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3:1-Erfolg gegen Servette: St.Gallens doppelte Erleichterung

Beim 3:1-Erfolg gegen Servette gewinnt St.Gallen neben Punkten die Erkenntnis, dass sich Risiko auszahlt.
Ralf Streule
Der Spanier Victor Ruiz, der Mann des Spiels, bejubelt seinen Führugstreffer. Links sein Landamann Jordi Quintillà. (Bild: Urs Bucher)

Der Spanier Victor Ruiz, der Mann des Spiels, bejubelt seinen Führugstreffer. Links sein Landamann Jordi Quintillà. (Bild: Urs Bucher)

Peter Zeidler gab es nach dem Spiel mehrmals zu: Etwas Glück hatte sein Team am Samstag beanspruchen müssen, um gegen Servette auf die Siegerstrasse zu gelangen. «Ich weiss nicht, ob wir nach der Cup-Niederlage ein frühes Gegentor weggesteckt hätten.» Ein solches lag im Kybunpark in der Luft, als Servette in den ersten zehn Minuten wirbelte und St.Gallens Abwehr nervös wirkte.

Am Ende ging für den Trainer aber alles auf. Gelöst wie selten gab er Auskunft. Endlich war dem FC St.Gallen wieder einmal ein zweiter Heimsieg in Folge geglückt, wieder hatte sein Team dreimal getroffen. Was Zeidler aber wohl besonders freute: Sein Risiko, das St.Galler Team auf mehreren Positionen umzustellen, hatte sich ausbezahlt – oder sich zumindest nicht negativ ausgewirkt.

Spanische Gala zum Führungstreffer

Nach der Cup-Niederlage in Winterthur habe er reagieren wollen, sagte Zeidler. Er liess Moreno Costanzo, Vincent Rüfli und Milan Vilotic auf der Tribüne – weil sie in Winterthur gezeigt hätten, noch «im Adaptionsprozess» zu sein. «Doch die Türen für die drei sind nicht zu.» Weiter verzichtete Zeidler auf Leonidas Stergiou – um ihn nach einer anstrengenden Zeit mit Einsätzen in der U19-Nationalmannschaft zu schonen. Dafür setzte Zeidler in der Innenverteidigung auf den 20-jährigen Betim Fazliji, der bei den St.Gallern auf dieser Position noch nie zum Einsatz gekommen war. Und auf Yannis Letard, der von einer Bänderverletzung zurückkam. «Viele haben mich für verrückt erklärt», sagte Zeidler. Wäre das Risiko nicht belohnt worden und hätte die Verteidigung ein drohendes frühes Gegentor zugelassen, sähe die St.Galler Gefühlslage nun anders aus. Zeidler atmet durch. Nun aber hat er das gute Gefühl, einen funktionierenden Plan B in Hinterhand zu haben.

Den grossen Anteil am Sieg hatte am Samstag aber weder St.Gallens Verteidigung noch der Sturm. Sondern das überragende Mittelfeld. Die Spielfreude der Spanier Jordi Quintillà und Victor Ruiz ist gross, besonders in einem Spiel gegen einen Gegner wie Servette, der sich nicht alleine aufs Verteidigen konzentriert. Paradebeispiel war das wegweisende 1:0, als Quintillà seinen Landsmann mit einem präzisen Pass lancierte und dieser den Ball in die weite Ecke schlenzte. Ein Tor «aus heiterem Himmel», wie Zeidler richtig sagte. Die beiden Spanier strahlen Lockerheit aus, und besonders Ruiz’ Entwicklung ist bemerkenswert. In der Vorwärtsbewegung wirkt er agil, fast tänzelnd. Und bei Balleroberungen hat der 1,72 Meter grosse Spieler eine beeindruckende Härte entwickelt. Ruiz ist der grosse Gewinner der ersten Saisonphase. Strahlend gab er nach dem Spiel Auskunft – nach einer schwierigen Zeit in einem neuen Umfeld fühle er sich mittlerweile sehr wohl in der Ostschweiz. «Ich freue mich riesig, dass ich erstmals im eigenen Stadion getroffen habe. Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal.» Im Mittelfeld gelang neben den Spaniern auch Lukas Görtler eine ansprechende Leistung, die der Deutsche mit dem Treffer zum 2:0 krönte.

Wo bleiben die Stürmertore?

Findet Zeidler mit seinem Team langsam zur richtigen Mischung zwischen offensiv ausgerichtetem, aber dennoch defensiv sicherem Spiel? In der Phase nach der Pause kamen kurzzeitig Zweifel daran auf: Die St.Galler wirkten zunächst bei Ballverlusten defensiv zu offen, zogen sich dann wiederum zu weit in die eigene Hälfte zurück – und mussten das 1:2 hinnehmen. «Taktisch haben wir in diesen Phasen noch Luft nach oben», sagte Zeidler. Diesmal aber kehrte St.Gallen zurück ins Spiel. Es war Einwechselspieler Fabiano Alves, der nach einem Corner zum 3:1 traf. Nach der Pause war er für Cedric Itten gekommen, der in der ersten Halbzeit eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Bis gestern war offen, ob der Stürmer am Mittwoch in Sitten mit dabei sein kann. Neben Fabianos Premieren-Treffer war eine weitere Geschichte bemerkenswert: Alain Wiss, nach einem Kreuzbandriss im Januar lange ausser Gefecht gesetzt, war nach seiner Einwechslung am 3:1 beteiligt.

Bleibt die Stürmerfrage: Zwar haben die St.Galler mit zwölf Saisontreffern in sieben Spielen die drittbeste Torquote der Liga – es treffen aber vor allem die Mittelfeldspieler. Aus dem Spiel heraus gelangen erst drei Stürmertreffer. Jérémy Guillemenot und Boris Babic leisteten am Samstag zwar viel Arbeit, auch defensiv. Die zwingenden Offensivaktionen aber fehlten beiden – ähnlich erging es Itten.

Neuzugang Ermedin Demirovic kann eine Option sein. Der Leihspieler kam kurz vor Schluss zu seinem Début im St.Galler Dress – und zeigte sich zumindest technisch sehr versiert. Für die englische Woche mit zwei Spielen gegen Sion und Thun innerhalb von vier Tagen ist er sicher eine Option. Vor durchgerüttelten Aufstellungen schreckt St.Gallens Trainer bekanntlich nicht zurück.

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