SUPER LEAGUE: Der elfte Versuch gegen die verflixten Vaduzer

Ausgerechnet zum Rückrundenauftakt trifft der FC St.Gallen heute ab 13.45 Uhr auswärts auf Angstgegner Vaduz. Unabhängig voneinander nehmen der Vaduzer Trainer Giorgio Contini und der St.Galler Coach Joe Zinnbauer zur Serie Stellung.

Christian Brägger
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Joe Zinnbauer (l.) und Giorgio Contini werden sich nichts schenken. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus (freshfocus))

Joe Zinnbauer (l.) und Giorgio Contini werden sich nichts schenken. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus (freshfocus))

Christian Brägger

So unmittelbar vor dem heutigen Start in die Rückrunde: Wie schätzen Sie heute den Formstand Ihrer Mannschaft ein?

Giorgio Contini:Wir haben alles dafür getan, dass wir zum Start bereit sind. Ich habe ein gutes Gefühl.

Joe Zinnbauer: Wir haben gut begonnen und gegen Ende zumindest von den Ergebnissen her nicht das abgerufen, was wir hätten können. Aber entscheidend ist das Spiel heute – ich bin von meiner Mannschaft überzeugt.

Gab es unerwartete Vorkommnisse in der Vorbereitung?

Zinnbauer: Wir hatten sehr stark mit Grippeproblemen zu kämpfen. Immer wieder sind Spieler ausgefallen. Somit mussten wir oft improvisieren und hatten selten die komplette Mannschaft im Training beisammen.

Contini: Bis auf die Verletzungen diverser Spieler, auch während des Trainingslagers, lief alles nach Plan. Natürlich ist es immer wieder bitter, wenn sich Langzeitverletzte zurückarbeiten und sich dann erneut verletzen. Das sind zweifelsohne unerwartete Vorkommnisse.

Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial Ihres Teams, wo liegen seine Stärken?

Contini: Wenn man unsere Statistik anschaut, ist es eindeutig, dass wir weniger Gegentore zulassen und selber mehr erzielen müssen.

Zinnbauer: Man kann sich im Prinzip immer noch in allen Bereichen verbessern, sei es in der Spieleröffnung, im Zweikampfverhalten oder im Abschluss. Das ist völlig normal. Ich möchte aber nicht hier und jetzt über Stärken oder Schwächen meiner Mannschaft sprechen. Wir sind auf einem guten Weg, das ist entscheidend.

St.Gallen hat Tranquillo Barnetta zurückgeholt. Was kann so ein Transfer in einem Team auslösen?

Contini: Ich behaupte: sehr viel! Als Identifikationsfigur kennt er die Mentalität, die der FC St.Gallen braucht, um Erfolg zu haben. Diese Erfahrung und seine fussballerischen Qualitäten wird Barnetta selbstverständlich ins Team einbringen können.

Zinnbauer: Über den Transfer haben wir hinlänglich geredet. Tranquillo ist ein wichtiger Spieler für uns, er ist ein Führungsspieler, wie wir ihn brauchen. Aber er alleine kann keine Wunderdinge bewirken, und es wird jetzt Zeit, dass er sich auf den Fussball konzentrieren kann und der Hype um seine Person nun etwas abnimmt.

Ist es ein Vor- oder Nachteil, dass es zum Start in den zweiten Teil der Meisterschaft ausgerechnet zum Nachbarschaftsderby kommt?

Zinnbauer: Es ist eines von 36 Spielen, welches wir gewinnen wollen.

Contini: Weder noch. Das erste Spiel ist immer sehr wichtig – egal, gegen welche Mannschaft man spielt.

Zehn Partien haben bisher in der Super League zwischen Vaduz und dem FC St.Gallen stattgefunden. Vaduz gewann sieben Mal, es gab drei Unentschieden. Wie nur konnte diese Bilanz entstehen?

Zinnbauer: Es bringt doch nichts, in der Vergangenheit zu verharren. Die Bilanz ist, wie sie ist, und wir werden alles daran setzen, sie heute zu unseren Gunsten zu verbessern.

Contini: Es ist schwierig, nach Gründen zu suchen. Wir bereiten uns auf jedes Spiel gleich vor, doch in diesen Begegnungen konnten wir zum Teil über uns hinaus wachsen oder hatten auch Fortuna auf unserer Seite.

Ist die Begegnung zwischen Vaduz und dem FC St.Gallen inzwischen eine reine Kopfsache?

Contini: Nicht nur. Es braucht schon die richtige Taktik, um den Gegner vor Probleme zu stellen oder zu überraschen.

Zinnbauer: Fussball ist oftmals auch Kopfsache, aber es wäre mir zu einfach, es nur darauf zu reduzieren. Sonst hätte jeder Spieler schon im Vorfeld eine Ausrede parat. Es gilt über das gesamte Spiel hin eine konstante Leistung zu bringen. Ob gegen Vaduz, Lausanne oder den FC Basel.

Heute könnte die Serie ausgebaut werden oder reissen. Warum wird das eine oder das andere passieren?

Zinnbauer: Das wissen wir dann, wenn die neunzig Minuten gespielt sind. Ich weiss nur, dass wir alles für den Erfolg tun werden.

Contini: Weil das die Regeln sind. Es kann einen Sieg, ein Unentschieden oder eine Niederlage geben.

Das Resultat könnte auch mitentscheidend sein, ob Sie die Saison­ziele anpassen müssen.

Zinnbauer: Ganz sicher nicht.

Contini: Nein überhaupt nicht! Egal, wie das Spiel gegen den FC St.Gallen ausgehen wird, unser Saisonziel bleibt der Ligaerhalt.