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SIEGREICH: Das Glück ist zurück

Nach fünf Niederlagen in Folge und dem Trainerwechsel feiert St. Gallen im kapitalen Spiel in Lausanne einen Sieg. Beim Début von Giorgio Contini gewinnen die Ostschweizer dank Albian Ajeti glücklich 1:0.
Patricia Loher
Albian Ajeti jubelt über seinen Treffer zum 1:0.Bild Valentin Flauraud/KEY (Bild: VALENTIN FLAURAUD (KEYSTONE))

Albian Ajeti jubelt über seinen Treffer zum 1:0.Bild Valentin Flauraud/KEY (Bild: VALENTIN FLAURAUD (KEYSTONE))

Es hatte etwas Symbolisches, als Mario Mutsch in der 42. Minute den Rasen betrat. Die Einwechslung des Luxemburgers stand für den Neuanfang in St. Gallen, trotz Abstiegskampf hatte der neue Trainer Giorgio Contini die Uhr wieder auf null gestellt. Unter Joe Zinnbauer gehörte der 32-jährige Mutsch in keinem Spiel dieser Rückrunde dem Aufgebot an. In Lausanne aber half der luxemburgische Internationale nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Silvan Hefti mit, die wieder zu einer Viererkette formierte Abwehr zusammenzuhalten. St. Gallen war auf der Pontaise auf einen guten Zweikämpfer wie Mutsch angewiesen, denn Lausanne stellte in diesem kapitalen Spiel lange das bessere Team. Als Albian Ajeti in der 66. Minute das 1:0 für die Gäste erzielte, entsprach das nicht dem Spielverlauf.

Daniel Lopar: Note 4. Nachdem er noch gegen die Young Boys seinem Konkurrenten Dejan Stojanovic den Vortritt hatte lassen müssen, stand Daniel Lopar wieder im Tor. Als Captain vertrat er den gesperrten Toko. Zweimal musste Lopar in extremis eingreifen, was er souverän erledigte. Es gibt aber doch noch zuviele weite Abschläge, die der Mannschaft nichts bringen.
Albian Ajeti: Note 6. Der Matchwinner! In den vergangenen fünf Spielen hatte St. Gallens bester Torschütze nicht getroffen, auch in Lausanne deutete lange nichts auf einen Treffer hin, ehe der 20-Jährige am Fünfmeterraum aus der Drehung wunderbar das Siegestor erzielte. Es war sein zehnter Saisontreffer.
Marco Aratore: Note 5. Er bekam viele gute Bälle und war auf dem linken Flügel ein Unruheherd. Lange fehlte Aratores Flanken und Pässen aber die Genauigkeit, ehe er in der 66. Minute das Tor von Albian Ajeti vorbereitete.
Tranquillo Barnetta: Note 4. Nachdem ihn Joe Zinnbauer noch gegen die Young Boys auf die Bank gesetzt hatte, durfte er auf der Pontaise wieder von Beginn an mittun. Noch ist Barnetta nicht in der Form des Rückrundenstarts. Er kämpfte um mehr Einfluss, dieser blieb allerdings doch noch zu gering.
Roy Gelmi: Note 4. Der 22-Jährige bildete mit Haggui in der Viererabwehr die Innenverteidigung. Gelmi trat wie gewohnt zuverlässig auf, ihm unterliefen kaum Fehler. In Lausanne gehörte er zu St. Gallens zweikampfstärksten Spielern.
Karim Haggui: Note 4. Der Innenverteidiger lieferte nach seiner Spielsperre gegen die Young Boys eine solide Leistung ab. Haggui war sehr kopfballstark. Am Schluss hatte er etwas Glück, als eine Kopfballrückgabe zu kurz geriet.
Silvan Hefti: Keine Benotung. Der 19-Jährige knickte fünf Minuten vor der Pause mit dem rechten Fuss um und musste ausgewechselt werden. Noch ist nicht klar, ob Hefti eine schwerwiegende Verletzung davon getragen hat. Bis zu seiner Auswechslung spielte er sehr mutig und wagte sich im Vergleich zu früher vermehrt in die Offensive.
Mario Mutsch: Note 5. Der 32-Jährige wurde für Hefti eingewechselt. Seinen zuvor letzten Teileinsatz für St. Gallen hatte er im November bestritten. Mutsch war gleich wieder der Alte. Ein Kämpfer bis zum Geht-Nicht-Mehr. Der luxemburgische Internationale kaufte dem einen oder anderen Lausanne-Spieler mit seiner Zweikampfstärke den Schneid ab.
Sejad Salihovic: Note 4. Im Vergleich mit dem Spiel gegen die Young Boys hatte Salihovic gegen Lausanne einen defensiveren Part inne. Seine Ausstrahlung und Präsenz waren erneut beeindruckend, aber auf der Pontaise unterliefen ihm zu viele einfache Abspielfehler. Zudem verlor er mehr Zweikämpfe als noch vor einer Woche.
Yannis Tafer: Note 4. Die Aktion des Mittelfeldspielers in der 50. Minute war bezeichnend für St. Gallens Situation. Tafer verlor nach einem schönen Solo an der Strafraumgrenze den Ball, nachdem er diesen kurz zuvor hätte abspielen können. St. Gallen traf in Lausanne oft die falschen Entscheidungen, was sicher auch mit dem fehlenden Selbstvertrauen zusammenhängt. Tafer wirkte initiativ, obwohl ihm wenig gelang.
Alain Wiss: Note 4. Zum zweiten Mal in Folge gehörte der Luzerner der Startformation an. Wie immer versuchte Wiss, St.Gallens Aufbauspiel mit sauberen Pässen anzukurbeln, was ihm vor allem zu Beginn gelang. In der zweiten Halbzeit wurde er mit muskulären Problemen ausgewechselt. Nach der achten gelben Karte ist Wiss am nächsten Samstag gegen Vaduz gesperrt.
Andreas Wittwer: Note 4. Der Berner war in der Viererkette linker Aussenverteidiger. In der ersten Halbzeit lancierte Lausanne einige gute Angriffe über Wittwers Seite, die eine oder andere Flanke konnte er nicht verhindern. In der zweiten Halbzeit aber einer der auffälligsten St. Galler.
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Lausanne - FCSG: Die Noten der Spieler

Giorgio Contini: «Mit Demut feiern»

So sagte Giorgio Contini nach seinem Début: «Wir werden diesen Sieg mit Demut feiern.» Aber im Abstiegskampf fragt keiner, wie Erfolge zustande gekommen sind, sie zählen und sind manchmal doppelt so viel Wert. «Dieser Erfolg tut uns gut. Wir sind froh, dass wir unter Contini so beginnen konnten», sagte Roy Gelmi. Bei noch fünf ausstehenden Runden beträgt St. Gallens Vorsprung auf das letztklassierte Vaduz acht Punkte. Am nächsten Samstag könnten die Ostschweizer gegen Continis früheres Team zu Hause alles klar machen. «Wir müssen den Zuschauern und dem Club etwas zurückgeben. Sie haben schwierige Zeiten durchgemacht», sagte Mutsch.

Der Lausanner Nassim Ben Khalifa behauptet sich gegen Karim Haggui. (Bild: Keystone)
Benjamin Kololli im Zweikampf mit Silvan Hefti. (Bild: Keystone)
Sejad Salihovic muss sich gegen Nassim Ben Khalifa behaupten. (Bild: Keystone)
Voller Einsatz des FCSG-Spieler Alain Wiss gegen Alexandre Pasche. (Bild: Keystone)
Der einzige Torschütze des Matches: Albian Ajeti. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti im Torjubel. (Bild: Keystone)
In der zweiten Halbzeit erzielte Albian Ajeti das 1:0 gegen den FC Lausanne. (Bild: Keystone)
Die Erlösung für den FC St.Gallen nach fünf Niederlagen. (Bild: Keystone)
Albian Ajeti im Kopfballduell gegen Elton Monteiro. (Bild: Keystone)
Der Lausanner Verteidiger Marcus Diniz im Zweikampf mit Albian Ajeti. (Bild: Keystone)
Führte den FCSG zurück auf die Erfolgsspur: Giorgio Contini. (Bild: Keystone)
Hat das Nachsehen in dieser Partie: Lausanne-Trainer Fabio Celestini. (Bild: Keystone)
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Der FCSG gewinnt in Lausanne

Als Mutsch gestern erstmals seit November wieder in St. Gallens Spiel eingreifen durfte, hatten seine Teamkollegen ihre besten Momente bereits hinter sich. St. Gallen war so schwungvoll wie schon lange nicht mehr gestartet. Die Ostschweizer spielten die Bälle zügig und immer wieder über mehrere Stationen. Nach sechs Minuten fehlte Ajeti wenig, und er wäre vor Lausanne-Torhüter Thomas Castella am Ball gewesen. St. Gallen stand hoch, St. Gallen presste. «Die Mannschaft setzte um, was wir angesprochen hatten», sagte Contini. Nach gut einer Viertelstunde aber schlichen sich wieder viel zu viele Fehler ein. Die Ungenauigkeiten am Sechzehnmeterraum kosteten die St. Galler Substanz. In jener Phase wurde offensichtlich, dass unter den vergangenen sieglosen Wochen ihr Selbstvertrauen doch arg gelitten hat. St. Gallen traf oft die falschen Entscheidungen.

Sejad Salihovic und Alain Wiss, sie beide im defensiven Mittelfeld, waren um Einfluss bemüht, Tranquillo Barnetta vor ihnen versuchte, das Spiel zu beruhigen, was aber auch ihm nicht gelang. «Wir verloren den Kopf», sagte Contini. «Aber es ist normal, dass wir in solch einer Situation nicht mehr alles sauber lösen können.» So gerieten die Ostschweizer immer mehr unter Druck, schon zur Pause hätte Lausanne führen müssen. Zumal die Mannschaft in der 18. Minute einen Pfostenschuss durch Jordan Lotomba zu verzeichnen hatte. In der 74. Minute beanspruchten die St. Galler ebenfalls das Glück, als der Schiedsrichter Lausanne ein Tor aberkannte, das auch hätte zählen können.

Nach sieben sieglosen Spielen in Folge und zuletzt fünf Niederlagen in Serie muss sich St. Gallen Stabilität und Balance Schritt um Schritt zurückerkämpfen. In Lausanne gelang den Ostschweizern nach gutem Start lange nichts Zwingendes, ehe Ajeti nach Marco Aratores Vorarbeit auf wunderbare Art links am Fünfmeterraum seinen zehnten Saisontreffer erzielte. «Es macht wieder Spass», sagte Gelmi.

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