«St.Gallen fällt auseinander», «Verräter», «schwach»: So reagieren Fans auf Silvan Heftis Wechsel vom FCSG zu Konkurrent YB

Fünf Jahre spielte er im Fanionteam des FC St.Gallen, seit zwei Jahren war er Captain der Ostschweizer. Nun wechselt Silvan Hefti zu Meister und Cupsieger YB. Die Reaktionen aus der St.Galler Fangemeinde fallen heftig aus. Es gibt zwar auch andere Stimmen im Netz – allerdings nur wenige.

Daniel Walt
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Bei vielen FCSG-Fans ist er jetzt untendurch: Silvan Hefti wechselt zu Ligakonkurrent YB.

Bei vielen FCSG-Fans ist er jetzt untendurch: Silvan Hefti wechselt zu Ligakonkurrent YB.

Bild: Benjamin Manser (St.Gallen, 11. Februar 2018

Wer die sozialen Medien und das Fanforum des FC St.Gallen in den letzten Tagen konsultierte, für den war klar: Dafür, dass Silvan Hefti bei den Espen auf dem Absprung stand, hatten die meisten Anhänger Verständnis. Nicht aber dafür, dass Hefti einen Transfer zu Ligakonkurrent YB statt einen Wechsel ins Ausland ins Auge fasste. Dementsprechend heftig sind die Reaktionen jetzt, wo Hefti für vier Jahre beim Meister und Cupsieger aus Bern unterschrieben hat.

«Verräter!»

Das schreibt beispielsweise Markus Frick auf der Facebook-Seite des Tagblatts. Emir Bosnic pflichtet ihm bei und hält fest, er finde Heftis Wechsel zu Konkurrent YB «irgendwie daneben» – einen Transfer ins Ausland hätte er dem Rechtsverteidiger hingegen gegönnt. Jonas Engler seinerseits hält Heftis Entscheid für «respektlos».

Auch auf Instagram ist der Tenor derselbe. Unter einem Beitrag, in dem sich Hefti von der «FCSG-Familie» und seinem «Herzensverein», wie er schreibt, verabschiedet, sammeln sich zahlreiche kritische Kommentare – hier nur ein paar wenige davon:

«Herzensverein, aber zu YB. Alles klar!»
«Ganz schwach, Herr Hefti!»
«Im Usland hettisch Grüewiss hinder dir gha. Eso machsch dir nur Feinde. Ehrelos!»
«Du hesch Sanggalle nie gliebt!»
«From hero to zero!»

«Für mich ist Hefti gestorben»

Im St.Galler Fanforum gehen die Wogen ebenfalls hoch. User Gordon schreibt beispielsweise: «Schade, selbst ein Dankeschön für das Geleistete fällt mir nun schwer, denn die Enttäuschung ist enorm. Ich hätte ihm einen Auslandtransfer zu 100 Prozent gegönnt, dieser Transfer ist aber so sackschwach, dass man kaum glaubt, dass einer zu so was fähig ist.»

User Mythos schreibt:

«Du hättest eine Legende werden können. Jeder hätte einen Wechsel ins Ausland verstanden, ja wir alle hätten uns sogar für dich gefreut und hätten deine Leistungen voller Stolz verfolgt, wären gar ein wenig zu Fans deines neuen Klubs geworden. Aber ein Wechsel innerhalb der Schweiz zu YB? Damit hast du allen Grün-Weissen und der ganzen Region das Messer mitten ins Herz gestossen. Deine Entscheidung, Silvan. Ab sofort nur noch einer von vielen.»

User Jabalito hält fest: «Mit diesem Entscheid haben Sie, Herr Hefti, tiefe Wunden hinterlassen, von denen Narben übrig bleiben werden. Sie haben ein weiteres Stück Vertrauen in die heutige Spielergeneration unwiderruflich zerstört.». Ben King seinerseits schreibt:

«Verstehe, wer wolle. Für mich ist Hefti gestorben.»

Twitter: Lob für Spycher und Berner Vorfreude auf Hefti

Auch auf Twitter ist Silvan Heftis Weggang vom FC St.Gallen ein Thema. Hier geht es allerdings deutlich gemässigter zu als auf anderen Plattformen. Ein Twitterer thematisiert den Substanzverlust, den die Ostschweizer mit den Abgängen von Itten, Demirovic und nun auch Hefti erleiden:

Ansonsten äussern sich auf Twitter vor allem Anhänger der Berner Young Boys – sie sind erfreut über den Zuzug aus der Ostschweiz. Urs Brönnimann beispielsweise schreibt, der Rechtsverteidiger habe seine Qualitäten in 150 Partien in der NLA unter Beweis gestellt – «der Vierjahresvertrag stellt für beide Parteien wichtige Weichen». Twitterer pbu79 seinerseits lobt die Qualitäten des YB-Sportchefs:

Es gibt auch Dankbarkeit und etwas Verständnis von FCSG-Fans

Bei aller Kritik von St.Galler Fans an Silvan Hefti, zu Ligakonkurrent YB zu wechseln: Es gibt auch Anhänger der Espen, die diesen Schritt nachvollziehen können. Auf der Tagblatt-Facebookseite beispielsweise bedankt sich Kommentator Robo bei Hefti mit folgenden Worten: «Schade, dass Du gehst. Danke für Deinen Einsatz für den FC St.Gallen. Alles Gute für die Zukunft!» Roger Heuss seinerseits gewinnt dem Wechsel insofern etwas ab, als dass der FCSG mit dem Transfer Geld verdient, während er in einem Jahr, nach Ablauf von Heftis Vertrag, leer ausgegangen wäre.

Auf Instagram erhält Silvan Hefti diverse Gratulationen zu seinem Wechsel – unter anderem von bisherigen Teamkollegen wie Leonidas Stergiou, Victor Ruiz oder Vincent Rüfli. Und auch einige Kommentare, in denen Verständnis für den Transfer zu YB geäussert wird, gibt es. So schreibt ein User, der Schritt Heftis sei logisch und gut überlegt, anstatt dass er sich entschieden habe, im Ausland zu «verrotten».

«Ich werde ihn nicht auspfeifen»

Im Fanforum des FC St.Gallen äussert sich User Espe_007 ebenfalls einigermassen verständnisvoll: «Ich hätte dir auch ein Engagement in einer Top-5-Liga zugetraut. So hättest du nebenbei auch deinen Status in der Ostschweiz behalten. Dieser ist mit diesem Wechsel natürlich beschädigt. Aber natürlich verstehe ich selbst als Fussballromantiker, dass du noch höhere Ziele anstrebst.»

Zeuge Ivans seinerseits schreibt:

«Für mich ist Silvan einer von uns und wird auch immer einer bleiben! Ich weiss jetzt schon, dass ich ihn bei Begegnungen gegen uns nicht auspfeifen und auch nicht mit irgendwelchen primitiven Gesängen eindecken werde! Er ist ein St.Galler Junge, der bestimmt nicht seinen letzten Karriereschritt gemacht hat heute! Freuen wir uns doch einfach am nächsten, den er macht!»