Testspiel
Der FCSG wird für einen schwachen Auftritt mit vier Gegentoren bestraft, trifft dann aber dreimal – Neuzugang Noha Ndombasi mit zwei Toren

Der FC St.Gallen verliert das Testspiel beim 2.-Bundesligaklub Nürnberg nach einer schlechten ersten Halbzeit mit 3:4. Die zweiten 45 Minuten gehören dann allerdings den Ostschweizern. Patrick Sutter und der neue Spieler Noha Ndombasi treffen. Trainer Peter Zeidler findet deutliche Worte.

Patricia Loher
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St.Gallens neuer Stürmer Noha Ndombasi.

St.Gallens neuer Stürmer Noha Ndombasi.

Bild: Manuel Nagel

Das Zwischenresultat zur Pause war deutlich: Gleich mit 0:4 waren die St.Galler während der ersten 45 Minuten in Rückstand geraten. Die Ostschweizer, die mit neuen Spielern wie Albert Vallci, Grégory Karlen, Ricardo Alves oder dem Nachwuchsakteur Fabrizio Cavegn antraten, konnten die fehlende Abstimmung nicht verbergen.

Zudem waren die Nürnberger die besseren Zweikämpfer, wirkten präsenter und spielfreudiger.

Duah kommt nicht zum Einsatz

Nach etwas mehr als zehn Minuten führte Nürnberg bereits mit 2:0. Bei den Deutschen kam St.Gallens früherer Stürmer Kwadwo Duah nicht zum Einsatz. Der 25-jährige Berner wurde geschont.

St.Gallens Innenverteidiger Matej Maglica.

St.Gallens Innenverteidiger Matej Maglica.

Bild: Manuel Nagel

Den Gästen, die bereits am Vortag angereist waren, unterliefen viele Abspielfehler. Erst nach 20 Minuten fand die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler etwas besser ins Spiel. Allerdings strahlte sie kaum Gefahr aus. Der Abschluss von Karlen in der 40. Minute war St.Gallens erste gute Möglichkeit.

Zu jenem Zeitpunkt stand es jedoch bereits 3:0 für Nürnberg. Die Mannschaft aus der 2. Bundesliga überforderte St.Gallen mit ihrem schnellen Umschaltspiel, zudem erwies sich Nürnberg als sehr effizient. Kurz vor der Pause nutzte Manuel Wintzheimer eine weitere Chance zum 4:0.

St.Gallens Trainer Peter Zeidler sagte:

«Das war ganz, ganz schlimm und ging schon fast in Richtung blamabel. Der Gegner war aggressiv. Wir haben uns überrumpeln lassen und waren in entscheidenden Szenen richtig schlecht.»

Wenn man innert 40 Minuten vier Tore kassiere, habe man ein grosses Problem. Klar hätten einige Spieler gefehlt. «Aber es waren alles Stammspieler, oder Akteure, die Stammspieler sein wollen», so Zeidler.

St.Gallen steigert sich

Zur Pause wechselte der Coach bloss zweimal. Er schien seinen Spielern die Chance geben zu wollen, sich zu rehabilitieren. In der Tat gelang es St.Gallen, sich deutlich zu steigern.

Mit Altin Berisha (links), im Bild gegen gegen Felix Lohkemper, kommt auch ein Nachwuchsspieler des FC St.Gallen zum Einsatz.

Mit Altin Berisha (links), im Bild gegen gegen Felix Lohkemper, kommt auch ein Nachwuchsspieler des FC St.Gallen zum Einsatz.

Bild: Wolfgang Zink/Freshfocus

Die Mannschaft wirkte stabiler, liess weniger zu und schaffte es zum ersten Mal in diesem Spiel, den Gegner unter Druck zu setzen. Von Nürnberg, in der 2. Bundesliga an 13. Stelle klassiert, kam nur noch wenig. Nach 61 Minuten gelang Aussenverteidiger Patrick Sutter nach schöner Vorarbeit von Karlen das 1:4.

In der Folge wechselte Zeidler fünfmal, auch Neuzugang Noha Ndombasi betrat den Platz. St.Gallen hatte die Verpflichtung des 21-jährigen Franzosen, der zuletzt arbeitslos war, erst am Vortag bekannt gegeben. Bereits in der 79. Minute profitierte der neue Stürmer von der guten Vorarbeit von David Jacovic, vier Minuten später traf Ndombasi nach einer sehenswerten Einzelaktion gar noch zum 3:4.

Zeidler sagte:

«Nach der Pause hat vieles gestimmt. Ein paar Spieler sagten sich wohl: ‹Hey, das macht man nicht mit uns.› Wir waren präsenter, jeder half dem anderen ein bisschen mehr. Nun können wir doch noch erhobenen Hauptes ins Wochenende gehen.»

Am Samstag in einer Woche trifft St.Gallen in der Meisterschaft auswärts auf den FC Basel, ehe sieben Tage später das Auswärtsspiel bei den Young Boys ansteht.

Nürnberg – St.Gallen 4:3 (4:0)
Max-Morlock-Platz – 350 Zuschauer – Sr. Nouhoum (GER).
Tore: 9. Daferner (Foulpenalty) 1:0. 11. Wekesser 2:0. 30. Lohkemper 3:0. 44. Wintzheimer 4:0. 61. Sutter 4:1. 79. Ndombasi 4:2. 83. Ndombasi 4:3.
Nürnberg: Klaus, Gyamerah (62. Valentini), Schindler (82. Berschneider), Breunig, Wekesser (62. Brown), Tempelmann (73. Jahn), Geis (82. Ilic), Kayo (73. Nischalke), Lohkemper (46. Uzun), Wintzheimer, Daferner (73. Köpke).
St.Gallen: Zigi (46. Watkowiak); Sutter (62. Kräuchi), Vallci (78. Wiedermann), Maglica, Schmidt (62. Kempter); Karlen (62. Jacovic), Quintillà, Witzig (78. Berisha); Alves (62. Münst); Latte Lath (62. Ndombasi), Cavegn (46. Guidotti).
Bemerkungen: St.Gallen ohne Görtler (private Gründe), Stillhart, Guillemenot (alle geschont), Schubert, von Moos, Besio (alle verletzt), Stergiou, Schneider (beide U21-Nationalmannschaft), Akolo (Kongo) und Guindo (Mali) dafür mit Wiedermann, Berisha und Cavegn (alle St.Gallen U21).