TRANSFERGEFLÜSTER: Tauscht der FCSG Ajeti gegen Sporar?

Der Wechsel von St.Gallens Albian Ajeti zum FC Basel stockt. Offenbar prüft der Serienmeister mit seinem Stürmer Andraz Sporar ein Gegengeschäft. Die Ostschweizer wirken nicht abgeneigt.
Christian Brägger
Fall Ajeti: Stimmt der FC St.Gallen einem Tauschgeschäft zu? (Bild: freshfocus)

Fall Ajeti: Stimmt der FC St.Gallen einem Tauschgeschäft zu? (Bild: freshfocus)

Eigentlich schien alles beschlossen. Doch die Vollzugsmeldung der Rückkehr Albian Ajetis zum FC Basel lässt auf sich warten, was auch damit zu tun hat, dass der Serienmeister weniger bezahlen will, als es dem FC St. Gallen lieb ist. Über Zahlen kann nur spekuliert werden, doch der neue Basler Sportchef Marco Streller sieht statt einer hohen Transfersumme offenbar lieber seinen Spieler Andraz Sporar für ein Jahr in der Ostschweiz parkiert. Stürmer für Stürmer also. Heisst konkret: Basel bezahlt für die Übernahme Ajetis, der in St. Gallen einen Vertrag bis 2021 hat, weniger Ablöse. Dafür erhält das Team von Giorgio Contini leihweise Zuwachs mit dem 23-jährigen Slowenen, der als talentiert gilt, sich in Basel aber nicht etablierte. Hinzu kommt eine höhere Transferbeteiligung, falls Ajeti irgendwann weiterverkauft wird.

Käme es tatsächlich zum Tauschgeschäft, entbehrte dies nicht einer gewissen Ironie, wenn man es nicht gar Laune des Schicksals nennen möchte. Denn der heute 20-jährige Ajeti war einst, als Basel im Januar 2016 Sporar von Olimpija Ljubljana verpflichtete, auch aus Protest dieses Zuzugs nur Tage später zu Augsburg «geflüchtet».

Marco Zwyssig (rechts) verliess den FC St.Gallen im Sommer 2001 in Richtung FC Tirol Innsbruck (heute FC Wacker Innsbruck) . Die Österreicher liessen sich den Innenverteidiger 220'000 Franken kosten. (Bild: Archiv STG)
David Marazzi wechselte nach dem Abstieg im Sommer 2008 zum FC Aarau. Der linke Mittelfeldspieler verbrachte zuvor 5 Saisons in der Ostschweiz. Kostenpunkt: 220'000 Franken. (Bild: Michel Canonica)
Seifedin Chabbi wurde im Sommer 2016 vom FC St.Gallen aus Lustenau geholt und bereits im Winter 2017 wieder verkauft. Seither spielt er wieder in Österreich. Sein aktueller Arbeitgeber Sturm Graz überwies 220'000 Franken in die Ostschweiz. (Bild: Benjamin Manser)
Mario Frick wechselte im Sommer 1996 vom FC St.Gallen zum FC Basel. Der damals 21-jährige Liechtensteiner kostete die Bebbis damals 220'000 Franken. 15 Jahre später kehrte Frick zurück in die Ostschweiz - mit überschaubarem Erfolg. (Bild: Ralph Ribi)
Der 19-jährige Tranquillo Barnetta verliess den FC St.Gallen im Sommer 2004 in Richtung Leverkusen. Dem Club bescherte er eine Ablösesumme von 270'000 Franken. Seit der aktuellen Rückrunde trägt das St.Galler Eigengewächs wieder grünweiss. (Bild: Archiv STG)
Michael Lang, aktueller Verteidiger des FC Basel und der Schweizer Nationalmannschaft, trug während vier Saisons das Trikot des FC St.Gallen. Nach dem Abstieg 2011 wechselte er zu den Grasshoppers. Die Ostschweizer kassierten eine Ablösesumme von 330'000 Franken. (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))
Éverton Luiz Guimarães Bilher, kurz Everton, spielte bis im Winter 2016 für den FC St.Gallen. Danach zog es ihn zu Partizan Belgrad. Der serbische Traditionsklub liess sich die Dienste des brasilianischen Mittelfeldmotors eine Ablösesumme von 380'000 Franken kosten. (Bild: Ralph Ribi)
Davide Callà sorgte im Sommer 2008 mit seinem Transfer zu GC für Unmut bei den Fans des FC St.Gallen. Als Kapitän verliess er die Espen, nachdem der Abstieg in die Challenge League feststand. Sein Wechsel spülte 440'000 Franken in die Kassen der Ostschweizer. (Bild: Sam Thomas)
Marcos Gelabert verliess den FC St.Gallen ebenfalls nach der Abstiegssaison 2007/2008. Es zog ihn zum FC Basel, der für den zentralen Mittelfeldakteur 440'000 Franken in die Ostschweiz überwies. (Bild: Ennio Leanza)
Stéphane Nater kam im Sommer 2012 von Servette Genf zum FC St.Gallen. Zwei Spielzeiten später mussten ihn die Espen wieder ziehen lassen. Er wechselte zum Club Africain Tunis in Tunesien. Ablösesumme: 440'000 Franken. (Bild: Urs Bucher)
Jörg Stiel, der Kapitän der Meistermannschaft 2000, verliess den FC St.Gallen im Sommer 2001 in Richtung Bundesliga. Borussia Mönchengladbach holte sich den damaligen Natispieler für eine Ablöse von ebenfalls 440'000 Franken. (Bild: Archiv STG)
Daniel Imhof verliess den FC St.Gallen ebenfalls in Richtung Deutschland und heuerte beim VfL Bochum unter dem St.Galler-Meistertrainer Marcel Koller an. Die Ostschweizer kassierten für den defensiven Mittelfeldspieler eine Ablösesumme von 550'000 Franken. 2010 kehrte Imhof zum FC St.Gallen zurück und beendete 2012 in grünweiss seine Karriere. (Bild: Archiv STG)
Der Argentinier Jesús Méndez trug nur während einer Saison das Trikot des FC St.Gallen und kehrte im Sommer 2008 in seine Heimat zu CA Rosario zurück. Ablösesumme: 600'000 Franken. (Bild: Michel Canonica)
Marc "Fussballgott" Zellweger verliess den FC St.Gallen im Winter 2002 für eine Ablösesumme von 655'000 Franken in Richtung Köln. Dort wurde er jedoch nie richtig glücklich und so fand er nach einem halbjährigen Intermezzo beim FC Wil wieder den Weg in die Gallusstadt, wo er bis 2010 das grünweisse Trikot des FC St.Gallen trug. (Bild: Archiv STG)
Ermir Lenjani kickte von Januar 2013 bis 2015 für den FC St.Gallen. Den Linksverteidiger zog es danach nach Frankreich zu Stade Rennes. Der aktuelle Nationalspieler Albaniens spülte 820'000 Franken in die Kassen der Ostschweizer. Weiter geht es mit den Top 5. (Bild: Urs Jaudas)
Die Top 5 werden von Eric Hassli eingeläutet. Der französische Stürmer verabschiedete sich nach seinem Engagement beim FC St.Gallen im Sommer 2006 in Richtung Frankreich zum FC Valenciennes. Kostenpunkt: 875'000 Franken. (Bild: foto-net / Markus Ulmer)
Moreno Costanzo eröffnet den Reigen der Millionentransfers. Der Offensivspieler, der derzeit beim FC Vaduz unter Vertrag steht, verliess die St.Galler nach der Saison 2009/2010 und heuerte bei YB an. Für den Transfer überwiesen die Berner 1,1 Millionen Franken in die Ostschweiz. (Bild: Urs Bucher)
Der dritte Platz in der Liste der teuersten Espen aller Zeiten geht an Óscar Ezequiel Scarione. Der Torschützenkönig der Saison 2012/2013 (21 Tore) war für den FC St.Gallen schlichtweg nicht zu halten. Sein Wechsel in die Türkei zu Kasimpasa Istanbul brachte den Espen 3 Millionen Franken ein. (Bild: Urs Jaudas)
Ivan "der Schreckliche" Zamorano zog es im Sommer 1990 nach zwei Saisons in der Ostschweiz nach Spanien zum FC Sevilla. Gemäss Tagblattartikel vom 16. August 1990 liessen ihn die Espen für 2,5 Millionen US-Dollar (damals 3,3 Millionen Franken) in Richtung Andalusien ziehen. (Bild: Archiv STG)
Charles Amoah, schoss den FCSG im Jahr 2000 zum zweiten Schweizer Meistertitel der Espen-Historie. Im Winter der Folgesaison verliess er die Espen und wechselte zu Sturm Graz. Bis heute wurde für keinen St.Gallen-Spieler mehr bezahlt als die 6 Millionen Franken, die von den Österreichern in den Stürmer investiert wurden. (Bild: Archiv STG)
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Die teuersten Espen aller Zeiten

Das ewige Lied vom fehlenden Geld

Selbstredend läuft auch neben dem 10-Tore-Mann Ajeti die Kaderplanung des FC St. Gallen auf Hochtouren. Dabei dürfte Sejad Salihovic kein Thema mehr sein, der ablösefreie Mittelfeldspieler ist begehrt. Längst unter Dach und Fach müsste Martin Anghas Übertritt zum FC Zürich sein. Dass dem nicht so ist, muss als schlechtes Signal gedeutet werden. Überdies dürfte Servettes Stürmer Jean-Pierre Nsamé wohl zu den Young Boys wechseln, und auch Luganos Armando Sadiku ist für den FC St. Gallen eher zu teuer geworden. Da hätte es der 19-jährige Alessandro Kräuchi einfacher: Der Mittelfeldspieler stand gegen Ende der Meisterschaft zweimal im Aufgebot – er kommt vom eigenen Nachwuchs.

Christian Brägger

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