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St.Gallens vernebelte Startminuten

St.Gallen steigt fahrig ins Spiel gegen die Grasshoppers und verliert mit 1:2. Die Niederlage ist ärgerlich für die Ostschweizer – weil sie in der zweiten Halbzeit zeigen, wozu sie fähig wären.
Ralf Streule
St. Gallen rennt hinterher: Schon in der dritten Minute enteilt der Grasshopper Djibril Diani im Pyro-Nebel und legt zum 1:0 für die Zürcher auf. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

St. Gallen rennt hinterher: Schon in der dritten Minute enteilt der Grasshopper Djibril Diani im Pyro-Nebel und legt zum 1:0 für die Zürcher auf. (Bild: Andy Müller/Freshfocus)

«Züri seit Jooooooo!» Der Stadionspeaker jubelt, die GC-Anhänger tun es mit ihm, der Hardturm wird bald wieder zur Heimat des Grasshopper Clubs. Die Stadion-abstimmung stand gestern im Zentrum des Geschehens, und die Zürcher Fans unterstrichen gleich eines der zuletzt immer wieder vorgebeteten Argumente für ein Stadionprojekt: Am neuen Ort nämlich soll es nicht mehr so einfach sein, Pyromaterial und Böller ins Stadion zu bringen. Im Letzigrund gestern feierten die GC-Fans das Stadion-«Ja» vor dem Spiel und während der ersten Halbzeit mit viel Knall- und Feuerwerk. Während der fast gleich grosse St. Galler Anhang seine Antwort postwendend ebenso hell leuchtend gab.

St.Galler Geschenke am Zürcher Fussball-Festtag

So waren die ersten Minuten des Spiels in Nebel getaucht, und irgendwie schien es auch den St.Galler Spielern die Sinne zu vernebeln. Schon nach 14 Minuten lagen sie mit zwei Toren hinten. Und es war nicht etwa so, dass die Grasshoppers ein spielerisches Feuerwerk gezündet hätten. Sie hatten nur auf eines warten müssen: auf Fehler des Gegners. Und St.Gallen tat am Zürcher Fussball-Festtag diesen Gefallen. Zwar waren die Ostschweizer engagiert ins Spiel gestiegen, aber auch fahrig. Kekuta Manneh vergass in der Vorwärtsbewegung den Ball, Sekunden später traf Julien Ngoy, schon in der dritten Minute. Zehn Minuten später liess Goalie Dejan Stojanovic den Ball unbedrängt fallen, Nedim Bajrami profitierte.

Dejan Stojanovic: Note 2,5. Zwei Paraden, sonst aber mit einer schwachen Leistung. Unsicher bei hohen Bällen und bei Abschlägen. Verschuldet das 0:2.
Nicolas Lüchinger: Note 3. Unauffällig, in der Vorwärtsbewegung noch nicht der Alte. Beim 0:1 kommt er zu spät.
Silvan Hefti: Note 4. Wird zweimal überlaufen, sonst aber sicher und mit mehren starken Angriffsauslösungen.
Leonel Mosevich: Note 3,5. Wie viele andere schwimmt auch er in der Startviertelstunde, kommt selten in die Zweikämpfe.
Andreas Wittwer: Note 4. Starke zweite Halbzeit mit Vorwärtsdrang und Rettungstat. Zu Beginn aber ist auch er fehlerhaft.
Jordi Quintillà: Note 4,5. Im Mittelfeld wie auch später in der Verteidigung ballsicher. Bringt immer wieder Ruhe ins Spiel.
Vincent Sierro: Note 4,5. Beginnt zurückhaltend, wird dann einmal mehr zum auffälligen Denker und Lenker der St. Galler.
Majeed Ashimeru: Note 3,5. Für einmal spielt der Ghanaer fahrig. Viele Fehlpässe, nur selten zeigt er seine Ruhe und Übersicht.
Axel Bakayoko: Note 3,5. Sehr wechselhaft: Auf Klasseaktionen folgen fast immer einfache Fehler und Unkonzentriertheiten.
Roman Buess: Note 3,5. Hat kaum Aktionen, schafft aber Platz für Mitspieler. Steckt harten Ellbogenschlag weg.
Kekuta Manneh: Note 3. Oft sehen seine Aktionen vielversprechend aus, versanden dann aber. Verschuldet das 0:1.
Dereck Kutesa: Note 4. Er bringt Schwung in der zweiten Halbzeit, die letzte Abgeklärtheit bei Vorstössen aber fehlt.
Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Extrem ballsicher und abgeklärt. Gefährliche Hereingaben. Ein Fehler aber führt fast zum 1:3.
Yannis Tafer: Note 3,5. Er kann das Spiel nach seiner Einwechslung nur selten prägen. Vergibt aus spitzem Winkel das 2:2.
14 Bilder

Stojanovic unterirdisch, Lüchinger und Manneh nicht viel besser: Die Noten der FCSG-Spieler gegen GC

Ein Schock sei das gewesen, sagte Zeidler nach dem Spiel. Er sprach von «individuellen Fehlern»: ein abgedroschener Begriff, den er nicht möge, aber zum ersten Mal in St. Gallen benutzen müsse. Auch in der Folge waren die St. Galler fehleranfällig. Stojanovic zeigte bei hohen Bällen unübliche Schwächen, in der Vorwärtsbewegung agierten die Ostschweizer oft überhastet. Sie fanden aber dennoch mehr und mehr ins Spiel zurück. Zur ersten richtig gefährlichen St. Galler Aktion musste man aber bis in die Nachspielzeit der ersten Halbzeit warten. Roman Buess, der nach einem harten Ellbogenschlag Dianis mit Kopfverband spielte, vergab eine Hereingabe von Vincent Sierro sehr knapp.

St.Gallen wirbelt in der zweiten Halbzeit

Nur zwei Dinge machten in der Pause aus Ostschweizer Sicht Hoffnung: Dass die Grasshoppers, wie zuletzt sehr oft, in der zweiten Halbzeit nachlassen könnten. Und dass St. Gallen auch diesmal nicht zwei schwache Halbzeiten aneinanderreihen würde. Peter Zeidler brachte in der Offensive Tranquillo Barnetta und Dereck Kutesa, Axel Bakayoko und Jordi Quintilla rückten dafür in die Abwehrreihe. Tatsächlich wurde das St. Galler Spiel druckvoller, wirbliger – und vor allem Barnetta gab den St. Galler Angriffen jene Konturen, die man in der ersten Halbzeit vermisst hatte. Eine scharfe Flanke des St. Gallers landete direkt im Tor – die Ostschweizer waren wieder dran. Bis zum Ende des Spiels waren sie die deutlich bessere Mannschaft, ihr Pressing brachte GC in Schwierigkeiten – ausser einigen Kontern brachten die Zürcher nichts mehr zustande.

Doch auch Zeidlers Team brachte es gegen eine dichte GC-Abwehr nur noch zu meist geblockten Weitschüssen und einer Chance für Yannis Tafer aus spitzem Winkel. «Es war wohl vorherbestimmt, dass heute GC der Sieger sein muss», sagte Zeidler am Ende. Es war auch ein leicht hämischer Wink an die Zürcher, die an diesem Tag lieber über das Stadion als über Fussball sprachen. «GC ist ja schon fast auf dem Weg in die Champions League, und wir sind auch noch dabei.» Mittendrin, tatsächlich: vier Punkte Vorsprung auf den Barrageplatz, vier Punkte Rückstand auf den zweiten Platz.

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