Der FCSG spaziert im Cup in die nächste Runde - Coach Zeidler träumt vom Final

Gegen Muri gibt sich der FC St.Gallen im Sechzehntelfinal keine Blösse. Er besiegt den Unterklassigen gleich mit 7:0, Roman Buess und Cedric Itten treffen je zweimal. Nun wartet im Achtelfinal der FC Sion.

Christian Brägger, Muri AG
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Der Widersacher ist nicht Basel oder Zürich. Aber die Bilder bleiben in der zweiten Cup-Hauptrunde gegen den FC Muri, den Club der 2. Liga interregional, dieselben. Da ist seit dieser Saison ein FC St. Gallen am Werk, der wie immer im 4-3-3 den Kontrahenten bearbeitet. Da ist eine tadellose Einstellung – davon ausgenommen der Heimauftritt gegen Luzern. Da ist Peter Zeidler, der den Cup-Wettbewerb nicht zum Pröbeln nimmt, die Stammformation aufs Feld schickt und noch vor der Partie den Gegner starkredet. Und da ist abermals St. Gallens Trainer, der seine Spieler auf dem Rasen im Kreis versammelt, wie er das immer tut unmittelbar nach dem Pausenpfiff, um in einer Art Schnellanalyse Schlechtes und Gutes zusammenzufassen.

Regeneration steht im Fokus

In Muri darf Zeidler bei dieser Kurzansprache nur lobende Worte verwenden, da sein Team bis dahin gefällt und es schon 5:0 führt. Und den Sonntag im Freiamt zum Spaziergang werden lässt. 7:0 lautet nach zwei Treffern von Roman Buess schliesslich das Verdikt, weil die Ostschweizer in der zweiten Halbzeit nicht mehr immer das Gaspedal finden, wie Zeidler später sagt. «Wir wollten auch in der zweiten Halbzeit Vollgas geben.» Tatsächlich lassen die St. Galler ein wenig nach, doch ist nicht mehr nötig, und die Kräfte schwinden nach der harten Trainingswoche. Zeidler sagte:

«Wir müssen uns nun gut regenerieren, auch wenn der Gegner in Anführungszeichen nur Muri gewesen ist. Um dann gegen Lugano bereit zu sein», sagt Zeidler.

Ein Volksfest, aber keine Überraschung

Nur Muri. Was haben sie sich vorgenommen fürs wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte, die Murianer und ihr Stürmer, der ehemalige Profi Cristian Ianu – er hat gegen St. Gallen schon fünfmal getroffen. Wie sehr wollen sie die nationale Bühne für Volksfest wie Cup-Überraschung nutzen; von Letzterem ist das Heimteam vor 2400 Zuschauern weit entfernt, die Partie schon nach wenigen Minuten gelaufen, weil St. Gallen mit Vincent Sierros Tor 2:0 vorne liegt. Ohnehin ist die Leihgabe des SC Freiburg der Mann des Spiels, oder zumindest dieser ersten Halbzeit. Nach fünf Minuten verleitet der zentrale Mittelfeldspieler mit seiner Hereingabe den Verteidiger Shpend Matohsi zum Eigentor. In der 18. und 34. Minute gibt Sierro die Assists zu Toren von Cedric Itten und Majeed Ashimeru, der den ersten Treffer in einem Pflichtspiel für den für den FC St. Gallen erzielt. Kurz vor der Pause ist es dann erneut Itten, der einen an ihm verursachten Foulpenalty verwertet.

Und so bleibt von diesem Auftritt der doch recht gute Eindruck haften, den der FC St. Gallen hinterlässt. Konzentriert, zielstrebig, offensiv, mit hohem Pressing tritt er an und überfordert den Unterklassigen regelrecht mit seiner Taktik. Der Zeidler-Fussball scheint besonders solche Teams zu erdrücken, anders sind das 6:0 gegen Ueberstorf und nun das 7:0 gegen Muri nicht zu lesen. «Unser Spiel macht es für Gegner tieferer Ligen extrem schwierig, es verleitet sie zu Fehlern, weil wir ihnen keine Verschnaufpause geben», sagt Itten; er ist nach zwei Runden nun siebenfacher Cup-Torschütze.

Zeidler träumt vom Cupsieg

Immerhin wird bei der Auslosung Buess’ Wunsch erhört und St. Gallen erhält im Achtelfinal ein Heimspiel. Dann aber wird es gegen Sion am 31. Oktober/1. November anders zur Sache gehen, auch wenn die Walliser den Nimbus des ewigen Cupsiegers eingebüsst haben. Zeidler sagt:

«Mit drei Erfolgen wären wir im Final. Ich träume vom Cupsieg. Aber es geht von Runde zu Runde.»