Super League
Eine unnötige Heimpleite und ein Protest gegen personalisierte Tickets: Der FC St.Gallen verliert gegen Lausanne mit 0:1

Nach zwei Siegen gegen Basel und die Young Boys setzt es gegen das bisherige Schlusslicht aus Lausanne eine 0:1-Niederlage ab. FCSG-Verteidiger Musah Nuhu spielt dabei mit seinem Eigentor nach zwölf Minuten die ungewollte Hauptrolle.

Tim Naef
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Ein Bild mit Symbolcharakter: Lausannes Cheftrainer Ilija Borenovic motiviert seine Mannschaft, während FCSG-Spieler Isaac Schmidt auf dem Boden sitzt.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Lausannes Cheftrainer Ilija Borenovic motiviert seine Mannschaft, während FCSG-Spieler Isaac Schmidt auf dem Boden sitzt.

Keystone

Die Spielwertung

Viel zum Spiel gibt es nicht zu sagen. Die Partie war geprägt von vielen Fouls und Nickligkeiten. Die ersten 45 Minuten waren aus St.Galler Sicht desolat, die zweite Halbzeit etwas besser. Spielnote: 3

Die Tore

  • 0:1, 12. Minute, Musah Nuhu (Eigentor): Unglücklicher könnte es kaum laufen. Die Lausanner kommen nach einem Konter hinter die St.Galler Abwehr und bringen den Ball in die Mitte. Dort steht zwar kein Westschweizer, dennoch landet der Ball nach einem missglückten Klärungsversuch von Musah Nuhu im Tor. 

Die Spielanalyse

Der Anfang sieht vielversprechend aus. Der FC St.Gallen ist grösstenteils in Ballbesitz und lässt Ball und Gegner laufen. Dennoch steht es nach gut zwölf Minuten 1:0 für die Gäste aus Lausanne. Nach einem Konter scheint die Situation bereits geklärt. Doch Musah Nuhu beurteilt die Situation anders und will den Ball befreien. Er trifft den Ball nicht richtig und lenkt ihn so unhaltbar für Goalie Lawrence Zigi ins eigene Tor.

Der unerwartete Rückstand wirft den FC St.Gallen in der Folge völlig aus der Bahn. Ein Fehlpass folgt dem nächsten, von einem geordneten Spielaufbau ist nichts mehr zu sehen. Der Frust über den unnötigen Rückstand ist den St.Gallern bei jeder Aktion anzumerken. Das lässt man auch den Gegner aus der Westschweiz spüren. Mehrere harte Fouls sind die Folge. Nacheinander werden Isaac Schmidt (17. Minute), Nuhu (29. Minute) und Lukas Görtler (32. Minute) von Schiedsrichter Lukas Fähndrich verwarnt. FCSG-Coach Peter Zeidler darf schliesslich von Glück reden, dass die St.Galler beim Pausenpfiff noch zu elft auf dem Platz stehen. Unglücksrabe Nuhu hätte gut und gerne nach einer lautstarken Reklamation die rote Karte sehen können. Drei gelben Karten steht eine Halbchance gegenüber. Alles in allem: eine Halbzeit zum Vergessen.

Ein bemühter FC St.Gallen

Aus St.Galler Sicht muss sich in der zweiten Halbzeit dringend etwas ändern. Dieser Meinung ist auch Peter Zeidler. Er wechselt gleich doppelt. Anstelle von Schmidt kommt Jérémy Guillemenot und für Salifou Diarrassouba steht Victor Ruiz auf dem Platz. Und siehe da, die Wechsel und die Pausenansprache scheinen gewirkt zu haben. Die St.Galler erspielen sich gleich zu Beginn ein Übergewicht und vor allem Chancen. In der 48. Minute verpasst Görtler aus aussichtsreicher Position, sieben Minuten später macht es ihm Élie Youan gleich. Der FCSG ist nun deutlich die bessere Mannschaft auf dem Platz, macht es sich mit vielen Fehlzuspielen aber immer wieder selber schwer.

Torhüter Lawrence Ati Zigi, Basil Stillhart und Betim Fazliji.

Torhüter Lawrence Ati Zigi, Basil Stillhart und Betim Fazliji.

Andy Mueller / freshfocus

Die anfängliche Dominanz schwindet im Verlaufe des Spiels aber immer mehr. Zwar ist meistens der FCSG in Ballbesitz, wirklich gefährlich wird es in der Schlussphase aber nicht mehr für Lausanne-Goalie Mory Diaw. Die Westschweizer ihrerseits tauchen mit Kontern immer wieder gefährlich vor dem St.Galler Tor auf. In der 81. Minute dann die grösste Chance für die Gäste die Partie zu entscheiden. Nach einem Eckball zeigt der Unparteiische folgerichtig auf den Punkt, nachdem der eingewechselte Fabian Schubert seinen Gegner im Strafraum umreisst. Doch auch hier fehlt die Präzision. Puertas hämmert den Ball an die Latte.

Der Beste

Jérémy Guillemenot: Der Schweizer U-21-Nationalspieler bringt das St.Galler Angriffsspiel in der zweiten Hälfte in Schwung und erspielt sich selbst mehrere Chancen, einzig ein Torerfolgt bleibt ihm verwehrt.

Der Schlechteste

Das St.Galler Passspiel. Während der gesamten Partie unterlaufen Görtler und Co. ungewohnt viele Fehlpässe. Einer der Hauptgründe, weshalb es nicht zu einem Punktgewinn reicht.

Der Schiedsrichter

In einer zeitweise hitzigen Partie behält Schiedsrichter Lukas Fändrich die Ruhe und beweist in der einen oder anderen Situation Fingerspitzengefühl. Auch die Penaltysituation für die Gäste beurteilt der Unparteiische richtig.

Die Fans

Am Freitag hat die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) gefordert, dass ab der Saison 2022/2023 Tickets für den Eintritt in die Fussballstadien nur noch individualisiert, das heisst in Kombination mit einer Identitätskarte erhältlich sind.

Das passt dem Espenblock nicht. Kurz nach Anpfiff des Spiels wurden mehrere Transparente in der Fankurve gezeigt:

Daniel Walt

Die Reaktionen

FCSG-Trainer Peter Zeidler zum Spiel gegen Lausanne:

«Unsere Mannschaft ist noch nicht so stabil, dass wir von einem Rückstand zurückkommen können. »
«Es wäre heute extrem wichtig gewesen, zumindest einen Punkt zu holen. Das haben wir nicht geschafft.»

Einen positiven Aspekt konnte Peter Zeidler dem heutigen Nachmittag dennoch abgewinnen:

«Unser Publikum war heute wie immer super!»

Der Kybunpark war heute mit rund 16'000 Zuschauern beinahe ausverkauft.

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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