Da waren's nur noch zwei: St.Galler und Basler als einsame Kicker in der Wüste

Das einzige Super-League-Spiel des Wochenendes findet im Kybunpark statt. Für die St. Galler geht es gegen die Basler auch darum, sich für die 0:5-Heimniederlage vom Juli zu revanchieren. Trainer Peter Zeidler versucht, in diesen unsicheren Coronazeiten den Fokus auf dem Sportlichen zu behalten. Und Präsident Matthias Hüppi freut sich über die grosse Fan-Solidarität, die sich abzeichnet.

Ralf Streule
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Leonidas Stergiou gegen Basels Kemal Ademi: An dieses Spiel vom 22. Juli haben die St. Galler schlechte Erinnerungen. 0:5 hiess es am Ende.

Leonidas Stergiou gegen Basels Kemal Ademi: An dieses Spiel vom 22. Juli haben die St. Galler schlechte Erinnerungen. 0:5 hiess es am Ende.

Claudio Thoma / freshfocus

Der FC Basel tritt im Kybunpark an, und nur 50 Zuschauer gehen hin. Ein Worst-Case-Szenario aus Ostschweizer Sicht, würde man denken. Aber in gewisser Hinsicht können sich die St.Galler trotz allem glücklich schätzen – schliesslich ist ihre Partie vom Sonntag, 16 Uhr, die einzige, die an diesem Wochenende in der Super League überhaupt noch ausgetragen wird. Mehrere Teams sind durch Quarantänemassnahmen ausgebremst. Und auch das Spiel in St.Gallen kann nur durchgeführt werden, weil die Basler ihre Quarantäne inzwischen ausgesessen haben. Fussball in Coronazeiten ist kompliziert – und wird täglich komplizierter.

Peter Zeidler und sein Team wollen das Coronachaos möglichst ausblenden. Er sagt:

«Natürlich wird im Team leidenschaftlich über die aktuelle Situation diskutiert.»

Und natürlich präge Corona auch das Fussballerleben. Aber nach wie vor sei es so, dass die Spieler den Kopf frei hätten, wenn sie auf dem Spielfeld stehen. «Das ist die Kraft des Sports», so Zeidler.

St.Gallen in der Offensive noch auf der Suche

Und so soll am Sonntag gegen den FC Basel also vor allem das Sportliche im Zentrum stehen. An der Pressekonferenz vom Freitag werden die Journalisten irgendwann gebeten, doch auch Fragen zum bevorstehenden Spiel zu stellen. Zeidler sagt:

«Wir sind bereit für den nächsten Schritt.»

Noch habe sein Team die Trainingsleistungen in den bisherigen Meisterschaftsspielen nicht auf den Platz gebracht. Wobei er der 0:1-Niederlage in Lugano viel Positives abgewinne. «Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, in Lugano ist das nicht selbstverständlich.» Vor allem in der Offensive scheint Zeidler jedoch noch auf der Suche nach der richtigen Lösung zu sein. Noch fehlen die Automatismen.

Dass man dennoch auf dem zweiten Platz steht und die spielfreien Young Boys mit einem Sieg wieder überholen würde, spricht für die Ostschweizer.

Basel seit vier Wochen ohne Meisterschaftsspiel

Basel wird wohl erstmals mit Neuzugang Pajtim Kasami antreten. Dafür ist ein anderer Neuzugang, Timm Klose, aufgrund eines positiven Coronatests nicht mit von der Partie. Taulant Xhaka wird zudem verletzt fehlen. Gegen die Basler geht es für die St.Galler auch darum, das 0:5 im Heimspiel vom Juli auszumerzen. «Jene Partie war prägend für uns. Es war das Ende unserer kühnsten Träume», so Zeidler.

Die Basler haben seit vier Wochen kein Meisterschaftsspiel mehr absolviert, sind nach Verlustpunkten aber gleichauf mit St.Gallen. Im Testspiel am Mittwoch gegen Xamax hat das Team von Trainer Ciriaco Sforza den Rhythmus beim 5:3 bereits wieder gefunden.

Hüppi überwältigt von der Solidarität der Fans

Da nur 50 Zuschauer im Stadion erlaubt sind, kommen nur die engsten Businesspartner des FC St.Gallen in den Genuss eines Spielbesuchs. Am Rand der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Basel kam Präsident Matthias Hüppi auf die Zuschauersituation zu sprechen. Auf seine Videobotschaft an die Fans vom Donnerstag sei die Reaktion überwältigend gewesen. «Wir können uns auf unsere Fans verlassen.» Viele der gegen 10000 Saisonabonnenten dürften also vorerst keine Rückzahlung des Abopreises einfordern. Vieles hänge nun aber davon ab, wie lange Geisterspiele ausgetragen werden müssten, sagte Hüppi. «Entscheidend ist, dass wir die Verbindung zu unseren Fans weiterhin pflegen.»

Mögliche Aufstellung: Zigi; Kräuchi, Stergiou, Fazliji, Muheim; Görtler, Quintillà, Ruiz, Stillhart; Duah, Kamberi