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Kommentar

Trotz der leisen Enttäuschung für den FCSG zum Schluss – Tranquillo Barnetta hat es allen gezeigt

Der FC St.Gallen hat nach einer Achterbahn-Saison die Qualifikation für die Europa League knapp verpasst. Die Saison bleibt aber vor allem dank Tranquillo Barnetta trotzdem in guter Erinnerung. Der 34-Jährige hat sich in seiner letzten Profisaison in einen zweiten Frühling gekämpft. Dabei hatten ihn nicht wenige schon abgeschrieben.
Patricia Loher
Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion

Tranquillo Barnetta hat dem FC St.Gallen schöne Tage beschert. Im Herbst seiner Karriere führte der ehemalige Bundesligaspieler seinen Stammclub zum Ligaerhalt. Am Ende fehlte St.Gallen sogar bloss ein Tor zur Gruppenphase der Europa League, was dann doch noch eine Enttäuschung war. Aber das 4:1 gegen die Young Boys im letzten Heimspiel nach 17 Jahren als Profi bleibt unvergessen und war vor allem dank Barnetta ein Fest. Dabei hatten ihn nicht wenige schon abgeschrieben.

In Erinnerung ist Barnettas erstes Spiel für die Ostschweizer, als er in Vaduz einen fulminanten Einstand gab und ein Tor nur knapp verpasste. Es schien, als fände er den Tritt, als könne er bald all die Hoffnungen erfüllen, die er in St.Gallen geweckt hatte. Doch der Profifussball hatte Spuren hinterlassen, der Spieler wurde die Knieprobleme nicht mehr los. Die zweite Saison bei seinem Jugendclub war ein Auf und Ab. Bald fiel Barnetta öfter aus. Und als er wieder mittun konnte, reihte St.Gallen Niederlage an Niederlage.

Es hiess, Barnetta sei ein Jahr zu spät zurückgekehrt. Man sagte, die Liga in Amerika sei eben weniger fordernd als andere Meisterschaften. Als Barnetta unter dem neuen Trainer Peter Zeidler zu Beginn der Saison 2018/19 keine Rolle spielte und der 75-fache Schweizer Internationale zeitweise nicht einmal mehr dem Aufgebot angehörte, machte sich das ungute Gefühl breit, dass es das gewesen sein könnte mit der Karriere von Barnetta. Dass er sich irgendwann durch die Hintertür würde verabschieden müssen – still und leise. In einem Gespräch hatten Präsident Matthias Hüppi, Sportchef Alain Sutter und Trainer Zeidler dem Spieler mitgeteilt, dass er vorerst nicht auflaufen würde. Der Trainer sagte:

«Es wäre für uns alle das Beste, wenn Tranquillo immer spielte, den Unterschied ausmachte und mein verlängerter Arm wäre.»

Aber Barnetta schien ausser Rang und Traktanden gefallen zu sein.

Doch der Spieler hat sich auf eindrückliche Weise in einen zweiten Frühling gekämpft. Schon bei der ersten Einsatzchance wurde offensichtlich, dass der St.Galler das herausfordernde System seines Coaches am Besten versteht. Zeidler gestand im Winter, er habe das erst mit den Einsätzen gesehen. So richtig zeigte sich Barnettas Wert in den vergangenen Wochen. Als es schwierig wurde in dieser Rückrunde, als sein Team taumelte, war auf ihn Verlass. Mit Toren und Leaderqualitäten bewahrte er seinen Club vor der Barrage. Der 34-Jährige sagt:

«Wenn man es träumt, hätte man es so gemacht.»

Die Geschichte um den Mann, der sich nach seiner Rückkehr bei seinem Stammclub zu einem guten Ende durchgebissen hat, beinhaltet alles, um dereinst verfilmt zu werden.

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