«Stergiou hat ein lustiges Pyjama, Muheim hasst es, zu verlieren, Demirovic liebt den Luxus und Babic geht jede Woche zum Coiffeur»: Das sagt FCSG-Spieler Lukas Görtler über seine Teamkollegen

«Stergiou hat ein lustiges Pyjama, Muheim hasst es, zu verlieren, Demirovic liebt den Luxus und Babic geht jede Woche zum Coiffeur»: Das sagt FCSG-Spieler Lukas Görtler über seine Teamkollegen

Er spielt im rechten Mittelfeld des FC St.Gallen, ist Vorkämpfer, Antreiber, ein Fels in der Brandung, deutsche Eiche halt. Doch Lukas Görtler ist noch viel mehr: Ansprechperson für Trainer Peter Zeidler und trotz der erst 25 Jahre eine Vaterfigur für die jungen Mitspieler. Keiner könnte seine Teamgefährten vor dem Hit gegen YB besser beschreiben als Görtler.

Christian Brägger
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Lawrence Ati Zigi: Die Maschine

«Zigi ist eine Maschine. Er hat einen unglaublichen, perfekten Körper für einen Fussballer, ist brutal reaktionsschnell, als Mensch ruhig und bodenständig. Zigi ist wohl der Fussballprofi, wie ihn sich ein Trainer wünscht. Als der Ghanaer ankam, wirkte er schüchtern, ruhig, auch in seiner Aussprache. Ein stilles, zurückhaltendes Element in der Mannschaft ist er bis heute geblieben, aber er ist schon aufgetaut, voll integriert und spricht nun mehr.»


Silvan Hefti: Der Liebling

«Ein absoluter Teamplayer, er macht das super als Captain. Für sein Alter ist er sehr weit, sehr erwachsen, auf und neben dem Platz. Was Silvan auf der rechten Seite macht, ist top. Es macht einfach nur Spass, mit ihm zusammenzuspielen. Es gab in meiner Karriere keinen anderen Mitspieler, mit dem ich mich auf dem Rasen so gut verstanden habe. Nicht unbedingt vom Spielen her, aber unsere Mentalitäten passen einfach. Wir können uns immer aufeinander verlassen, versuchen die Gegenspieler immer zu doppeln. Mit Silvan habe ich privat am meisten Kontakt, er ist ein sehr intelligenter junger Mann, interessiert sich für viele Dinge neben dem Fussball. Wir waren ja gemeinsam an einer öffentlichen HSG-Vorlesung über Albert Einsteins Relativitätstheorie. Auch unterhalte ich mich mit Silvan oft darüber, wie man das Geld in unserem Business perfekt anlegt. Nicht, um mehrfacher Millionär zu werden, sondern aus reinem Interesse, die eigenen Finanzen zu managen.»

Yannis Letard: Der Zuverlässige

«Mit ihm ist es für mich schwieriger, weil ich kein Französisch spreche. Wir unterhalten uns schon mal auf Englisch, aber natürlich geht das nicht so tiefgründig. Als Innenverteidiger ist er sehr zuverlässig, und ich kann mir nicht erklären, weshalb er in der 3. Liga Deutschlands bei Aalen so wenig Einsatzzeit bekommen hat. Das ist für mich unbegreiflich. Weil die Sprachbarriere da ist, habe ich neben dem Platz nicht so viel zu tun mit Yannis. Doch so wie es mitbekomme, ist er ein umgänglicher, lustiger Spieler, der in der französischen Gruppe super ankommt.»


Leonidas Stergiou: Der Leichtgläubige

«Im Trainingslager war Leo mit mir im Zimmer, und als er dann vor der ersten Nacht im lustigen Pyjama aus dem Bad kam, musste ich schon sehr lachen. Ich frage ihn bis heute alle paar Tage, ob er diesen Schlafanzug noch hat. Um Leo habe ich mich wohl am meisten gekümmert in der Mannschaft. Ihn habe ich von Anfang an gemocht, er ist jung, hat in dieser Saison einen grossen Schritt gemacht. Er hat ein unglaubliches Potenzial, vielleicht das grösste unserer Mannschaft. Er muss vielleicht noch ein paar Sprünge mit dem Körper machen, damit dieser auf ein Niveau wie dem von Silvan Hefti kommt. Leo hat auch den Willen, mehr zu investieren als andere. Er ist viel jünger als ich, und natürlich haben wir andere Interessen. Es wäre aber überhaupt nicht komisch für mich, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen würden. Leo fragt mich viele Dinge über Vertragsdetails und ich sage ihm, er solle mir dann den neuen Kontrakt zum durchchecken geben, bevor er unterschreibe. Er ist das Gegenteil von dumm, aber vielleicht etwas leichtgläubig. Ihm binde ich manchmal einen Bären auf, erzähle ihm Geschichten, die er mir anfänglich tatsächlich glaubt.»

Miro Muheim: Der Ehrgeizige

«Miro ist ein bisschen verrückt. Er hat verschiedene Facetten, mit ihm kann man sich auch über andere Themen unterhalten. Seine Mutter ist Künstlerin, darüber reden wir oft. Er fragt mich manchmal nach Rat in finanziellen Dingen. Im Training wird er schnell mal aggressiv, manchmal gibt es Konfrontationen mit den Mitspielern, ich bin auch schon an ihn geraten. Wobei das nicht negativ gemeint ist, im Gegenteil, das gehört zu seinem Naturell. In der Kabine ist dann eh alles wieder gut. Er ist sehr ehrgeizig, hasst es zu verlieren, nur schon deshalb bin ich froh, gehört er zu unserer Mannschaft. Schon im ersten Spiel gegen Luzern hat er einen Penalty verursacht, damals mit der Hand. Und nun wieder. Ich bin am vergangenen Sonntag nach dem Spiel zu ihm hin und hab ihm gesagt, ich hätte ihm am Morgen im Hotel ja schon davor warnen wollen, nicht nochmals einen Penalty zu verursachen.»

Jordi Quintillà: Der Vollprofi

«Ein absoluter Profi, bereitet sich im Kraftraum vor jedem Training und Spiel vor. Er hat alle Komponenten, um es weit zu bringen, ist intelligent im Kopf und auf dem Platz, technisch und fussballerisch top. Wir haben uns öfter über seinen Werdegang unterhalten. Er kam ja aus Puerto Rico. Mich reizt es ja auch, irgendwann mal völlig irgendwo anders zu spielen. Jordis Karriereweg an sich ist spannend. Von Puerto Rico aus war es vermutlich sein letzter Anlauf, in Europa Fuss zu fassen. Wer weiss, wenn es nicht funktioniert hätte. Doch heute ist er ein riesiger Leistungsträger. Er ist mir von der Art her sehr ähnlich – einfach im Spanischen.»

Betim Fazliji: Die Frohnatur

«Mit Betim verstehe ich mich blendend, ich habe viel mit ihm zu tun. Ein bisschen ist auch er noch naiv, aber das ist nicht negativ gemeint. Und natürlich ist er unser Mister 100 Prozent, hat immer gewonnen. Ich habe grossen Respekt vor ihm, weil er in dieser Saison bewiesen hat, dass er Stammspieler sein könnte, es für ihn aber schwierig ist, weil wir so gut besetzt sind. Ich habe ihn deswegen noch nie meckern hören, er verbreitet immer gute Stimmung, ist eine Frohnatur. Obwohl man beispielsweise in Luzern gespürt hat, dass es ihm nahegeht, wenn er nicht spielt. In der Innenverteidigung finde ich ihn fast besser als im defensiven Mittelfeld. Er hat so viel Talent, ihm gehört die Zukunft hier. Wer weiss, ob Jordi bleibt, oder es Veränderungen in der Innenverteidigung gibt – Betim wird danach dort die erste Wahl sein. Mir sind meine Haare ja nicht so wichtig und Betim geht andererseits mit Boris Babic und Ermedin Demirovic jede, ja jede Woche zum Coiffeur. Sie sagen mir dann jeweils, ich solle mitkommen, ziehen mich mit meinen Haaren auf. Einmal bin ich dann tatsächlich mit – und dann erst acht Wochen später wieder.»

Jérémy Guillemenot: Der Ruhige

«Mit ihm habe ich neben dem Platz weniger zu tun, verstehe mich aber wie mit allen Mitspielern sehr gut. Ein sehr guter Fussballer, eher ruhig, in der französischen Gruppe hat er einen guten Stellenwert. In der Mannschaft mag Jérémy jeder. Ich finde ihn auf der Zehn gut, ganz vorne im Sturm vielleicht noch einen Tick besser. Er kann viele Positionen spielen, ist technisch stark. Auf den ersten drei vier Metern hat er einen unglaublich guten Antritt. Diese Saison fehlen im vielleicht die Tore, doch im Training sieht man sein Potenzial, noch mehr zu machen.»

Cedric Itten: Der Lacher

«Ich kannte ihn vor seinem Kreuzbandriss nicht, er lebt nun wohl nochmals einen Zacken professioneller als davor. Am HSG-Vortrag war er auch dabei, obwohl es ihn dann wohl doch weniger interessiert hat. Cedi ist ein guter Junge, er war derjenige, der mich am besten aufgenommen hat, als ich ankam. Er kümmert sich sehr gut um die jungen Spieler, nimmt eine grosse Rolle im Team ein. Er lacht wohl am meisten über meine Spässe. Und wir unternehmen auch privat einige Dinge zusammen, auch wenn das in letzter Zeit ein wenig zu kurz gekommen ist.»

Ermedin Demirovic: Der Komplette

«Er hat einen komplett anderen Lebensstil als ich. Er liebt schöne Autos, teure Kleider, er mag das. Ich finde das überhaupt nicht negativ, es ist einfach das Gegenteil von mir. Ich habe ja eine App auf dem Handy, die absolute Mondphasen zeigt. Demi interessieren solche Dinge überhaupt nicht. Als wir dann zusammen im Teambus sassen, schwärmte ich von dieser neuen App. Demi sagte, zeig mal her... dann erklärte ich ihm diese neue Mond-App – und er erwiderte: Was willst du jetzt von mir? Im Trainingslager sind wir am Ende ja auch mal aneinandergeraten. Das passiert aber ja eigentlich nur mit Leuten, die du magst. Als Spieler ist er ein kompletter Stürmer. Mir fällt nur das Kopfballspiel ein, das er noch verbessern könnte. Er hat einen guten Abschluss, mit links und mit rechts, ist schnell, kann den Ball abschirmen, hat eine Top-Mentalität. Ich schwärme von seinen Fähigkeiten.»

Axel Bakayoko: Die Waffe

«Gross unterhalten kann ich mich mit ihm nicht, doch ich liebe es, ihn aufzuziehen. Über ihn muss ich immer lachen. Ich wäre wohl einer der letzten, mit dem er essen gehen will. Nicht, weil er mich nicht mag, sondern weil wir uns privat einfach nicht entsprechen. Am Mittwoch habe ich ihn ja im vollen Ernst gefragt, ob ich zu ihm Champions League schauen kommen dürfe. Er sagte sofort nein, das sei nicht möglich. Oder ich sage ihm scherzhaft, ich würde ihn bald nach Paris begleiten – er hat sofort mit nein geantwortet, natürlich könne ich nicht mitkommen. Er wüsste ja nicht, was er mit mir zwei Tage in Paris machen solle. Als Fussballer ist er mit seiner Schnelligkeit eine brutale Waffe, das hat man in Basel gesehen. Seine Verletzungen haben ihn aber schon ein wenig zurückgeworfen.»

André Ribeiro: Der Zuhörer

«Ihm versuche ich oft den Ratschlag zu geben, ruhig zu bleiben und weiter hart zu trainieren, auch wenn er nicht spielt. Er nimmt das auch richtig gut auf, obwohl mein Zureden gar nicht nötig wäre. Ich mache das, weil ich weiss, wie schwierig es ist, wenn du nicht spielst. Wenn du heimkommst und dich fragst, was mache ich hier eigentlich. In André sehe ich ein brutales Potenzial, er deutet es immer wieder an. Er hat wie viele einfach das Problem, dass es in dieser Saison super für uns läuft und der Trainer keinen Grund hat, umzustellen.»

Alessandro Kräuchi: Der Rapper

«Es trauen sich ja wenige, Spässe auf meine Kosten zu machen. Kräuchi aber schon, obwohl er jung ist. Er ist selbstbewusst. Er liebt die Musik, lässt meist deutschen Rap wie Capital Bra laufen. Und er macht selbst Musik, komponiert eigene Texte, nimmt Lieder auch im Studio auf. Diese Lieder laufen bei uns dann in der Kabine, ich habe mich unterdessen an sie gewöhnt – er macht es gar nicht so schlecht. Für ihn ist es wie für viele schwer, doch wenn er reinkommt, macht er es gut. Kräuchi sage ich oft, arbeite für dich, bleib dran. Irgendwann ist vielleicht der Silvan mal weg oder verletzt und dann musst du bereit sein.»

Fabiano Alves: Der Deutsche

«Fabiano ist sehr ruhig, sehr in sich gekehrt, höflich, ein Familienmensch. Die Sprachbarriere zu ihm ist noch grösser, es ist schwer für ihn hier Fuss zu fassen, ohne Deutsch- oder Englischkenntnisse. Er ist nicht der filigrane Brasilianer, er hat vielleicht eher was Deutsches. Er hat wie alle eine super Mentalität, und wenn er spielen würde, hätte ich überhaupt keine Bauchschmerzen. Ich mag ihn als Typen.»


Adonis Ajeti: Der Familienmensch

«Anfangs hatten wir wenig miteinander zu tun, zuletzt immer mehr. Er ist wohl viel daheim, hat ein Kind und eine Frau. Für Adonis habe ich mich extrem gefreut, dass er zuletzt im Kader stand. Er zeigt im Training, dass er mithalten kann. Er ging ja immer ein wenig unter, weil wir so viele gute Innenverteidiger hatten. Adonis ist zweikampfstark, hat vom Spielaufbau, vom Passspiel her wohl das grösste Potenzial der Innenverteidiger. Schade, ist er jetzt verletzt.»


Boris Babic: Der Mutige

«Er wird uns sehr fehlen aufgrund seiner Verletzung. Aber: Respekt, was er für eine Mentalität hat. Wenn er ein Tor schiesst, kommt er überall in den Medien. Viele könnten meinen, dass er abhebt und man müsse aufpassen, dass er auf dem Boden bleibt. Er ist trotzdem voll fokussiert, und eben überhaupt nicht überheblich. Er hat seine Chance eindrucksvoll genutzt. Ich verstehe mich sehr gut mit ihm. Boris, Betim, Demi, das ist die Albaner-Serbien-Bosnier-Connection, die ein bisschen anders sind als ich, die ich aber total gut mag. Von Boris hätte ich gerne den Mut. Viele Junge verstecken sich ja aus Angst vor Fehlern, ich war wohl auch so. Boris aber bietet sich immer an, hat keine Angst, ins Eins gegen Eins zu gehen. Er probiert immer etwas.»

Tim Staubli: Der Fasnächtler

«Ein unglaublich netter Typ, ich komme mit ihm sehr gut klar. Wir sind manchmal zusammen auf dem Zimmer, spielen dann auf einer App Games. Er regt sich dann immer auf, weil ich ihn regelmässig abzocke. Wir spielen aber nicht um Geld, er hat ja noch nicht so viel davon (lacht). Mit Tim könnte ich mir sehr gut vorstellen, an die Fasnacht zu gehen.»






Musah Nuhu: Der Nichtschwimmer

«So ein positiver Mensch, lacht sehr viel, sehr natürlich, bodenständig, ist glücklich, mit dem, was er hat. Nuhu hat keinen Führerschein, nimmt immer den Bus, und wenn er dann an der Haltestelle so wartet und ich vorbeifahre, nehme ich ihn mit. Hoffentlich wird er bald wieder fit, es wäre ihm zu gönnen. Ich habe mich viel mit ihm über Ghana und die verschiedenen Sprachen unterhalten. Er lebte ja in Acra, und das ist direkt am Meer. Ich ziehe ihn dann jeweils auf, wie das nur möglich ist, am Meer zu wohnen und wie Nuhu nicht schwimmen zu können.»

Nicolas Lüchinger: Der Nebenbeschäftigte

«Mit ihm verstehe ich mich gut. Ich mag ihn nur schon deswegen, dass er nebenher noch in der Firma der Eltern arbeitet. Das macht ihn sympathisch, weil er sich einen Kopf macht neben dem Fussball. Natürlich tut es mir leid, dass er nicht spielen kann in dieser Saison. Er hat gerade gestern zu mir gesagt, er werde mit Vollgas zurückkehren und das Feld überrollen. Das ist Lüchi, das ist seine Mentalität, die ich bewundere. Lüchi hat ja wie Hefti ebenfalls angefangen, sich vegetarisch zu ernähren - da haben sie sich von mir inspirieren lassen.»

Victor Ruiz: Der Gegenpol

«Oft braucht es jemanden, der an dich glaubt und dir Selbstvertrauen schenkt. Alain Sutter und Peter Zeidler haben an Victor geglaubt, und so sieht man, dass es auch auf ganz anderem Niveau als der vierten Liga Spanien geht. Auf dem Platz ist er der Gegenpol von mir. Ich als Achter versuche mehr die Kontrolle zu haben, defensiv mehr zu machen, will die Stabilität halten. Offensiv komme ich vielleicht mit mehr Wucht, dafür nicht so filigran wie Victor. Er interpretiert die Position anders, er presst auch richtig gut, seine Stärke ist aber, sich anzubieten, den freien Raum und den Ball zu suchen und daraus Chancen zu kreieren. Unser Mittelfeld macht ja gerade die Zusammenstellung mit Jordi, Victor und mir so stark. Jordi der Lenker, ich die Physis, Victor der Techniker. Privat ist Victor viel mit Jordi zusammen.»

Das sagt Lukas Görtler über seine anderen Mitspieler:

  • Lorenzo Gonzalez – der Profi: «Wir hatten noch wenig Berührungspunkte. Ein Profi, macht viel für seinen Körper. Lorenzo muss sich hier einleben, muss das liefern, was von ihm verlangt wird – dann kommt das gut.»
  • Milan Vilotic und Moreno Costanzo – die Problemlosen: «Sie sind die Ältesten und haben die grösste Erfahrung. Ich habe riesigen Respekt vor ihnen, wie sie mit ihrer Situation umgehen. Ich kenne das aus anderen Vereinen, dass gerade ältere Spieler aus verletzten Stolz oft Probleme machen, wenn sie nicht spielen. Bei ihnen ist das überhaupt nicht der Fall, vielmehr helfen sie uns in jeder Situation.»
  • Vincent Rüfli – der Lustigste: «Ein lustiger Typ, nach mir der Lustigste. Er, macht beispielsweise Breakdance, obwohl er es gar nicht kann. Maskiert sich, ist immer gut drauf, verhält sich top. Auch wenn er nur selten spielt.»
  • Angelo Campos – der Scheue: «Ein Talent, hat viel, was ein Spieler braucht, ist sehr ruhig, zurückhaltend. Ich mag an ihm, dass er sehr respektvoll ist. Von ihm würde ich mir aber manchmal wünschen, dass er auf dem Platz noch mehr wagt. Als junger Spieler musst du riskieren, weil du nicht so viele Chancen bekommst im Leben. Es ist wichtig, dass er bald den nächsten Schritt macht.»
  • Jonathan Klinsmann – der Nachname: «Er ist ja auch Deutscher, und ich wusste das natürlich: und dann spricht mich der Jonathan in unserer ersten Begegnung auf Englisch an. Er ist weit für sein Alter im Denken neben dem Platz. Klinsi hat einen grossen Nachnamen, ich weiss nicht, wie man mit so etwas umgeht. Ich glaube, er macht das positiv, ohne dass es ihn gross belastet. Wir sind auswärts oft zusammen im Hotel, kommen gut aus miteinander.»

Peter Zeidler: Der Klare

«Er war der Grund, weshalb ich kam. Er wollte mich unbedingt, gab mir ein gutes Gefühl. Peter Zeidler macht das überragend. Er schafft es, alle Spieler bei Laune zu halten, auch wenn er im Momentn einen gewissen Stamm gefunden hat. Trotzdem treten in der Mannschaft keine Probleme und Disziplinlosigkeiten auf. Er hält auch die Jungen im Boot. Der Trainer lässt unter der Woche eine gewisse Lockerheit zu, Richtung Spieltag steigert er dann den Fokus. Diese Mischung ist so wichtig. Ich mag Trainer, die klare Ideen haben. Peter Zeidler hat diese klare Idee. Ich hatte in meiner Karriere schon acht oder neun Trainer und bei den wenigsten wusste ich, wofür sie stehen. Bei ihm schon.»

Lukas Görtler: Der Vielseitige

«Der Luki kommt auch? Was soll ich über mich sagen. Ich bin stolz auf mich, ich weiss, dass ich mit 19 Jahren noch bei Bamberg war und nebenbei gearbeitet habe. Bis heute habe ich es über die zweite Bundesliga und Holland bis hierher geschafft, das alles ist nicht selbstverständlich. Im Team mache ich viele Spässe, lockere die Atmosphäre auf, ohne dabei den Fokus zu verlieren. In unserer jungen Mannschaft bin ich schon relativ weit, wie man über den Fussball denken kann, und auch neben dem Platz habe ich andere Interessen als ein Grossteil des Teams, Natur oder Wissenschaften zum Beispiel. Trotzdem habe ich zu allen einen guten Draht. Beispiel Demirovic: Sein Lebensstil und meiner sind grundlegend verschieden. Dennoch verstehen wir uns super, lachen jeden Tag zusammen. Ich lebe ja eher bodenständig, brauche wenig, um glücklich zu sein, lege wenig Wert auf materielle Dinge. Ich will einfach Spass haben, Zeit mit Freunden und meiner Freundin verbringen, und ich liebe Herausforderungen wie hier in St.Gallen. Ich habe mir ein Teleskop bestellt, gut möglich, kommt der Silvan mal bei mir vorbei und wir schauen gemeinsam die Sterne an. Auch wandere ich gerne und fahre gerne mit der Vespa in der Gegend herum. Ach ja, und ich sage, dass ich hier der beste Tischtennisspieler bin nach Boro Kuzmanovic.»

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