC Turin, kam über Mannschaften aus der maltesischen und albanischen Liga zu Hapoel Kfar Saba aus der höchsten israelischen Liga. Dort absolvierte er in der vergangenen Saison 30 Einsätze, traf dreimal und gab drei Assists.

Über eine allfällige Ablösesumme wurde gemäss FC St.Gallen Stillschweigen vereinbart.

Boubacar Faye Traorè während des Testspiels gegen Austria Lustenau, zusammen mit den verletzten Lorenzo Gonzalez, Boris Babic und Vincent Rüfli (von links).

Boubacar Faye Traorè während des Testspiels gegen Austria Lustenau, zusammen mit den verletzten Lorenzo Gonzalez, Boris Babic und Vincent Rüfli (von links).

Claudio Thoma / freshfocus

«Traoré» oder «Traorè»? Am einfachsten «Bouba»

Verwirrung bringt Traorès Schreibweise. Der Name ist in Westafrika sehr häufig und wird oft mit «é» geschrieben, nicht mit «è» wie in der Medienmitteilung des Klubs und auf Fussball-Webseiten. Traorès Grussbotschaft auf der Klubwebseite klärt zumindest eines: Ausgesprochen wird der Name des neuen Spielers mit offenem «e», was der französischen Schreibweise «é» entspricht. Zeidler, für französische Sprache zu begeistern, geht auf Nachfrage zunächst von einer falschen Schreibweise auf der Webseite aus. Die Internetrecherche klärt aber auf: Auf 2000 «Traorés» gibt es einen «Traorè». Traorè ist also eine Perle – zumindest in etymologischer Hinsicht.

Bei der Beschriftung von Traorès Shirt musste sich der Klub nicht mit dem Namen-Problem beschäftigen. Der Schriftzug auf dem Rücken lautet schlicht: «Bouba».

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Ralf Streule