Sierros Doppelpack gegen Xamax – FCSG kann wohl auch in der Rückrunde auf seinen besten Torschützen zählen

Die Ostschweizer führen im kapitalen Spiel gegen Xamax mit 3:1 und spielen in Überzahl, als sie den Faden komplett verlieren. Mit Glück retten sie das 3:2 über die Ziellinie. Vincent Sierro ist zweifacher Torschütze.

Patricia Loher
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Vincent Sierro erzielte gegen Xamax seine Saisontore sieben und acht – er belegt nun Rang drei in der Super-League-Torschützenliste. (Bild: Keystone)

Vincent Sierro erzielte gegen Xamax seine Saisontore sieben und acht – er belegt nun Rang drei in der Super-League-Torschützenliste. (Bild: Keystone)

Die Zuschauer hielten den Atem an und zogen sich für Sekundenbruchteile die Mützen tief ins Gesicht. Die Schlussphase war eine Tortur. Der FC St.Gallen setzte den so dringend benötigten Sieg gegen das letztklassierte Xamax leichtfertig aufs Spiel. Die Ostschweizer zitterten und wackelten. Nur mit Glück gelang es der Mannschaft von Peter Zeidler, die drei Punkte über die Ziellinie zu retten und sich in der Tabelle wieder etwas Luft zu verschaffen vor dem Auswärtsspiel in Luzern.

Dabei hatte St.Gallen nach einem frühen Rückstand bis zur 77. Minute dank zweier Tore von Vincent Sierro und eines Treffers von Jordi Quintillà verdient mit 3:1 geführt. Der Auftritt war lange gut gewesen, zudem hatte Xamax in der 51. Minute Marcis Oss durch einen Platzverweis verloren. Alles war für die St.Galler gelaufen in diesem kapitalen Spiel, ehe sie den Faden komplett verloren. «Wir haben zwei Gesichter gezeigt, das eine hatte mit dem anderen überhaupt nichts zu tun», sagte der Coach.

«Am Ende war da nur noch Nervosität und Unsicherheit. Das gibt mir doch zu denken.»

Sierro bringt St.Gallen zurück ins Spiel

Nach drei Niederlagen in Folge hatten die St.Galler gegen die Neuenburger stark begonnen. Oft fehlte den Gastgebern in der Startphase wenig, um in Führung zu gehen. Nur war es eben doch auch symptomatisch für die aktuelle Verfassung der Ostschweizer, dass sie nach der ersten, nur im Ansatz gefährlichen Situation des Gegners in Rückstand gerieten. Nach einem Freistoss reagierte Goalie Dejan Stojanovic zu wenig entschlossen, der Kopfball von Raphael Nuzzolo sprang von der Latte zurück ins Feld, wo Charles-André Doudin das 1:0 für Xamax erzielte. Zwar stand Nuzzolo bei seinem Kopfball knapp im Abseits. Nur wurde einmal mehr halt doch offensichtlich, wie wenig es braucht, um die St.Galler in Verlegenheit zu bringen.

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Im Gegensatz zum Spiel in Thun gelang es ihnen aber, auf den Rückstand zu reagieren, der Lohn war das 1:1 durch Sierro in der 16. Minute. Danach waren die St.Galler das dominierende Team, das deutlich mehr Torgefahr ausstrahlte als noch eine Woche zuvor im Berner Oberland. Das hatte auch mit den Umstellungen von Zeidler zu tun. Majeed Ashimeru und auch Kekuta Manneh brachten viel Schwung. Zudem machte Sierro mit einer starken Leistung den vergebenen Penalty von Thun vergessen. Der Walliser erzielte die Saisontore sieben und acht, er war Dreh- und Angelpunkt in St.Gallens Spiel. Freiburg hatte eine Option, den 23-jährigen Leihspieler bereits im Winter zurückzuholen, scheint aber darauf zu verzichten. Sierro dürfte also auch die Rückrunde in St.Gallen bestreiten.

Das Traumtor von Quintillà

«Wir haben gezeigt, dass wir auf einen Rückstand reagieren können, wenn wir an unseren Prinzipien festhalten», sagte Zeidler. St.Gallen ging schliesslich nach einem wunderbaren Tor von Jordi Quintillà noch vor der Pause mit 2:1 in Führung. Xamax hatte den St.Gallern nur wenig entgegenzusetzen. Als die Neuenburger ab der 51. Minute mit einem Mann weniger auskommen mussten und die St.Galler durch Sierro gar auf 3:1 erhöhten, schien die Sache im Kybunpark gelaufen zu sein. Doch nach der Auswechslung von Innenverteidiger Alain Wiss – er litt an muskulären Problemen – gerieten die Ostschweizer zusehends unter Druck. Nach einem schnellen Vorstoss über die Flügel erzielte der eingewechselte Xamax-Appenzeller Kemal Ademi das 2:3 für die Neuenburger, was St.Gallen auseinanderfallen liess. Xamax war zurück im Spiel und verpasste den Ausgleich zweimal nur knapp. Trainer Zeidler nach dem Spiel:

«Wir hatten Glück. Xamax hätte sich einen Punkt und wohl sogar den Sieg verdient gehabt.»

Tore, Aufreger und Stimmen zum Spiel: