Die Form stimmt und Goalie Ati Zigi zeigt eine vielversprechende Leistung – der FC St.Gallen gewinnt vor dem Rückrundenstart gegen Union Berlin

Der FC St.Gallen besiegt das Bundesligateam von Union Berlin an der Alten Försterei nach einer überzeugenden Leistung mit 2:1.

Patricia Loher
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Torhüter Lawrence Ati Zigi hinterlässt in Berlin einen guten Eindruck.

Torhüter Lawrence Ati Zigi hinterlässt in Berlin einen guten Eindruck.

Bild: Manuel Nagel

Das letzte Testspiel vor dem Rückrundenstart lässt einige Schlüsse zu: Einerseits stimmt die Form, und Peter Zeidler wird am nächsten Sonntag zu Hause gegen Lugano wohl zu einem grossen Teil auf jene Spieler setzen, die in der Vorrunde so begeistert haben.

Andererseits hinterliess Goalie Lawrence Ati Zigi, der die Nachfolge von Dejan Stojanovic antreten soll, in Berlin einen vielversprechenden, weil sicheren Eindruck. Noch fehlt aber die Arbeitsbewilligung, um den Transfer des 23-jährigen Ghanaers von Sochaux nach St.Gallen offiziell zu vermelden.

Bis jetzt kein Angebot für Itten aus Frankreich

Zuletzt machten Gerüchte die Runde, wonach der Ligue-1-Club St-Etienne Interesse an Stürmer Cedric Itten bekundet. «jeunesfooteux» schrieb, die Franzosen seien bereit, sechs Millionen Franken für den Schweizer Internationalen zu bezahlen.

Ein Angebot aber liegt dem FC St.Gallen offenbar bis jetzt nicht vor. Zeidler rechnet jedenfalls damit, dass ihn in der letzten Woche vor dem Rückrundenstart keine unliebsamen Überraschungen mehr erwarten. «Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem Team starten.»

Starker Auftritt an der Alten Försterei

Der FC St.Gallen scheint bereit zu sein für die zweite Saisonhälfte. Dank der Tore von Ermedin Demirovic in der zwölften und Itten in der 58. Minute gewann er das Testspiel gegen Union Berlin vor 150 mitgereisten Anhängern 2:1. Den Ostschweizern gelang an der Alten Försterei eine starke Leistung. Mit Ausnahme einer 20-minütigen Phase vor der Pause dominierten sie die Mannschaft von Trainer Urs Fischer, die am Samstag bei Leader Leipzig zum Auftakt in die Meisterschaftsrückrunde mit 1:3 verloren hatte.

Eine stattliche Gruppe Anhänger unterstützt den FC St.Gallen in Berlin.

Eine stattliche Gruppe Anhänger unterstützt den FC St.Gallen in Berlin.

Manuel Nagel

Fischer schickte gegen St.Gallen zwar nicht die erste Garde auf das Feld, trat aber trotzdem mit einigen Bundesliga-erfahrenen Spielern an. Zeidler sagte:

«Es war ein gelungener Test. Mit Betonung auf ‹Test›.»

Vor allem die erste Viertelstunde seiner Mannschaft sei richtig gut gewesen. «Nach dem Ausgleich hätten wir dann aber auch in Rückstand geraten können», so der Trainer.

Torhüter Ati Zigi strahlte viel Ruhe aus und hielt, was er halten musste. Beim Gegentreffer durch Anthony Ujah war er machtlos. In der zweiten Halbzeit blieb der Goalie trotz Unterbeschäftigung aufmerksam. Union Berlin erspielte sich während der zweiten 45 Minuten kaum mehr eine gute Möglichkeit, obwohl der Gegner im Verlauf der zweiten Halbzeit fast die ganze Mannschaft austauschte.

Der Dritte der Super League verkraftete die Wechsel gut, es gab jedenfalls keinen Bruch im Spiel. «Die eingewechselten Spieler haben unser Niveau gar nochmals gesteigert», so Zeidler. St.Gallens einziger Makel war die Chancenauswertung. Jérémy Guillemenot traf in der 53. Minute den Pfosten und scheiterte in der Folge erneut, ab der 68. Minute vergaben die Gäste durch die eingewechselten Axel Bakayoko, André Ribeiro und Angelo Campos vier weitere hervorragende Chancen, um die Berliner deutlicher zu besiegen. Eine Schrecksekunde durchlebten sie in der 42. Minute, als Lukas Görtler nach einem Schlag auf das rechte Knie länger liegen blieb. Doch der Mittelfeldspieler kam zurück.

Lukas Görtler setzt sich gegen einen Berliner Spieler durch.

Lukas Görtler setzt sich gegen einen Berliner Spieler durch.

Manuel Nagel

Die letzte Woche vor dem Start in die zweite Saisonhälfte könnte für den FC St.Gallen am Montag ebenfalls gut beginnen. Für die Auszeichnungsfeier der Swiss Football League in Bern für die Besten des Jahres 2019 haben es einige Ostschweizer auf die Nominationslisten geschafft. Zeidler steht zur Wahl als Trainer des Jahres, Jordi Quintillàs Freistosstor im August beim 2:3 zu Hause gegen die Young Boys könnte zum schönsten Treffer auserkoren werden. Silvan Hefti, Yannis Letard, Quintillà und Itten könnten ins Team des Jahres gewählt werden.

Union Berlin – St. Gallen 1:2 (1:1)
An der Alten Försterei, Berlin – 3578 Zuschauer.
Tore: 12. Demirovic 0:1. 30. Ujah 1:1. 58. Itten 1:2.
Union Berlin: Busk; Maloney (46. Schlotterbeck), Hübner (71. Rankic), Reichel; Becker, Kroos (87. Schneider), Kade (77. Maciejewski), Flecker; Ujah, Mallli (63. Opfermann Arcones), Polter.
St. Gallen: Ati Zigi; Hefti (64. Kräuchi), Stergiou (64. Ajeti), Letard (46. Fazliji), Muheim (77. Solimando); Quintillà (77. Fabiano); Görtler (64. Staubli), Guillemenot (64. Ribeiro), Ruiz (77. Campos); Babic (46. Itten), Demirovic (64. Bakayoko).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Lüchinger, Nuhu, Klinsmann und Strübi (alle verletzt).