St.Gallen braucht einen Exploit

FUSSBALL. Für St.Gallen ist die Ausgangslage vor dem Rückspiel der Europa-League-Playoffs klar. Im Auswärtsspiel gegen Spartak Moskau darf das Team von Jeff Saibene nach dem 1:1 vom letzten Donnerstag nicht verlieren und muss mindestens ein Tor erzielen.

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Der FC St.Gallen trainiert am Mittwochnachmittag im Chimki-Stadion in Moskau - hier findet der Match gegen Spartak auch statt. (Bild: Urs Bucher)

Der FC St.Gallen trainiert am Mittwochnachmittag im Chimki-Stadion in Moskau - hier findet der Match gegen Spartak auch statt. (Bild: Urs Bucher)

Gegen den elffachen Champions-League-Teilnehmer ist ein Exploit vonnöten, wie ihn St.Gallen 2001 im letzten bedeutsamen Europacup-Auswärtsspiel realisiert hat. Damals setzte es sich unter Marcel Koller als erster Schweizer Klub bei einem Bundesligisten durch. Das 1:0 in Freiburg reichte schliesslich aber nicht zum Weiterkommen, weil das Rückspiel im Zürcher Hardturm 1:4 verloren ging.

FCSG-Fans empfangen das Team am Flughafen in Zürich. (Bild: Urs Bucher)
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Zwei Fans stehen für den Bus des FC St.Gallen am Flughafen in Zürich Spalier. (Bild: Urs Bucher)
Doppeltorschütze Goran Karanovic wird nach seiner Rückkehr aus Moskau interviewt. Links Dejan Janjatovic und Stéphane Nater. (Bild: Urs Bucher)
Gute Stimmung vor der Abreise: Spieler und Betreuer des FC St.Gallen posieren mit Fans am Flughafen in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goalie Daniel Lopar steuert am Flughafen in Zürich auf den Ausgang zu. (Bild: Urs Bucher)
Glückwünsche für Captain Philippe Montandon von zwei Anhängerinnen des FC St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Ein Bild als Erinnerung: Stéphane Nater vor der Abreise aus Moskau mit einem Fan des FC St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Riesiger Jubel bei den St.Galler Anhängern: Ihre Lieblinge stehen in der Gruppenphase der Europa League. (Bild: Urs Bucher)
Der Torschütze zum 3:1: Roberto Rodriguez feiert nach dem Spiel. (Bild: Urs Bucher)
Die grünweissen Fahnen wehten zahlreich in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Jeff Saibene beglückwünscht Dejan Janjatovic. (Bild: Urs Bucher)
Die gegen 400 St.Galler Fans unterstützten ihre Lieblinge lautstark. (Bild: Urs Bucher)
Riesenjubel bei St.Gallen: Ein akrobatischer Matias Vitkieviez. (Bild: Urs Bucher)
Die St.Galler jubeln mit ihren Anhängern nach dem Coup von Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Weiss auf Schwarz: Der FC St.Gallen gewinnt 4:2 bei Spartak Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goran Karanovic verschenkt sein Trikot an eine russische Fotografin. (Bild: Urs Bucher)
Bei der Aufstiegsfeier vor etwas mehr als einem Jahr noch ausgepfiffen, jetzt der grosse Sieger: Trainer Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Das Warten auf den Schlusspfiff. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic nach seinem Tor zum 4:2. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic lässt sich nach dem alles entscheidenden 4:2 feiern. (Bild: Urs Bucher)
Zwischenzeitlicher Frust bei den St.Gallern nach dem zweiten Moskauer Treffer. (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Doppeltorschütze Goran Karanovic gegen Evgeni Makeev. (Bild: Urs Bucher)
Enttäuschte Moskauer Fans - die ersten gingen schon ab der 70. Minute heim. (Bild: Urs Bucher)
Matias Vitkieviez im Kopfballduell mit Rafael Carioca. (Bild: Urs Bucher)
Der zweifache Torschütze Goran Karanovic wird ausgewechselt. (Bild: Urs Bucher)
Herrlich: Roberto Rodriguez trifft zum zwischenzeitlichen 3:1 für St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)
Der Ball geht rein: 3:1 für den FCSG! (Bild: Urs Bucher)
St.Gallens Mario Mutsch gegen Yura Movsisyan. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic behauptet den Ball. (Bild: Urs Bucher)
Er brachte St.Gallen auf die Siegerstrasse: Doppeltorschütze Goran Karanovic. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Jubel nach dem 1:1-Ausgleich durch Goran Karanovic. (Bild: Urs Bucher)
Gut gefülltes Stadion: Moskauer und St.Galler Fans. (Bild: Urs Bucher)
Engagiert an der Seitenlinie: Trainer Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Jeff Saibene und sein Assistent Daniel Tarone vor dem Match. (Bild: Urs Bucher)
Die St.Galler Startelf vor dem Anpfiff. (Bild: Urs Bucher)
Friedliche Stimmung: Moskauer Anhängerinnen mit dem geteilten Matchschal vor dem Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Fans des FC St.Gallen posieren mit zwei Moskauer Anhängern. (Bild: Urs Bucher)
Ein Gruppenbild vor dem Match im Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Volle Konzentration: Philippe Montandon, Daniel Lopar und Alhassane Keita (v.l.) vor der entscheidenden Partie. (Bild: Urs Bucher)
Von einer Polizeieskorte begleitet fährt der Mannschaftsbus des FC St.Gallen zum Match ins Stadion. (Bild: Urs Bucher)
St.Galler Fans auf dem Roten Platz in Moskau, kurz vor dem Spiel gegen Spartak Moskau. (Bild: Urs Bucher)
"Hopp Sanggalle" vor einmaliger Kulisse. (Bild: Urs Bucher)
Die Vorfreude auf ein einmaliges Spiel ist diesen St.Galler Fans ins Gesicht geschrieben. (Bild: Urs Bucher)
In sportlichem Tenü statt wie gewohnt im Anzug: Präsident Dölf Früh. Neben ihm verlässt Stürmer Alhassane Keita das Teamhotel. (Bild: Urs Bucher)
Der FC St.Gallen residiert im Moskauer Sheraton-Hotel. (Bild: Urs Bucher)
Ab zum Training: Cheftrainer Jeff Saibene besteigt den Bus beim Hotel. (Bild: Urs Bucher)
Der FC St.Gallen dreht im Chimki-Stadion Runden. (Bild: Urs Bucher)
Training in der Abendsonne: Ermir Lenjani (l.) und Matias Vitkieviez im Chimki-Stadion. (Bild: Urs Bucher)
In diesem Stadion entscheidet sich am Donnerstagabend, ob der FC St.Gallen die Gruppenphase der Europa League erreicht. (Bild: Urs Bucher)
Das Chimki-Stadion liegt rund 30 Kilometer ausserhalb Moskaus. (Bild: Urs Bucher)
Konzentriertes Arbeiten im Training in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Die Mannschaft trottet vom Platz. (Bild: Urs Bucher)
Eine Ansicht des Stadions aus der Vogelperspektive. (Bild: Urs Bucher)
Jeff Saibene inspiziert das Chimki-Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Einlaufen des Teams im Stadion. (Bild: Urs Bucher)
Stretchen, damit sich vor dem Match keiner mehr verletzt. (Bild: Urs Bucher)
Wie ein Feldherr: Jeff Saibene überwacht die Dehnübungen seiner Spieler. (Bild: Urs Bucher)
Trainer Jeff Saibene nimmt vor der Pressekonferenz Platz. (Bild: Urs Bucher)
Guter Dinge: Trainer Jeff Saibene und Goalie Daniel Lopar an der Medienorientierung vom Mittwoch in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Hallo, Moskau: Alhassane Keita und Matias Vitkieviez betreten russischen Boden. (Bild: Urs Bucher)
Stunden zuvor: Captain Philippe Montandon bei der Ankunft am Flughafen Zürich. (Bild: Urs Bucher)
Die Spieler und Trainer Jeff Saibene steigen am Flughafen Zürich aus dem Teambus. (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic, Ermir Lenjani, Goran Karanovic und Stéphane Nater (v.l.) vor dem Abflug nach Osteuropa. (Bild: Urs Bucher)
Letztes Interview auf Schweizer Boden: Jeff Saibene. (Bild: Urs Bucher)
Auch die Meinung von Captain Philippe Montandon ist vor dem Abflug nach Moskau noch einmal gefragt. (Bild: Urs Bucher)
Die Mannschaft des FC St.Gallen steigt in die Chartermaschine. (Bild: Urs Bucher)
Alhassane Keita verstaut sein Handgepäck. (Bild: Urs Bucher)
Mit viel Zuversicht im Gepäck fliegt die St.Galler Delegation nach Moskau - zuvorderst im Bild Goalietrainer Stefano Razzetti (links) und Präsident Dölf Früh. (Bild: Urs Bucher)
Captain Philippe Montandon hat sich einen Fensterplatz ausgesucht (Bild: Urs Bucher)
Matias Vitkieviez versucht sich als Flight Attendant. (Bild: Urs Bucher)
Cheftrainer Jeff Saibene hat auch im Flugzeug alles unter Kontrolle. (Bild: Urs Bucher)
Vertrieben sich die Zeit mit Musik: Stéphane Besle (links) und Sébastien Wüthrich nach der Landung in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Goalie Daniel Lopar und Verteidiger Mario Mutsch unterwegs in Richtung Flughafengebäude. (Bild: Urs Bucher)
Captain Philippe Montandon (Mitte) und Ersatzgoalie Marcel Herzog beim Transfer ins Flughafengebäude. (Bild: Urs Bucher)
Vor der Passkontrolle: Mario Schönenberger, Assistenztrainer Daniel Tarone, Marcel Herzog und Philippe Montandon (v.l.) (Bild: Urs Bucher)
Dejan Janjatovic nach der Landung in Moskau. (Bild: Urs Bucher)
Stéphane Nater am Moskauer Flughafen. (Bild: Urs Bucher)
Auf dem Weg ins Hotel Sheraton: Ermir Lenjani hat fast zuhinterst im Bus Platz genommen. (Bild: Urs Bucher)

FCSG-Fans empfangen das Team am Flughafen in Zürich. (Bild: Urs Bucher)

"Spartak zu Fehlern zwingen"
In der rund 19'000 Zuschauer fassenden Chimki-Arena im Nordosten Moskaus, wohin die Partie wegen der Umbauarbeiten im Luschniki-Stadion verlegt wurde, würde gegen Spartak ein 1:0 reichen. Es würde den FC St.Gallen im 22. Auftritt in einem UEFA-Wettbewerb, begleitet von rund 350 Fans, erstmals in eine Gruppenphase vorstossen lassen.

Die Strategie wird St.Gallen nach dem beherzten Heimauftritt in der AFG-Arena kaum ändern. «Wir wollen offensiv dagegenhalten», sagte Mittelfeldspieler Dejan Janjatovic. Spartak hatte vor einer Woche mit dem Pressing des Schweizer Aussenseiters teils massive Probleme bekundet. «Wenn wir sie mit einer ähnlichen Leistung zu Fehlern zwingen, liegt vieles drin», glaubt Stéphane Nater, der im defensiven Mittelfeld als Janjatovics Partner aufläuft. «Wir müssen einfach unsere Chancen nützen.» Die mangelnde Effizienz war die Ursache, dass St.Gallen zwar wettbewerbsübergreifend seit sechs Spielen ungeschlagen ist, beim FC Zürich (0:0) und gegen Spartak (1:1) aber nur zu Unentschieden kam.

Spartaks erste Niederlage
Bei Spartak Moskaus Trainer Waleri Karpin hinterliess die erste Niederlage der Saison Spuren. «Ein Team wollte gewinnen, das andere lief ein bisschen auf dem Feld herum», giftelte der einstige russische Internationale nach dem 1:2 bei Amkar Perm in Richtung eigene Mannschaft. Besonders die Leistung der Defensive missfiel Karpin. Von einem «Hühnerhaufen» war in einer Sportzeitung die Rede, entsprechend tief fielen die Benotungen der Verteidiger aus. Neuverpflichtung Joo Carlos und der Argentinier Juan Insaurralde hätten gar nicht gut harmoniert. Alles stehe im Zusammenhang mit dem langen Out von Abwehrchef Salvatore Bocchetti. Der Italiener muss wegen eines Risses des vorderen Kreuzbandes und weiterer Knieverletzungen mindestens sechs Monate pausieren. Neben Bocchetti fehlt auch der junge Sergej Brysgalow wegen eines Meniskuseinrisses rund zwei Monate.

Stärken eher in der Defensive
Inwiefern St.Gallen von der Desorientierung wird profitieren können, muss sich zeigen. Denn die Stärken der Ostschweizer waren seit Saisonstart eher in der Defensive als in der Offensive zu suchen. In der Meisterschaft ergibt sich aus sechs Spielen ein Schnitt von genau einem (Gegen-)Tor. Und um in die Gruppenphase vorzustossen, ist mindestens ein St.Galler Treffer Pflicht. Nur: Der neu verpflichtete Stürmer Alhassane Keita ist noch weit davon entfernt, seine Ankündigung («ich bin derselbe wie damals») auch nachhaltig zu demonstrieren. Bislang hat der Afrikaner, der beim FCZ bester Goalgetter der Super League war, einmal getroffen, ebenso wie Goran Karanovic und vier weitere FCSG-Spieler. (sda)